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Errichtung ines Matriarchates
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Anukhet
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BeitragGeschrieben: Mit Dez 29, 2004 4:15 pm    Titel: Errichtung ines Matriarchates Antworten mit Zitat

wir reden hier immer nur theoretisch darüber, bzw. in anderen Gebieten.
Aber wie sollte man praktisch ein Matriarchat aufstellen? Man kann ja nicht einfach sämtliche Regeln aufheben, das wäre ja Anarchie (und zwar im negativen sinne des Wortes)
Welche Schritte können wir in die Richtung tun?
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wolfsmutter
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BeitragGeschrieben: Don Dez 30, 2004 12:03 am    Titel: Re: Errichtung ines Matriarchates Antworten mit Zitat

Anukhet hat folgendes geschrieben:
wir reden hier immer nur theoretisch darüber, bzw. in anderen Gebieten.
Aber wie sollte man praktisch ein Matriarchat aufstellen? Man kann ja nicht einfach sämtliche Regeln aufheben, das wäre ja Anarchie (und zwar im negativen sinne des Wortes)
Welche Schritte können wir in die Richtung tun?
Anarchie heißt nix anderes als "frei von Herrschaft". Natürlich kamma sämtliche Regeln aufheben und dann miteinander welche schaffen die für alle die mitmachen passen. Wo ist das Problem?
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Anukhet
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Anmeldungsdatum: 10.12.2004
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BeitragGeschrieben: Sam Jan 01, 2005 11:37 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ok dann habe ich mich falsch augedrückt.
Nicht alle denken so wir wir, hm?
Es könnte doch bei aufhebung der gesetze:
-wieder zu Frauen unterdrückung
- kriegen
- plünderungen
- tötungen von menschen gegen die man etwas hat
kommen.
Nicht alle sind kooperativ!
Wir hängen doch alle noch in den mustern fest, die uns über jahre angewöhnt worden sind.
Glaubst du wirklich dass das sich von heute auf morgen ändern kann?
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wolfsmutter
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BeitragGeschrieben: Son Jan 02, 2005 4:41 am    Titel: Antworten mit Zitat

Anukhet hat folgendes geschrieben:
Ok dann habe ich mich falsch augedrückt.
Nicht alle denken so wir wir, hm?
Es könnte doch bei aufhebung der gesetze:
-wieder zu Frauen unterdrückung
- kriegen
- plünderungen
- tötungen von menschen gegen die man etwas hat
kommen.
Nicht alle sind kooperativ!
Wir hängen doch alle noch in den mustern fest, die uns über jahre angewöhnt worden sind.
Glaubst du wirklich dass das sich von heute auf morgen ändern kann?

Jetzt gibt es Gesetze.
Kommts nicht etwa trotzdem zu Frauenunterdrückung, Kriegen, Plünderungen, Mord?
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Anukhet
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BeitragGeschrieben: Son Jan 02, 2005 12:17 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Seufz...
Aber in schlimmeren Sinne - Theorhetisch wäre alles ja erlaubt, ohne das es dafür strafen gibt. Mord, Diebstahl etc.
Viele würden doch unkooperativ sein und nur an ihr eigenes Wohl denken.
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Hannibal
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BeitragGeschrieben: Son Jan 02, 2005 4:01 pm    Titel: Regeln Antworten mit Zitat

Hallo,

also ich glaube, dass es auch in Matriarchaten Regeln geben muss. Diese gibt es auch in noch bestehenden Matriarchaten. Der Unterschied ist eben, dass es keine Erzwingungsstäbe (Polizei, Behörden usw.) gibt, die die Regeln mit mehr oder weniger Gewalt durchsetzen. Bei den Khasi in Indien ist die "Clanmutter" die natürlich anerkannte Autorität. Bevor sie eine Entscheidung trifft, diskutiert sie sie mit einigen Schwestern und Töchtern. Ist die Entscheidung getroffen, wird sie auch anerkannt und eingehalten.

Das Moso-Gebiet in China wurde irgendwann verwaltungstechnisch von China annektiert. Soweit ich mich entsinne gibt es seit 1948 auch bei den Moso Aufzeichnungen über die Kriminialitätsrate. Seit diesem Zeitpunkt wurde keine Vergewaltigung und auch keine andere Gewalt - wie sie bei uns alltäglich ist - bekannt. Die chinesischen Behörden waren bzw. sind noch immer verwundert deswegen.
Allein ein eifersüchtiger Mann würde sich im ganzen Dorf bis auf die Knochen blamieren, würde er nur eine Eifersuchtsszene inszinieren. Die gewaltsamen Folgen von Eifersucht sind den Moso-Männern wahrscheinlich erst durch das zwangsweise Kennenlernen unseres patriarchalen Systems bekannt geworden.

Wenn wir allerdings das Patriarchat, in dem wir leben müssen, kurzfristig in ein Matriarchat umwandeln würden, dann wird es IMHO nicht genügen einfach jede Hierarchie und alle Gesetze aufzuheben. So eine Umwandlung einer gesamten Gesellschaft ist wohl ein komplizierter Prozess. Noch dazu, da es ihn noch nie in diese Richtung gegeben hat. Wahrscheinlich müsste es Gruppen von Menschen geben, die das eher im kleineren Kreis versuchen. Aber was weiss frau/man schon? Irgendwann gibt es für alle Prozesse ein erstes Mal.

Ansonsten würde eigentlich eine gute Hauptregel genügen:
Solange du nicht schadest, kannst du tun, was du willst.
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wolfsmutter
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BeitragGeschrieben: Mon Jan 03, 2005 3:55 am    Titel: Antworten mit Zitat

Anukhet hat folgendes geschrieben:
Seufz...
Aber in schlimmeren Sinne - Theorhetisch wäre alles ja erlaubt, ohne das es dafür strafen gibt. Mord, Diebstahl etc.
Viele würden doch unkooperativ sein und nur an ihr eigenes Wohl denken.
Unkooperative Leute, die nur an ihr Wohl denken gibts auch heute schon. Offen gesagt kommt mir vor, dass heute überwiegend die Interessen unkooperativer Leute geschützt werden, wie sonst könnte es Auswüchse wie Neoliberalismus geben?
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BeitragGeschrieben: Mon Jan 03, 2005 8:14 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich würde nicht sagen, dass es mehr Verbrechen gäbe, nur weil es keine Gesetze gibt. Wenn irgendjemand ein Verbrechen durchführen will, dann tut er/sie es ohne dabei auf Verluste Rücksicht zu nehmen. Daher glaube ich nicht, dass es mehr werden, nur weil man auf einmal die Regeln abschafft. Es gibt ehrliche Leute überall auf der Welt und die brauchen keine Regeln oder Gesetze. Und andere hingegen brauchen zumindest Richtlinien an die sie sich halten können/sollen.
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BeitragGeschrieben: Mon Jan 03, 2005 4:59 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich meinte es könnte doch passieren, dass wir patriarchal geprägten Leute Panik bekommen wenn unsere "schönen" Regeln weg sind, und einige eine Scheiß egal Haltung bekommen (Ich geh mal kurz raus und hol mal bisschen essen aus der kaufhalle, klaun ist ja "erlaubt"/und vergewaltige mal kurz eine, werde ja nicht bestraft)
Nicht dass es heute nicht menschen gibt denen regeln etc egal sind, aber es könnete doch viel schlimmer werden.

Zitat:
Bei den Khasi in Indien ist die "Clanmutter" die natürlich anerkannte Autorität


Natürlich anerkannt.... schön und gut aber was wenn einige das nicht anerkennen (ich spreche nicht von matriarchalischen Leuten sondern von patrichalisierten)? Sie könne nicht gezwungen werden sich daran zu halten. Was also dann?

Zitat:
Wenn wir allerdings das Patriarchat, in dem wir leben müssen, kurzfristig in ein Matriarchat umwandeln würden, dann wird es IMHO nicht genügen einfach jede Hierarchie und alle Gesetze aufzuheben


Genau.
Zitat:
Wahrscheinlich müsste es Gruppen von Menschen geben, die das eher im kleineren Kreis versuchen

hmmm.......gibt es ja, allerdings...........soviele sind das nicht.......

Zitat:
Irgendwann gibt es für alle Prozesse ein erstes Mal.


Richtig. PROZESS. Manchmal klingt das hier nämlich so als wölltet ihr über nacht alle Regeln abschaffen. natürlich, je eher desto besser aber......

Und was können wir tun (zb auch beim thema aus der reihe tanzen)?
Ich meine größere dinge als individuelle dinge wie abschlüsse, jobs etc?
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Hannibal
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BeitragGeschrieben: Mon Jan 03, 2005 11:49 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Wolfskatze!

Wolfskatze hat folgendes geschrieben:
Ich würde nicht sagen, dass es mehr Verbrechen gäbe, nur weil es keine Gesetze gibt.


Ich würde sogar behaupten, dass es mehr Verbrechen gibt, je mehr Gesetze es gibt und umbekehrt. Ein Gesetz gibt es immer dann, wenn jemand ein Vorgang (es muss sich dabei nicht unbedingt um ein Verbrechen handeln; Beispiele: Abtreibung, Filesharing etc.), der entsprechende Macht hat, nicht passt. Der macht dann ein Gesetz dagegen. Mit Gerechtigkeit hat das alles übrigens nichts zu tun.
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Wolfskatze
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BeitragGeschrieben: Die Jan 04, 2005 7:23 am    Titel: Antworten mit Zitat

Also ich denke mal, wenn niemand zum Verbrechen neigt, dann wird diese Person auch kein Verbrechen ausführen. Ich sehe keinen Sinn darin, jemanden umzubringen, also tue ich es nicht. Vielleicht könnte am Anfang eine höhere Verbrechensrate auftreten, dass weiß ich nicht, aber ich glaube nicht, dass der Mensch so schlecht ist und bei der Abschaffung von Gesetzen gleich durchdreht.

(Und eine kleine Nebenbemerkung, in dieser Sache sehe ich es nicht für Richtig Abtreibung miteinzufließen. Aber das ist meine persönliche Meinung.)
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Wolfskatze ni Galdia
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BeitragGeschrieben: Die Jan 04, 2005 4:01 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hm ich befürchte, da ist ein Holzweg.
"Ich werde ja nicht bestraft" ist eine Illusion - klar gäbe es dann keine Polizei mehr, aber gefragt wäre dann eben der soziale Druck als "Strafinstanz".

Dadurch, daß jeder Mensch ohne soziale Zusammenhänge höchstwahrscheinlich eingeht, ist zb die Ächtung fast sowas wie Todesstrafe.. und daher ist sozialer Druck schon sehr mächtig, mächtiger noch als die Polizei und die Gesetze. Im positiven Sinne sieht man das bei den Mosou, da würde keiner auf die Idee kommen zb eine Eifersuchts-Gewalt-Szene zu machen, da das seinem sozialen Ansehen schadet. Ein Negativ - Beispiel wäre die Witwenverbrennung in Indien: Offiziell verboten, aber die Gesellschaft in manchen Regionen behandelt Witwen so abgrundtief schlecht, daß sich ein Leben als Witwe eh kaum noch lohnt (denken sich einige) und es gibt einen hohen sozialen Druck daraufhin sich eben doch zu verbrennen.

Nur soviel.. solche Gedanken können eine ganz schnell ziemlich weit weg führen..

Gruß

Distel
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BeitragGeschrieben: Mit Jan 05, 2005 4:28 pm    Titel: Grundlegendes zu einem effizienten Matriarchat Antworten mit Zitat

Das M. wird wieder kommen, Johannes von Jerusalem hat es in seinen Prophezeiungen angekündigt (Nr. 35). Aber dies ist nur möglich, wenn es auf soliden Grundlagen stehen kann, eher als auf utopischen Ideen, die einer weltgeschichtlich kurzen ideologischen Zeitspanne (nach Frankfurter Schule und 1968) entsprungen sind.
Daher lege ich folgende Postulate zur überlegung vor:
- die Ordnung der Natur und im Welltall beruht auf Hierarchie, ja auch der kabalistische Lebensbaum, sogar das weibliche Urprinzip: die Grosse Göttin hat unter sich eine Hierarchie von zahlreichen Emanationen.
- soll das Matriarchatsprinzip allgemeine Gültigkeit haben, muss es auch in einer technischen oder kapitalistischen Zivilisation funktionieren können.
- die Erziehung ohne Zwang der letzten 40 Jahre hat sich als Fehlentwicklung erwiesen und viel zur Jugendkriminalität beigetragen. Es gehört zum sozialen "Einweihungsprozess", dass ein junger Mensch lernt, sich regeln zu unterwerfen und Disziplin zu lernen.
- in jeder menschlichen Gruppe wird es immer welche geben, die sich hervortun und andere beherrschen wollen, die Menschen sind keine austauschbaren Mechaniken (selbst in der matriarchalischen Gesellschaft der Hyänen gibt es eine Hierarchie).
- Anarchie und Utopie anzustreben gibt dem Patriarchat gute Gründe, um sich über uns lustig zu machen, es bestätigt doch nur, dass die Frau zur Entsagung und Unterwerfung geboren wurde, dass sie unfähig zu sein scheint, leadership auszuüben.
- den schlechtesten Dienst, den man der Matriarchatsidee leisten kann, ist es, die Frau zum Engel hochzustylisieren. Die Göttin (z.B. Kali) kann naturgemäss auch die Schreckliche sein. Die Hälfte der Menschheit ist weiblich, warum sollte es nicht darunter einen Anteil von harten, grausamen, herrschsüchtigen, ja kriminellen Frauen geben, ebeneso wie bei den Männchen? Das ist völlig normal und sollte nicht utopisch weggeleugnet werden. Auch ein sogenanntes "Luder" hat das Recht, im Matriarchat zu leben, warum eigentlich nicht? Ein Dasein ohne Spannungen ist steril wie der fundamentalistische Islam mit seinen starren Vorstellungen der Gesellschaft.
Ohne (in seiner ersten Phase) matriarchalische Frauenherrschaft wird das Matriarchat nie glaubwürdig werden können (das sah auch Johannes von Jerusalem vor). Masochistisch darauf verzichten wollen, leistet nur dem patriarchalen Gedankengut Vorschub.
Die wahre Macht des Weiblichen liegt nicht darin, Engelchen zu spielen. Wo sie liegt, enthülle ich euch ein anderes Mal. (Dies ist nur eine Vorstellung meines Buches, das ich demnächst herausgebe zu diesem Thema).
Denkt daran: solange die Matriarchatsbewegung sich an die Vergangenheit anlehnt, hat sie keine Zukunft! Was vielleicht vor 4000 Jahren gültig war, ist es heute nicht mehr, ebenso wenig wie die Religionen, welche ihre Jahrtausende alte Schriften wörtlich nehmen.
(Jetzt bin ich aber gespannt, was alles auf mich zukommen wird! Habe richtig Angst!)
Salvator, Diplompsychologe und Matriarchatsforscher
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BeitragGeschrieben: Mit Jan 05, 2005 5:34 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Moin Salvator.

Ja, sei mal schön gespannt was auf dich zukommt.
Es geht doch überhaupt nicht um "Engelchen" sein oder um das Herrschen wollen/müssen.

Es geht schlicht und einfach darum, daß wir eine soziale Gesellschaftsform brauchen.
Und mit "sozial" meine ich nicht zustände, in denen Lohnausbeutung und Menschenhandel und Sklaverei Normalität sind, wo zb auch kleine Kinder täglich von ihren eigenen Verwandten zu deren sexueller Befriedigung verwendet werden, wo man sich eigentlich wundert, wie Menschen trotz einer solchen sozialen Organisation überleben können.

Das Matriarchat ist nicht deswegen attraktiv weil seine Geschlechterhierarchie anders ist sondern vor allem auch deswegen weil seine soziale Organisation bei einigen Problemen die heute bestehen, verblüffende lösungen bereithalten würde. Und ein Matriarchat was in einem ungehemmten Kapitalismus funktionieren soll halte ich für einen Widerspruch in sich selbst.

Aber ok, wenns prophezeit wurde.. *prust*

Gruß

Distel
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Hannelore
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BeitragGeschrieben: Don Jan 06, 2005 2:30 am    Titel: Re: Grundlegendes zu einem effizienten Matriarchat Antworten mit Zitat

Salvator hat folgendes geschrieben:
Das M. wird wieder kommen, Johannes von Jerusalem hat es in seinen Prophezeiungen angekündigt (Nr. 35).

Easy! Nach Regen kommt immer wieder Sonnenschein Twisted Evil

Zitat:
Aber dies ist nur möglich, wenn es auf soliden Grundlagen stehen kann, eher als auf utopischen Ideen, die einer weltgeschichtlich kurzen ideologischen Zeitspanne (nach Frankfurter Schule und 1968) entsprungen sind.

Diese Ideen sind die schlechtesten nicht gewesen... denn
- sie haben die Einstellung zur Sexualität verändert/gelockert
- sie haben Boden für den neuen Feminismus mit vorbereitet
- sie haben das "Establishment" angegriffen und kritisiert, mit Methoden, die bis heute angewendet werden
ABER: sie haben die Frauen und deren Ideen und Werte nicht angemessen einbezogen. (Den gleichen Fehler hatte schon der Marxismus/Sozialismus im Jh. zuvor gemacht.)
Sonst hätte es etwas werden können. Die Frauen mussten sich separieren (was sie nicht wollten! Sie konnten sich damals aber einfach kein Gehör verschaffen) und haben die Feminismustheorie geboren. Separation ist niemals heilend (heil=ganz).

Zitat:
Daher lege ich folgende Postulate zur überlegung vor:
- die Ordnung der Natur und im Welltall beruht auf Hierarchie, ja auch der kabalistische Lebensbaum, sogar das weibliche Urprinzip: die Grosse Göttin hat unter sich eine Hierarchie von zahlreichen Emanationen.

Die ordnende Hierarchie der Natur ist gegeben. Obwohl der Begriff "Hierarchie" erst mal völlig in Ordnung ist (=gr. für heiliger Ursprung, Anfang), wird er von unserem patriarchalen System missbraucht und vergewaltigt. Hierarchien im Patriarchat sind mit Gewalt etablierte Hierarchien. Es gibt ein "oben und unten" unter Menschen. So was hat mit der kosmischen Hierarchie nichts zu tun!

Zitat:
- soll das Matriarchatsprinzip allgemeine Gültigkeit haben, muss es auch in einer technischen oder kapitalistischen Zivilisation funktionieren können.

Kann es, wie heutige matriarchale Kulturen beweisen. Kapitalismus zwingt Matriarchate noch lange nicht in die Knie!
Beispiel: Glücksspiele & Wetten in herrschaftsfreien Gesellschaften

Zitat:
- die Erziehung ohne Zwang der letzten 40 Jahre hat sich als Fehlentwicklung erwiesen und viel zur Jugendkriminalität beigetragen. Es gehört zum sozialen "Einweihungsprozess", dass ein junger Mensch lernt, sich regeln zu unterwerfen und Disziplin zu lernen.

Na, na, na - "sich Regeln unterwerfen" und "Einweihung" in einem Atemzug zu nennen halte ich für unsinnig.

Selbstbestimmtes Lernen (Lernen ohne Zwang) hat sich sehr wohl bewährt! Das ist nicht nur durch Neill's Summerhill-Schule bekannt, sondern auch durch immer mehr Forderungen von Eltern nach Familienschule.
Was "Erziehung" betrifft, da gibt es ja diesen mittlerweile weltberühmten Artikel: Selbstbestimmte Kinder in matriarchalen Gesellschaften

Und Einweihung heißt ganz und gar nicht sich Regeln unterwerfen, die willkürlich vom Patriarchat vorgeschrieben sind (andere Regeln kennen wir doch nicht, oder?)
Wie eine Einweihung/Initiation bei matriarchalen Völkern wirklich aussieht, wird unter Wasser-Initiation von einem beschrieben, der daran teilgenommen hat.

Zitat:
- in jeder menschlichen Gruppe wird es immer welche geben, die sich hervortun und andere beherrschen wollen, die Menschen sind keine austauschbaren Mechaniken (selbst in der matriarchalischen Gesellschaft der Hyänen gibt es eine Hierarchie).

Wie genau sieht eine matriarchale Hierarchie aus? (Bitte mit konkreten Beispielen.)
Zitat:
- Anarchie und Utopie anzustreben gibt dem Patriarchat gute Gründe, um sich über uns lustig zu machen,

So what???

Zitat:
es bestätigt doch nur, dass die Frau zur Entsagung und Unterwerfung geboren wurde, dass sie unfähig zu sein scheint, leadership auszuüben.

In der Wirtschaft scheint ein anderes Gerücht umzugehen: Frauen werden für das "weiche" Management GESUCHT, und zu wenig gefunden. Frauen gelten als die idealen Teamleiterinnen etc. und Männer werden für teures Geld in Seminaren auf das getrimmt, was Frauen von Natur aus können.
Dass Frauen "leader" sein können, und zwar gute, ist längst bekannt.

Zitat:
- den schlechtesten Dienst, den man der Matriarchatsidee leisten kann, ist es, die Frau zum Engel hochzustylisieren. Die Göttin (z.B. Kali) kann naturgemäss auch die Schreckliche sein. Die Hälfte der Menschheit ist weiblich, warum sollte es nicht darunter einen Anteil von harten, grausamen, herrschsüchtigen, ja kriminellen Frauen geben, ebeneso wie bei den Männchen? Das ist völlig normal

Was für uns normal (sprich: allgemein verbreitet) ist, ist in anderen z.B. matriarchalen Kulturen noch lange nicht normal!
In Matriarchaten gibt es keine Kriminalität, keine Grausamkeit und keine Herrschsucht - weder bei Frauen noch bei Männern. Wenn doch, dann ist es kein Matriarchat. Denn in Matriarchaten gibt es keine Kriminalität, keine Grausamkeit und keine Herrschsucht - weder bei Frauen noch bei Männern. Wenn doch, dann ist es kein Matriarchat.

Zitat:
und sollte nicht utopisch weggeleugnet werden. Auch ein sogenanntes "Luder" hat das Recht, im Matriarchat zu leben, warum eigentlich nicht? Ein Dasein ohne Spannungen ist steril wie der fundamentalistische Islam mit seinen starren Vorstellungen der Gesellschaft.

Wer sagt, dass es im Matriarchat keine Spannungen/Reibung gibt??
    Zitat aus dem Buch "Die Weisheit Afrikas":
    "So wie die Stammesdörfer strukturiert sind, entgeht kein Jugendlicher seinem Mentor. Der Zusammenhalt, ja die Identität eines Dorfes erfordern diese Art der Betreuung. Anders als die locker strukturierten modernen patriarchalen Gemeinschaften, wo jeder so häufig ganz mit seinen eigenen Dingen beschäftigt ist, erfordert das Dorfleben, dass die meisten Dinge kollektiv getan werden. Die Menschen sind engstens miteinander verbunden. Enge Verknüpfung begünstigt Reibung, umgekehrt vertieft Reibung das Zusammengehörigkeitsgefühl. In einer Gemeinschaft zusammen-geschmiedete Menschen können sich in einer gewissen Hinsicht sicher sein, einander auf die Nerven zu gehen. Aber das gilt bei uns nicht als Übel, sondern einfach als ein Aspekt der Lebenserfahrung."


Zitat:
Die wahre Macht des Weiblichen liegt nicht darin, Engelchen zu spielen.

Erinnert mich stark an Bilder aus Playboy... Engelchen... Rolling Eyes

Zitat:
Denkt daran: solange die Matriarchatsbewegung sich an die Vergangenheit anlehnt, hat sie keine Zukunft!

Ich persönlich lehne mich mit meinen ganzen 63 Kilo an die Matriarchate der GEGENWART! Und ich muss sagen, dass das Wissen darum meinem eigenen Alltag schon viel zusätzliche Qualität gebracht hat.

Zitat:
Was vielleicht vor 4000 Jahren gültig war, ist es heute nicht mehr, ebenso wenig wie die Religionen, welche ihre Jahrtausende alte Schriften wörtlich nehmen.

Ich will ja nicht pingelig sein, aber wenn du ein Buch über dieses Thema herausbringen willst, dann solltest du wissen, dass vor 4000 Jahren das Patriarchat voll im Gange war. Und die Religionen (Christentum, Islam, Hinduismus, Judentum, Buddhismus und Ableger davon) sind vor allem PATRIARCHAL. Patriarchale Erscheiningen kamen erstmals mit Wüstenbildungen - zumindest in Eurasien - und das war vor ca. 7000 Jahren. Na gut, ein paar tausend Jahre hin oder her waren in patriarchaler Geschichtsschreibung noch nie ein Problem.

Zitat:
(Jetzt bin ich aber gespannt, was alles auf mich zukommen wird! Habe richtig Angst!)
Du hast keine Angst! Geschwätz. Zumindest glaube ich, dass du keine spürst. Aber Unsicherheit. Als Diplompsychologe weißt du das doch selber. Wink
Du konfrontierst dich hier mit handfesten Frauen, und das führt viele Männer aufs Glatteis...
Meine Empfehlung: ENJOY!
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BeitragGeschrieben: Mon Jan 10, 2005 4:03 pm    Titel: Ein Matriarchat... Antworten mit Zitat

... kann sich so einfach nicht wieder herstellen lassen. Ich stimme da Anukhet völlig zu.

Ich denke, das Patriarchat hat im Laufe der Jahrhunderte so viel von den alten Strukturen und Verhältnissen systematisch zerstört, dass es äußerst schwer sein dürfte, dort wieder anzuknüpfen. In Teilbereichen, könnte ich mir vorstellen, würde dies aber gelingen. Ich kann da zu wenig Beispiele geben, weil ich wenig Lebenserfahrung habe, aber ich finde ein solches vorhaben schon fast zu radikal und fundamentalistisch!

Es hieße nämlich, sämtliches bisher erlebt, erfahrenes und gelerntes über Bord zu werfen, weil ja das matriarchale Wissen angeblich das "bessere", "höhere" Wissen ist.

Wir müssten völlig neu umdenken, und bis das soweit ist, werden viele Jahre und nicht bloß einige Wochen vergehen, aber das sagt ja auch niemand, das weiß ich. Es würde Jahrzehnte, wenn nicht sogar Jahrhunderte dauern, bis auch der Rest Patriarchalen Denkens vollstädndig ausgemerzt ist. Und die miesten Menschen wissen ja nicht oder nicht viel mit diesem Begriff anzufangen. Das war bei mir genauso, bevor ich auf diese Seiten hier Stieß.

Die Frage ist doch berechttigt, ob es nicht wieder Mord und Totschlag in größerem Umfang geben würde, wenn man von jetzt auf gleich alle Staatlichen Institutionen und Gesetze, die uns unterdrücken, abschafft. Patriarchal sozialisierte Menschen neigen zur Gewalt, weil sie nichts anderes gelernt haben und wären doch völlig aufgeschmissen. Wie sollten sie auf eine plötzliche Anarchie reagieren.

Das will ich euch mal zu denken geben
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BeitragGeschrieben: Mon Jan 10, 2005 5:27 pm    Titel: Ein Nachwort... Antworten mit Zitat

Ich finde es schön, dass ihr euch dafür einsetzen wollt, ein matriarchat wieder herzustellen, doch behaltet dabei die Realität im Auge! Die Gefahr besteht doch, dass man sich auf einen Pfad begibt, der sich so nicht leben lässt.
Es ist so, dass Matriarchate im Kleinen Kreis (also Stämmen) funktionieren, aber diese Prozesse auf größere Bereiche der Menscheheit zu übertragen, dürfte äußerst schwer sein. Denke man doch nur an die Tatsache, dass wir alle unterschiedlich sind und jeder daher andere Vorstellungen vom Matriarchat hätte.

Wie sollte man ein großes Matriarchales System schaffen, das ALLEN gerecht werden würde? Die Menschheit ist heute so groß und zahlreich, dass wir Einzelnen damit völlig überfordert wären, allen dieses "Weltwunder" zu bescheren!

Außerdem ist da noch die Frage, wie viele Menschen mit dem Begriffen "Matriarchat/Patriarchat" tatsächlich etwas anfangen können und wie viele bereit wären, die ganzen alten Strukturen über Bord zu werfen.
Ich für meinen Teil kann mich mit vielem anfreunden, doch längst nicht mit allem.
Ich finde nicht, dass patriarchale Menschen keine Verantwortung für ihr tun übernehmen. Das ist eine z. B. eine bloße Behauptung von dir Hannelore! Ich denke da an meine Eltern, die sehr wohl für ihr Tun die Konsequenzen übernehmen. Die Menschen brauchen irgendwo sichere Verhältnisse und in ein Matriarchat dürfte man nie unvorbereitet gehen.

Es bedafr langer gesellschaftspolitischer Aufwand, um erst einmal in den Köpfen der Menschen etwas zu bewegen. Und viele Ranghohe werden etwas degegen haben, aber bestimmt auch welche aus dem "einfachen Volk". Lasst euch bitte nicht zu sehr verblenden durch euer Wunschdenken, das wird so nicht klappen!
Ja, es ist sehr bedauerlich, aber es ist leider wahr. Denn wir können heute nur noch sehr begrenzt mit der Natur zusammen leben, weil einfach zu viele Lebenskreisläufe zerstört worden sind.

Ich hoffe nur, man kann irgendwann mal einen Kompromiss aus beiden Gesellschaftsformen finden.

Viele liebe Grüße,
Tyulender
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BeitragGeschrieben: Mon Jan 10, 2005 5:46 pm    Titel: Re: Ein Matriarchat... Antworten mit Zitat

Soweit ich das matriarchale Prinzip verstehe, gehe ich davon aus, dass es keine plötzliche allumfassende Zwangsbeglückung mit Regellosigkeit geben wird. Autoritätshörige Kleingeister dürfen sich nach wie vor mit Gesetzen und Hierarchien abquälen und sich gegenseitig auf die Schulter klopfen wie notwendig und wichtig das für das Bestehen der Welt ist.

Und die AnarchistInnen werden sich vermutlich mit hochgezogenen Augenbrauen wundern und ihren Dingen nachgehen. Und je mehr sich wundern, desto mehr hören einfach auf da mitzuspielen.
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Hannelore
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BeitragGeschrieben: Sam Jan 15, 2005 5:20 pm    Titel: Verantwortung Antworten mit Zitat

Tyulender hat folgendes geschrieben:
Ich finde nicht, dass patriarchale Menschen keine Verantwortung für ihr tun übernehmen. Das ist eine z. B. eine bloße Behauptung von dir Hannelore!


1. Ich bin nicht die Einzige mit dieser Behauptung.
2. Ich bin auch nicht die Einzige, die es belegen kann. Ich behaupte nichts, was ich nicht begründen kann.

Matriarchale Menschen leben ihr Leben in vollständiger Verantwortlichkeit. Was heißt das? Verantwortlich handeln bedeutet, sich hundertprozentig über die eigenen Handlungen klar zu sein: Sich bewusst über die Konsequenzen zu sein, diese zu akzeptieren und da heraus zu Handeln.

Das matriarchale Leben ist immer Bestandteil eines Netzwerks von Prozessen und Beziehungen und kein Aspekt bezieht sich jemals nur auf ein Einzelmerkmal. Alles was existiert ist nie etwas in sich Geschlossenes oder etwas, das aus sich selbst kommt; jedes Ding und jeder Lebensaspekt definiert sich nur in Verbindung mit allem anderen.

Wenn ein Baby heranwächst, erlebt es die Welt zunehmend komplexer. Sie wird um neue Aktivitäten und Verantwortlichkeiten erweitert, die immer in freudiger Teilnahme an der Welt als Ganzes wahrgenommen werden.

Im Gegensatz zu linearem patriarchalem Denken, das auf Besitzen und Kontrollieren beruht und wesentlich auf ein bestimmtes Ergebnis hin orientiert ist, basiert matriarchales Denken auf dem Wissen von der Verbundenheit allen Seins.

Dagegen ist das geradlinige, zielbewusste, auf einen Punkt ausgerichtete patriarchale Denken blind für diese Verbundenheit von allem mit jedem. Weil matriarchales Denken sich dieser Verknüpfungen bewusst ist, kann es gar nicht anders gelebt werden, als aus dem ständig präsenten Wissen heraus, dass jede menschliche Handlung Auswirkungen auf die Gesamtheit des Lebens hat.

Im patriarchalen Denken ist dieses Wissen nicht präsent und daher ist es systemisch verantwortungslos. Es ist ausschließend auf ein Ziel gerichtet.

Ein Kind der matriarchalen Kultur erlebt also während des Heranwachsens und sein ganzes Leben hindurch die beständige Ausweitung der gleichen Lebensart: Harmonie, Teilhabe, Eingebundensein in eine Welt und ein Leben, für das es selbst Verantwortung trägt.

Schon unser Sprichwort "Du musst die Suppe auslöffeln, die du dir eingebrockt hast" macht deutlich, dass wir nicht aus dem Wissen über die Konsequenzen handeln, sondern erst Handeln und dann sehen, was die Konsequenzen sind.
"Die Suppe auslöffeln" heißt, die Konsequenzen hinbügeln und möglichst weiteren Schaden begrenzen. Das ist aber nicht Verantwortung übernehmen. Verantwortlich handelt, wer sich der Konsequenzen während des Handelns bewusst ist, und zwar aller Konsequenzen. Das kann aber niemand, der sich nur auf ein Ziel konzentriert. Und es zudem nicht gelernt und geübt hat.
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Tyulender
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BeitragGeschrieben: Son Jan 16, 2005 10:30 am    Titel: Ganzheitliches Denken Antworten mit Zitat

Ja, von dieser Wahrnehmung als Ganzes, und zwar dass alles miteinander in Verbindung steht, davon hab ich auch schon gehört.

Ich habe ein Buch über die Kelten. Es heißt "Weisheit der Kelten" von Ansha. Vielleicht kennst du diesen Titel sogar?
Darin wird z. B. auch von einem ganzheitlichen, bewussten Denken gesprochen. Jedes Tun hat Auswirkungen auf alle anderen Bereiche des Lebens und umgekehrt.

Wir sind es gewohnt - und da muss ich dir wirklich Recht geben - immer nur eine Sache, ein Thema zu betrachten, übersehen aber, dass es noch andere Dinge gibt, die damit in Verbindung stehen.
Z. B. haben Kapitalismus und Umweltverschmutzung eine ganze Menge gemeinsam, nämlich rücksichtsloses Wirtschaften schadet nicht nur dem Menschen, sondern gleichzeitig auch der Natur. Beide - Mensch und Umwelt - werden krank.

Was aber macht das patriarchale Denken daraus? Sie untersuchen jeweils nur einen Aspekt der beiden Tatsachen, ohne auf das jeweils andere einzugehen.
Es gibt da eine Fülle von Beispielen, die es sich lohnt, einmal näher betrachtet zu werden.

Das nächste Beispiel ist die Konsumgesellschaft, die doch eindeutig aus dem rücksichtslosen Wirtschaften entstanden ist. Der Mensch konsumiert tote Güter, macht aber damit auch die Umwelt zunichte. Zudem hat dies wieder Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, ein zu großer Konsum von Fernsehen, Computer usw. hat Folgeschäden von Manipulation etc.

Das sind nur einige Beispiele. Nun, jedenfalls habe ich dich verstanden, aber mit allem bin ich nicht so sehr einverstanden...

Schöne Grüße,
Tyulender
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BeitragGeschrieben: Son Jan 16, 2005 1:46 pm    Titel: Diskussion Antworten mit Zitat

Tyulender hat folgendes geschrieben:
Das sind nur einige Beispiele.

Eigentlich hätte ich keine Beispiele gebraucht Wink
Aber vielleicht veranschaulichen sie den Zusammenhang für andere besser....

Zitat:
Nun, jedenfalls habe ich dich verstanden, aber mit allem bin ich nicht so sehr einverstanden...


Ja, aber hier fängt die Diskussion an!
Zitiere eine These (Behauptung oder Aussage von mir oder anderen) und stelle eine Antithese auf (Gegenbehauptung, Widerspruch, Einwand) und begründe diese (Argumente).
Beispiel: Ich bin nicht einverstanden mit deiner Aussage, dass ..., sondern behaupte ... weil ... und daher ... denn ... usw.
Das ist das Schema. Verstanden, oder? Braucht ein wenig Übung, aber dafür ist das Forum ja da.

Wenn du das kannst, bist du sehr viel kommunikationsfähiger, bekommst leichter Gehör, wirst eher respektiert und hast ein Stück matriarchales Verhalten in dein Leben eingeführt, von dem auch andere profitieren.

So einfach ist das Very Happy
Das Matriarchat kann nur "von unten" eingeführt werden. Denn es gibt keine Hierarchien. Die Politiker oder Wirtschaftsbosse haben nichts damit zu tun, wenn du dein Verhalten zum Wohl der Gemeinschaft veränderst. Hier ein bisschen, da ein bisschen... Und niemand kann dich aufhalten.
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BeitragGeschrieben: Mit Jan 19, 2005 6:03 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo alle! Das hier ist mein erster Post Mr. Green ,bin gespannt wie ein Flitzebogen Wink

Also erstmal zu dem nicht bestrafen von Straftaten bei einem Matrichiat.

Jemanden den Kopf abzuschlagen oder ihn der Strukturellen Gewalt einer Gemeinschaft aussetzen ,was ist schlimmer was ist besser?

Bloß darf die Gemeinschaft nicht in einer peiniger-situation kommen und man muss Reue akzeptieren können ,aber die Reue darf nicht durch die strukturelle Gewalt erzwungen werden ,die strukturelle Gewalt ,drück jegendlich das nicht gutheissen aus ,wie beim köpfen oder anderen Hinrichtungsmöglichkeiten auch ,bloß dass beim ersteren noch ein Bereueng noch möglich ist. Danke fürs Lesen^^



Hier habe ich eine selbst verfasste textstelle aus einer Pn entnommen an jemand Liebes Mr. Green ,wo ich meine Vorstellung des Matrichiats beschreibe:

Ich sehe ,das Problem darin ,dass diese einzelne Sippen und Stamme 'zu ineinadner geschlossen ' leben ,es kann leicht passieren dass sich Stämme fremd werden ,obwohl sie nicht weit voneinader leben (aber das geschieht auch hier in unsere Gesellschaft zugenüge). ein anderes Problem ist ,das wir wir auch für das nötigste ein gigantisches Wirtschaftsnetz brauchen (Bildung ,Ernährung , Fachleute) ,dass es unmöglich ist ,alles benötigte in einer kleiner Kommune unterzubringen. Auch muss gewährt sein dass Sippenmitglieder ihre Sippe verlassen dürfen ,heisst dass das das Mitglied nicht von seiner Sippe abhängig gemacht werden darf (manchmal können sich die Menschen halt ohne Grund nicht verstehen) Auf Deutsch die Stämme müsste ständig in Verbindung stehen um wirtschaftlichen wie kulturellen Wechsel zu garantieren.

Anderes Problem wo man beheben müsste: Für irgendwas was ist das Patrichiat oder die Patrachiatische Demokratie gut ,sonst gebe es sie nicht shcon seit über 200 Jahre (ich meine damit die patrichiatsiche Regierungsform wie sie Napoleon einführte) existieren. Eine durch und durch strukturierte Hirachischer Regirungsapparat und gesellschaft ist äußerst unbiologisch und unmenschlich (Im humanen wie im Biologischen Sinne) ,aber sie hält Schlägen gegen den Apparat (Kriege ,Seuchen) stand,bloß ist dieser Schlag derart hart , versplittert diese Hirachie .und wenn die weg ist dann ist die Weg ,ein matrichiat hält jeden Schlag aus ,dabei werden mehr oder weniger Stämme oder Sippen vernichtet , da aber eine Sippe ,eine abgeschlossene Lebensgemeinschaft ist ,werden es die meisten überleben und ist damit Naturnäher, im prinzip gemäß dem Sprichwort :" Das Leben findet einen Weg,manchmal ist es gefährlich und riskant ,und vielleicht kommen sogar dabei welche dabei um ,aber es findet seinen Weg.

Bloß habe ich erst oben fest gemacht ,dass die Sippen in einem andauernden Wirtschaftlichen Und Kulturellen wechsel stehen müssen ,heisst dass sie nicht mehr voneinader unabhängig wären. nettes Dilema^^, Ich habe nach gedacht wie man das Matrichiat ,soweit ich es bist jetz kenn, Saloon fähig machne könnte aber stoß irgendwie an Hürden noch. Ich arbeite aber schon bereits an einer Lösung^^,aber muss erst schauen ,ob sie Möglich ist.



Ich habe noch keine allzu große Kenntnise vom Matrichiat ,darum seiht mir jenach fehler gnädig^^

Außerdem bin ich ich der Ansicht ,dass es unmöglich ist dass nur ein Geschlecht es schaffen kann eine neue gesellschaft aufzubauen ,dazu braucht man alle Menschen , ich glaube kaum,dass wirklich nur Männer ,an dem Patrichiat schuld sind. Darum finde ich auch die Bezeichnungen Matrichiat und Patrichiat unglücklich,weil sie zu leicht geshclechter zugeordnet werden (können). Nochmal bedanke ich mich bei allen die sich das hier durchgelesen haben.

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BeitragGeschrieben: Don Jan 20, 2005 12:56 am    Titel: praktische Aspekte im Matriarchat Antworten mit Zitat

Ich konnte vor ca. 25 Jahren in Indonesien folgende Beobachtung machen: bei dem matriarchalen Volke der Padang in Sumatra gehört jeglicher Land - und Hausbesitz den Frauen. Daher - wurde mir von einem Padangmann erklärt - schwärmen die Männer 2 bis 3 Jahre aus, um selber etwas zu verdienen und zu besitzen. Aus diesem Grunde findet man auch in den hintersten Winkeln Indonesiens Reataurants für PADANG FOOD.
Ich frage mich nun, ob das in diesem Forum beschriebene Matriarchat (mit völliger Gleichberechtigung) ein Matriarchat ist. Sollte man nicht eher von matrikultureller Demokratie sprechen? "Matriarchat" beinhaltet ja etymologisch eine gewisse Vorherrschaft. So gibt es auch heute noch melanoderme Völker die matriarchalisch funktionieren (d.h. die sich nicht als solche ausgeben). Viele Männer sind dort Taugenichtse. Wenn sie nun zu einer anderen Frau gehen, verlieren sie (zwar nicht gesetzlich aber praktisch und funktionell) jeden Anspruch auf Kinder, Möbel, usw. Dies gilt dort als selbstverständlich, wie ich feststellen konnte. Kein Mann würde deshalb vor Gericht gehen.
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BeitragGeschrieben: Don Jan 20, 2005 1:11 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich danke Hannelore für ihre gut durchdachten Kommentare, die mich sehr zum Nachdenken anregen (nur ganz nebenbei bemerkt: ich habe 15 Jahre in Afrika gelebt und 6 Jahre in Asien).
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BeitragGeschrieben: Don Jan 20, 2005 1:11 am    Titel: Antworten mit Zitat

Salvator hat folgendes geschrieben:
"Matriarchat" beinhaltet ja etymologisch eine gewisse Vorherrschaft.


Nope - Herschaft gibt es im Matriarchat nicht, auch keine VOR-Herrschaft Wink

Das Wort "Matriarchat" ist eine Nachbildung zu Patriarchat aus dem 19 Jh. und kann mit "mütterlicher Anfang" übersetzt werden.
Sprich, mit der Geburt (durch eine Mutter) setzt ein Zyklus ein, der sich auf verschiedenen Ebenen (materiell, spirituell, emotional) ständig fortsetzt. Das bekannteste Symbol dafür ist ein Kreis. Das hat nicht viel mit Herrschaft zu tun, oder?
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