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Konsequenzen
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Tyulender
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BeitragGeschrieben: Mon Apr 26, 2004 6:39 am    Titel: Konsequenzen Antworten mit Zitat

Konsequenzen sind für mich ein weiterer Punkt patriarchaler Symptome, denn ich finde Konsequenzen bedeuten in den meisten Fällen Strafe.

Konsequenz = Strafe! Evil or Very Mad

Wenn ein Kind etwas tut, was es nicht soll, wird es dafür mit Ausgrenzung oder Liebesentzug bestraft.
Wenn man etwas "ungesetzliches" tut, wird man dafür mit Geldstrafen oder Gefängnis etc. bestraft.
Wenn man anders ist als die Norm, wird man mit Ausgrenzung bestraft. Menschen, die anders sind, werden gern als Zielscheibe für Spott und Hohn oder Gewalt genommen.

Wir sind sind voll von Strafen. Es ist schon richtig, dass wir aus unseren Fehlern lernen sollen, doch wenn wir Fehler machen, bekommen wir meistens die strafenden Reaktionen der anderen Menschen zu spüren. Ich frage mich allen ernstes ob man nicht schon deshalb bestraft wird, bloß weil man gewisse Dinge nicht mitmachen will und ob Konsequenzen vom Patriarchat nicht als ein Akt der Gewalt behandelt werden.

Tyulender
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Cassandra
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BeitragGeschrieben: Son Jun 20, 2004 8:21 am    Titel: Re: Konsequenzen Antworten mit Zitat

Tyulender hat folgendes geschrieben:
Ich frage mich allen ernstes ob man nicht schon deshalb bestraft wird, bloß weil man gewisse Dinge nicht mitmachen will und ob Konsequenzen vom Patriarchat nicht als ein Akt der Gewalt behandelt werden.

Tyulender


Hallo Tyulender,

Strafen/Konsequnenzen werden nicht nur praktiziert um Macht auszuüben, sondern um das Zusammenleben zu erleichtern. Aus den gleichen Grund wurden auch Gesetze erschaffen. Nur Liebesentzug führt zur Trennung und nicht zum friedlichen Zusammenleben. Die Strafe sollte immer den Effekt des Einsehens zur Folge haben.
Fallst du Kinder nicht 'erziehst', werden sie unglücklich, da nicht beachtet.
"Es ist meinen Eltern ja sowieso egal was ich machte".

Grüße, Cassandra
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Hannelore
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BeitragGeschrieben: Mon Jul 05, 2004 12:20 am    Titel: Re: Konsequenzen Antworten mit Zitat

Cassandra hat folgendes geschrieben:

Strafen/Konsequnenzen werden nicht nur praktiziert um Macht auszuüben, sondern um das Zusammenleben zu erleichtern. Aus den gleichen Grund wurden auch Gesetze erschaffen. Nur Liebesentzug führt zur Trennung und nicht zum friedlichen Zusammenleben. Die Strafe sollte immer den Effekt des Einsehens zur Folge haben.
Fallst du Kinder nicht 'erziehst', werden sie unglücklich, da nicht beachtet.
"Es ist meinen Eltern ja sowieso egal was ich machte".


Ja, genau! Und Nachts scheint die Sonne... Rolling Eyes

Was du beschreibst, Cassandra, sind die Glaubenssätze, mit denen wir im Patriarchat gehirngewaschen werden. Für viele ist das "die Wahrheit" und "normal". Aber das glaubst du nur genau so lange, bis du ein anderes, friedliches, menschenfreundliches System kennenlernst, wo Kinder nicht mit Gewalt zu Gehorsam gezwungen und auf Linie gebracht werden.

Hier ist ein Ausschnitt aus einem Artikel auf matriarchat.net über Selbstbestimmung
    Niemand [in Stammesgesellschaften] kontrolliert andere Personen, niemand kann anderen etwas "erlauben" (bezieht sich nicht nur auf Kinder). Da steht eine andere Geisteshaltung dahinter, als bei uns. Es gibt keine Hierarchien und keine Inbesitznahme. Jede Person gehört sich selbst, auch Kinder.
    Wir kennen keine Selbstbestimmung, weil wir mit Druck zu Gehorsam erzogen werden und Regeln einhalten müssen, die andere aufgestellt haben.

Ich empfehle, den ganzen Artikel zu lesen und auch einen Blick in die Kinderabteilung zu werfen, um zu sehen, wie Kinder in unserem netten Patriarchat von Geburt an gefoltert und damit traumatisiert werden.

Es geht nämlich auch anders, menschlich...
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Tyulender
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BeitragGeschrieben: Mon Jul 05, 2004 11:43 am    Titel: Re: Konsequenzen Antworten mit Zitat

Strafen/Konsequnenzen werden nicht nur praktiziert um Macht auszuüben, sondern um das Zusammenleben zu erleichtern. Aus den gleichen Grund wurden auch Gesetze erschaffen. Nur Liebesentzug führt zur Trennung und nicht zum friedlichen Zusammenleben. Die Strafe sollte immer den Effekt des Einsehens zur Folge haben.
Fallst du Kinder nicht 'erziehst', werden sie unglücklich, da nicht beachtet.
"Es ist meinen Eltern ja sowieso egal was ich machte".

Hallo Cassandra,

ich finde nicht, dass man Kindern vorschreiben sollte, wie sie zu leben haben. Bestrafungen sind meiner Meinung nach eine Gewaltanwendung, die dem Kind schaden und ihm nicht weiterhelfen.

Eine Frage hätte ich mal: WAS genau sollen die Kinder denn einsehen? Dass sie sich so verhalten sollen, wie es von ihnen erwartet wird?

Ich selbst kann von mir sagen, wie sehr auf Menschen Druck ausgeübt werden kann. Ich war 2002 für 2 Monate auf einer geschlossenen Station, weil ich suizidgefährdet war (und immer noch vorhabe, es eines Tages wirklich zu tun). Ein Richter kam und entschied, mich in die Psychiatrie einzuweisen. Da waren mir und meinen Eltern die Hände gebunden. So einfach geht das mit der Gesetzgebung. Gegen deinen Willen wird über dich verfügt, noch nicht einmal über deinen eigenen Tod kannst du verfügen. Und da heißt es "nur zu deiner eigenen Sicherheit"! (Ich musste das einfach mal loswerden, ich wollte jetzt niemanden damit erschrecken, wenn ja, Entschudigung.)

Strafen sind immer ein Akt von Gewalt und machen Kinder und andere Menschen unglücklich. Sie bekommen zu verstehen, dass sie sich falsch verhalten haben. Ich hoffe, es ist nun klarer geworden was ich damit sagen wollte.

Herzliche Grüße,
Tyulender
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Hannelore
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BeitragGeschrieben: Mon Jul 05, 2004 11:13 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zur Ergänzung:

    Kaserne
    Um 8 Uhr morgens meldet ein akustisches Signal, dass sich alle auf ihre Plätze zu begeben haben, frisch gewaschen und gekämmt. Nun beginnt der Drill. Die Einheiten bestehen aus ca. zwanzig bis dreißig Personen pro Kommandant. ABC-Schützen haben meistens den gleichen Kommandanten, ältere Rekruten bekommen alle 45 Minuten einen neuen Befehlshaber, um die Anpassungsfähigkeit zu verbessern. Während der Ausbildungsstunden ist Sprechen verboten. Geräusche aller Art werden als Störung verurteilt. Daher ist es besser sich möglichst wenig zu bewegen. Die zu Erziehenden schleppen ihre schwere Ausrüstung auf dem Rücken oder in der Hand mit sich.
    Der Drill funktioniert nach folgendem Schema: Der Kommandant macht etwas vor und die Rekruten imitieren es möglichst genau. Das Ziel ist perfekte Imitation. Das wird so lange geübt, bis alle uniform das Gleiche sagen, schreiben oder zur exakt gleichen Lösung kommen. Nach 45 Minuten ertönt wieder das akustische Signal und die Auszubildenden dürfen sich bewegen, miteinander sprechen, etwas Essen und Trinken und zur Toilette gehen. Nein, während des Drills ist es nicht erlaubt, persönlichen Bedürfnissen nachzukommen, wir üben schließlich für den Ernstfall, das "Leben". Nach fünf, zehn oder maximal zwanzig Minuten geht der Drill weiter.
    Zehn, zwölf Jahre dieser Eintönigkeit, indoktriniert mit der Ideologie eines Gewaltsystems, und die Kämpfer sind fit, um ins Feld zu ziehen, - in die Welt zu ziehen. Dort müssen sie beim Konkurrenz- und Existenzkampf, zeigen, was sie gelernt haben. Ellbogenmentalität ist von Vorteil, Durchsetzungskraft und Gefühllosigkeit gelten als Tugenden; kein Erbarmen mit dem Feind; es ist Krieg!
    Wer selbst Befehle geben möchte, meldet sich freiwillig in der Elite-Kaserne an, wo den jungen Menschen auch noch das letzte bisschen Eigensinn ausgetrieben wird - nur die systemkonformsten Spitzenkräfte bestehen das Staatsexamen. (Quelle H. Vonier)


Auf diese "Kaserne" bereiten Eltern ihre Kinder mit Gewalt vor. Wir haben sie alle durchlaufen und unsere armen Kinder müssen noch durch.

Wir werden auf ein Leben in Passivität vorbereitet. Kein Wunder, dass manche sowas nichts als lebenswert empfinden, wie du Tyulender (ich übrigens auch) und von der Gesellschaft dann als "suizidgefährdet" abgestempelt werden. Niemand fragt sich warum jemand nicht leben will, wir werden schließlich alle mit einem starken Selbsterhaltungstrieb geboren. Wie passt das zusammen? Sehr viele Menschen kommen ohne Tabletten oder Alkohol oder sonstige Drogen überhaupt nicht über die Runden, das nenne ich "Suizid auf Raten".

Schon vor Jahrzehnten schrieb der Arzt und Therapeut Wilhelm Reich über die Verpanzerung des Menschen in unserer Gesellschaft. Wir sind alle Roboter, denen als Kindern die Lebendigkeit, der Eigensinn und die Selbstbestimmung ausgetrieben wurde.

Aber Tyulender: Wir können uns selbst heilen. Denn wir verfügen auch über sehr große Selbstheilungskräfte!
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BeitragGeschrieben: Die Jul 06, 2004 7:11 am    Titel: Re: Konsequenzen Antworten mit Zitat

Hallo Cassandra,

Zitat:
ich finde nicht, dass man Kindern vorschreiben sollte, wie sie zu leben haben. Bestrafungen sind meiner Meinung nach eine Gewaltanwendung, die dem Kind schaden und ihm nicht weiterhelfen.


Ich finde sehr wohl, das man Kinder klar machen muss, was sie dürfen und was nicht.

Zitat:
Eine Frage hätte ich mal: WAS genau sollen die Kinder denn einsehen? Dass sie sich so verhalten sollen, wie es von ihnen erwartet wird?


Zum Beispiel, das sie nicht klauen dürfen, das sie keine Gewalt gegenüber anderen ausüben dürfen, Zerstörung im allgemeinen, und das sie ihren Willen nicht immer durchsetzten können.

Zitat:
Ich selbst kann von mir sagen, wie sehr auf Menschen Druck ausgeübt werden kann. Ich war 2002 für 2 Monate auf einer geschlossenen Station, weil ich suizidgefährdet war (und immer noch vorhabe, es eines Tages wirklich zu tun). Ein Richter kam und entschied, mich in die Psychiatrie einzuweisen. Da waren mir und meinen Eltern die Hände gebunden. So einfach geht das mit der Gesetzgebung. Gegen deinen Willen wird über dich verfügt, noch nicht einmal über deinen eigenen Tod kannst du verfügen. Und da heißt es "nur zu deiner eigenen Sicherheit"! (Ich musste das einfach mal loswerden, ich wollte jetzt niemanden damit erschrecken, wenn ja, Entschudigung.)


Es tut mir leid, aber es ist ein Unterschied, ob jemand entmündigt wird, oder ob jemanden die Grenzen aufgezeigt werden müssen. Und glaub mir, in deiner Situation würde ich mich auch ausgeliefert und verkauft fühlen.
Aber wenn ich von Erziehung rede, dann meine ich weder Gewalt, noch Entmündigung.

Zitat:
Strafen sind immer ein Akt von Gewalt und machen Kinder und andere Menschen unglücklich. Sie bekommen zu verstehen, dass sie sich falsch verhalten haben. Ich hoffe, es ist nun klarer geworden was ich damit sagen wollte.


Oh, die kennst die Kunst des Strafens nicht?
Mein Sohn, meinte im Alter von 4 Jahren, unserer Fingeraralie alle Blätter abschneiden zu müssen.
Nachdem ich das entdeckt hatte, habe ich mich als erstes vor der Pflanze hingekniet, und die Pflanze angefleht, sie möchte doch meinen Sohn verzeihen. Ich habe mich mehrfach entschuldigt und gelobt, das mein Sohn seine Lektion gelernt hat. So hatte mein Sohn mich noch nie gesehen.
Als zweites hat mein Sohn die Strafe bekommen sich intensiv um diese Pflanze zu kümmern und ihr zu helfen wieder stark zu werden.
Die Pflanze hatte sich wieder erholt, und mein Sohn hat so was nie wieder gemacht.

Also in meine Augen dreht es sich nicht darum ob man straft, sondern wie und warum.

Ebenfalls herzliche Grüße,
Cassandra
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BeitragGeschrieben: Die Jul 06, 2004 7:23 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Hannelore,

unsere Schulform hat meines Erachtens nichts mit Strafe zu tun, sondern mit falschen Erziehungsmethoden. Zumindest in Deutschland gibt es Ansätze das dem Rechnung getragen wird, indem man sich an der finnischen Schulform orientiert.
Keine festen Klassen, kein festes Unterichtsthema, keine vorgeschriebenen Zeiten.

Ansonsten stimme ich deinen Schlußfolgerung zu.

Schöne Grüße,
Cassandra
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BeitragGeschrieben: Die Jul 06, 2004 8:41 am    Titel: Re: Konsequenzen Antworten mit Zitat

Hallo Hannelore,

Zitat:
Ja, genau! Und Nachts scheint die Sonne... Rolling Eyes


War mir jetzt gar nicht klar.

Zitat:
Was du beschreibst, Cassandra, sind die Glaubenssätze, mit denen wir im Patriarchat gehirngewaschen werden. Für viele ist das "die Wahrheit" und "normal". Aber das glaubst du nur genau so lange, bis du ein anderes, friedliches, menschenfreundliches System kennenlernst, wo Kinder nicht mit Gewalt zu Gehorsam gezwungen und auf Linie gebracht werden.


Eigentlich beschreibe ich meine Erfahrung, ich habe zwei Kinder.
Ich habe anfangs meinen Sohn so verwöhnt, das er uns ständig auf die Nase herum getanzt ist, und dabei sah er auch noch unglücklich aus, oder unzufrieden trifft es wohl eher und er benahm sich sehr destruktiv. Das hat sich geändert, sobald wir anfingen klare Grenzen zu setzten, und diese Grenzen auch verteidigten.
Deswegen werden meine Kinder aber nicht mit Gewalt zu Gehorsam gezwungen und auf Linie gebracht.

Zitat:
Hier ist ein Ausschnitt aus einem Artikel auf matriarchat.net über Selbstbestimmung
    Niemand [in Stammesgesellschaften] kontrolliert andere Personen, niemand kann anderen etwas "erlauben" (bezieht sich nicht nur auf Kinder). Da steht eine andere Geisteshaltung dahinter, als bei uns. Es gibt keine Hierarchien und keine Inbesitznahme. Jede Person gehört sich selbst, auch Kinder.
    Wir kennen keine Selbstbestimmung, weil wir mit Druck zu Gehorsam erzogen werden und Regeln einhalten müssen, die andere aufgestellt haben.

Ich empfehle, den ganzen Artikel zu lesen und auch einen Blick in die Kinderabteilung zu werfen, um zu sehen, wie Kinder in unserem netten Patriarchat von Geburt an gefoltert und damit traumatisiert werden.


Ich habe Anfangs auch viele Bücher über Erziehung gelesen, da ich alles richtig machen wollte. Doch schade das meine Kinder nicht lesen konnten, sonst hätten sie gewußt wie sie sich zu verhalten hätten.
Ich glaube nicht, das in einen Matriarchat die Erziehungsmethoden so anders waren, sondern eher das díe ganze Sippe erzogen hat. Das heutige Problem ist doch, das Kinder nicht genügend Bezugspersonen haben und die Verantwortung allein auf die Mutter geschoben wird, da Pappa ja arbeiten geht.
Während man Kinder heute beschäftigen muss, da der natürliche Freiraum fehlt, wurden damals die Kinder zur Verantwortung heran gezogen und sind fast überall zur 'Lehre' gegangen.
Der größte Feind der Kinder ist nämlich Langeweile und der Gedanke das sie nicht ernst genommen werden.

Zitat:
Es geht nämlich auch anders, menschlich...


In meinen Sinne.

Schöne Grüße,
Cassandra
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BeitragGeschrieben: Die Jul 06, 2004 7:38 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

so, wie ich den Artikel verstanden habe, macht es ja keinen Unterschied, ob man sein Kind nun verwöhnt oder bestraft, weil auf beide Arten etwas vermittelt wird, was dem Kind weder eigen ist, noch es das braucht. Oder?

Was mich ansonsten schwer beschäftigt ist die Frage, wie ich mich heilen kann. Ich habe auf diesen Seiten viel gelesen, dass mich an verschiedene Situationen erinnert hat und mir Zusammenhänge klargemacht hat. Ich bin auch zur Zeit in einer Therapie und merke, dass die mir auch sehr hilft. Aber in letzter Konsequenz lebe ich doch immer noch in dieser Welt. Und auch meine Therapeutin und überhaupt alle, die ich kenne (und die ich mag)... Fühle mich da doch noch sehr unsicher und teilweise mit wenig Hoffnung.
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Tyulender
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BeitragGeschrieben: Don Jul 22, 2004 1:11 pm    Titel: Antworten mit Zitat

[quote] Kaserne
Um 8 Uhr morgens meldet ein akustisches Signal, dass sich alle auf ihre Plätze zu begeben haben, frisch gewaschen und gekämmt. Nun beginnt der Drill. Die Einheiten bestehen aus ca. zwanzig bis dreißig Personen pro Kommandant. ABC-Schützen haben meistens den gleichen Kommandanten, ältere Rekruten bekommen alle 45 Minuten einen neuen Befehlshaber, um die Anpassungsfähigkeit zu verbessern. Während der Ausbildungsstunden ist Sprechen verboten. Geräusche aller Art werden als Störung verurteilt. Daher ist es besser sich möglichst wenig zu bewegen. Die zu Erziehenden schleppen ihre schwere Ausrüstung auf dem Rücken oder in der Hand mit sich.
Der Drill funktioniert nach folgendem Schema: Der Kommandant macht etwas vor und die Rekruten imitieren es möglichst genau. Das Ziel ist perfekte Imitation. Das wird so lange geübt, bis alle uniform das Gleiche sagen, schreiben oder zur exakt gleichen Lösung kommen. Nach 45 Minuten ertönt wieder das akustische Signal und die Auszubildenden dürfen sich bewegen, miteinander sprechen, etwas Essen und Trinken und zur Toilette gehen. Nein, während des Drills ist es nicht erlaubt, persönlichen Bedürfnissen nachzukommen, wir üben schließlich für den Ernstfall, das "Leben". Nach fünf, zehn oder maximal zwanzig Minuten geht der Drill weiter.
Zehn, zwölf Jahre dieser Eintönigkeit, indoktriniert mit der Ideologie eines Gewaltsystems, und die Kämpfer sind fit, um ins Feld zu ziehen, - in die Welt zu ziehen. Dort müssen sie beim Konkurrenz- und Existenzkampf, zeigen, was sie gelernt haben. Ellbogenmentalität ist von Vorteil, Durchsetzungskraft und Gefühllosigkeit gelten als Tugenden; kein Erbarmen mit dem Feind; es ist Krieg!
Wer selbst Befehle geben möchte, meldet sich freiwillig in der Elite-Kaserne an, wo den jungen Menschen auch noch das letzte bisschen Eigensinn ausgetrieben wird - nur die systemkonformsten Spitzenkräfte bestehen das Staatsexamen. (Quelle H. Vonier)[/list]


Auf diese "Kaserne" bereiten Eltern ihre Kinder mit Gewalt vor. Wir haben sie alle durchlaufen und unsere armen Kinder müssen noch durch.

Hallo Hannelore,

ich denke, es ist schon notwendig, dass es Bildungsmaßnahmen für Kinder (und auch Erwachsene) gibt, da ja neben dem Wissen, sich durch die Welt zu schlagen, auch die Bildung wichtig ist, die uns das Tor zu dieser Welt eröffnet. Erst durch Bildung können wir die Welt vielleicht besser verstehen, besser die Zusammenhänge erkennen. Aber natürlich stimme ich dir zu, dass es unmenschlich ist, dass die Schulkinder während den Schulzeiten persönlichen Bedürfnissen nicht nachkommen dürfen. Doch mit dem Sprechen ist das so eine Sache... Denn irgendwie muss es ja eine gemeinsame Verständigung geben.
Wenn die LehrerInnen nichts sagen, sich keinen nötigen Respekt bei den SchülerInnen verschaffen, kommt nichts mehr zustande. Diese Seite muss man auch bedenken. Die Schulke ist meiner Meinung nach ein guter Ort, Wissen zu verbreiten. Doch die Erziehungsmethoden könnten sich ein bisschen verändern...

[quote] Wir werden auf ein Leben in Passivität vorbereitet. Kein Wunder, dass manche sowas nichts als lebenswert empfinden, wie du Tyulender (ich übrigens auch) und von der Gesellschaft dann als "suizidgefährdet" abgestempelt werden. Niemand fragt sich warum jemand nicht leben will, wir werden schließlich alle mit einem starken Selbsterhaltungstrieb geboren. Wie passt das zusammen? Sehr viele Menschen kommen ohne Tabletten oder Alkohol oder sonstige Drogen überhaupt nicht über die Runden, das nenne ich "Suizid auf Raten".

Ja, das ist traurig. Ich finde es traurig, dass wir Menschen uns das Leben gegenseitig zur Hölle machen. Aber das ist leider bittere Realität, und ich glaube, wir können uns noch so viel ins Zeug legen für eine bessere Welt, sie wird immer eine Utopie bleiben, da sich die Leute auf neue Ideen ungern einlassen. Es liegt an uns, doch das verstehen leider die wenigsten... Sowas regt mich sehr auf.

[quote] Schon vor Jahrzehnten schrieb der Arzt und Therapeut Wilhelm Reich über die Verpanzerung des Menschen in unserer Gesellschaft. Wir sind alle Roboter, denen als Kindern die Lebendigkeit, der Eigensinn und die Selbstbestimmung ausgetrieben wurde.

Ganz meiner Meinung. Wir werden systemkonform erzogen. Der Eigensinn kommt leider viel zu kurz. Und das ist sehr schade...

Schöne Grüße,
Tyulender


Zuletzt bearbeitet von Tyulender am Don Jul 22, 2004 1:47 pm, insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragGeschrieben: Don Jul 22, 2004 1:31 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hier noch ein paar Gedanken zum Suizid... Ich will jetzt keine Abhandlung von Suizidversuchen hier ins Forum hinein geben, sondern nur beschreiben, wie ich mich fühle und die Ohnmacht, der Gesetzesgewalt hilflos ausgeliefert zu sein.

Wenn jemand nicht mehr leben will (aus für welchen Gründen auch immer), so wird er/sie doch bei solchen Aussagen sofort auf eine geschlossene Station gebracht. So war es bei mir. Ich schrieb die Abschiedsbriefe, meine Mutter entdeckte sie zufällig und ich wurde nach einem stundenlangen Gespräch mit meinem damaligen Psychologen als letzte Möglichkeit auf eine geschlossene Station gebracht. Zu meiner eigenen Sicherheit, wie es hieß...

Das ist auch eine Art von Gewalt. Das Gesetz schreibt uns vor, wenn wir nicht mehr leben wollen, dann muss eben jemand anderes über uns verfügen, solange, bis wir wieder zu der "Einsicht" gelangt sind, dass es uns besser geht und letztendlich das Leben wieder lebenswert ist.
Doch mit "Freiwilligkeit" hat das wenig zu tun. Denn man zwingt uns in ein Leben, das wir vielleicht gar nicht wollen. Man kann sagen, dass das auch eine Art von Gefängnis ist.
Man hat gegen eine Regel verstoßen, und dafür wird man ebenso von der Gesellschaft ausgeschlossen. Ich kam nach zwei Monaten wieder daraus und das wohl nur wegen "guter Führung". Ich musste dieses Spiel, mich wieder in die Welt zurückzuholen, mitspielen. Ich bin heute noch verbittert darüber und meine Wut und Verbitterung sind noch längst nicht überwunden. Evil or Very Mad

Doch man hat keine Chance, von einer Geschlossenen zu entkommen. Das ist Gewalt in höchstem Maße! Fügst du dich nicht, nimmst du deine Medikamente nicht, so gibt es eben Strafen dafür. Vielleicht wäre ich heute noch dort, wäre ich nicht auf dem Wege der "Besserung" gewesen. Es waren zwar alle Pfleger sehr nett zu mir, doch weiß ich auch, dass es nichts bringt, dagegen anzukäpfen und dieser Gedanke macht mich sehr traurig... Crying or Very sad

Herzliche Grüße,
Tyulender
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BeitragGeschrieben: Fre Jul 23, 2004 10:06 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich finde, es ist auch Gewalt Bildung aufgezwungen zu kriegen. Und ich finde auch nicht, dass nur Bildung einem wirklich die Welt erschließt. Da geht es doch in erster Linie um Bücher, um Theorie.
Die Welt erschließt sich, wenn man offen dafür ist. (Dann lernt man ja auch automatisch und willig. Nur eben nicht das was und dann wann andere es von einem wollen)
Ich habe die Schule als Gefängnis erlebt und gehasst wie die Pest, obwohl ich eigentlich alle Fächer erstmal konnte (inkl. Musik und Sport) und auch keine Außenseiterrolle hatte. Ich hab einfach dieses Aufgezwungene gehasst und mich von allem zurückgezogen und versucht nur nach meinem "Plan" zu lernen. Das war aber leider eine sehr harte Zeit und ich hab auch jahrelang Selbstmordgedanken gehabt (zur Beruhigung quasi) und den Rausch gesucht (und oft gefunden). Zum Glück bin ich nicht eingewiesen worden, das ist bestimmt ganz schön beschissen, das glaube ich.
Aber Abitur+Auszug von zuhause haben es bei mir echt gebracht. Keine Vorschriften mehr und seitdem habe ich Lust am Leben (und Lernen, studiere jetzt sogar) und dadurch ist eine Entwicklung in Gang gesetzt worden, die ich aber, denke ich, schon früher gemacht haben könnte, wenn diese ständigen Kämpfe mit allen und allem mir nicht alle Energie geraubt hätten.
Warum soll es wichtig sein in Formen gepresst zu werden, wenn man eh von selbst welche annimmt?
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BeitragGeschrieben: Mon Jun 13, 2005 8:46 am    Titel: Verantwortung Antworten mit Zitat

Es gibt noch ein paar Gedanken, die ich mir zum Thema "Verantwortung" und "Konsequenzen" gemacht habe... Ich weiß nicht, ob das so richtig ist, aber ich will nur mal meine Eindrücke schildern, die ich durch lange Beobachtung gewonnen habe:

Meiner Meinung nach wird der Begriff "Verantwortung" in unserer patriarchalen Gesellschaft falsch verwendet. Es wird viel mit "Schuld" gleichgesetzt. Wenn du z. B. einen Fehler machst, bist du selbst dran Schuld. Wenn du nicht tust, was andere dir sagen, hast du dir die Konsequenzen selbst zuzuschreiben. Wenn du jemandem eine falsche Antwort gibst, ist das dein Verdienst! Evil or Very Mad

Die "Verantwortung" für dein Leben, so wurde dir beigebracht, trägst du insoweit, als dass du andere zufrieden stellst. D. h. du musst stehts versuchen, die Anforderungen und Befehle, die andere dir geben, zu erfüllen. Wenn du das nicht tust, hast du die Konsequenzen oder Strafen zu fürchten oder die negativen Reaktionen deiner Umwelt. Sad

Das hat nichts mit wirklicher Verantwortung zu tun! Verantwortung ist meiner Meinung nach nichts, was in irgendeiner form den Menschen Gewalt androht, wenn sie mal nicht "parieren", sondern etwas, was man für sich selbst tut. Du tust dir selbst etwas Gutes, hilfst dir selbst und anderen Menschen, es beruht auf wahrer Gegenseitigkeit anstatt auf Furcht vor "unliebsamen Gewaltakten".

Warum ich mich weigere, Verantworung zu übernehmen? Das hat nichts damit zu tun, dass ich dies als etwas "Schlechtes" ansehe oder zu "faul" dafür bin. Nein, es hat etwas damit zu tun, dass ich dieses "falsche Spiel" durchschaue! Ich möchte aus partiarchaler Sicht keine Verantwortung übernehmen, weil ich mich weigere, diese "Moralspielchen" mitzumachen!

Denn ich möchte sehr wohl für das, was ich tue, geradestehen, aber ich habe keine Lust, mich anschließend für meine Fehler "schlecht" zu fühlen. So nach dem Motto: "Du solltest dich was schämen!" Auch wieder so ein berühmter, patriarchaler Satz... Rolling Eyes

Und uns bleibt oft keine Wahl, das Spiel der falschen Verantwortung mitzuspielen, da wir alle ja fest eingebunden sind in die patriarchale Gesellschaft. Wir haben nicht die Wahl, OB wir tun , was uns andere Menschen sagen, sondern AUF WELCHE ART wir ihnen "dienen" sollen.

Und wenn wir uns aus allem zurückziehen und uns der Verantwortung verweigern, entscheiden andere für und über uns und wir müssen uns letzendlich wieder fügen. Der (Teufels-)Kreis schließt sich. Welch eine Freiheit, die wir haben... Rolling Eyes
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BeitragGeschrieben: Fre Jun 17, 2005 12:39 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hmm. das kenne ich irgwndwo her mit der pseudo-Freiwilligkeit:

Man sagt zu mir:
Du must wissen was du tust, und du darfst alles machen was keinen schadet.
Aber wenn ich meiner Individulität freien Lauf liess und den herren oder damen XY passte das nicht, dann musste auch ich ersteinmal zur "Einsicht" gelangen, bevor ich wieder den richtigen (also deren) Weg gehen kann....

Kurz gesagt, Freiheit bedeutet hier nichts anderes, als die Grenzen die anderen dir setzen einzuhalten... überschreitet man die Grenze endet dise Freiheit auch...

Wunderbar, ich liebe preussische erziehungsstile super
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BeitragGeschrieben: Fre Jun 17, 2005 7:34 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Wenn kindern ein menschlicher, sozialer Umgang vorgelebt wird. Dass Der Junge die Pflanze zerstückelt hat, zeugt vielleicht davon, dass er entweder keinen Respekt vor Pflanzen gesehen hat (du sagtest selbst, er hat dich noch nie so gesehen); durch einflusse von außen manipuliert wurde oder ein gewisses Agressionspotenzial entwickelt hat.
Um einem kind ein Leben zu zeigen, das mit Gemeinschaftsgefühl verbunden, benötigt es nicht mal einer größeren Sippe.Mein 5 jähriger Cousin spielt ganz selbstständig mit Mädchen, hat seine eigene Ecke im garten, wo er sämtliche Pflanzen ein pflanzt und säat, und so sogar ohne Einfluss von außen herausgefunden hat, wann welcher samen etwa gesäat werden sollte, damit die Sonnenblumen nicht im Winter wachsen Wink. Er muss nicht am Tisch aufessen, ganz braf und devot "bitte und danke" zu ingendwelchen "netten Onkeln und Tanten", geht lieber mit mama spazieren als fernsehen zu schauen. und er hat noch nie ZimmerPflanzen zerschnitten, nur die Aloe, wenn er einen Mückenstich hatte, weil Mama ihm den Tipp gegeben hatte.
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http://future-shadow1.fotoalbum-medion.de/
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BeitragGeschrieben: Sam Jun 18, 2005 10:30 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Tyulender hat folgendes geschrieben:
Ich schrieb die Abschiedsbriefe, meine Mutter entdeckte sie zufällig und ich wurde nach einem stundenlangen Gespräch mit meinem damaligen Psychologen als letzte Möglichkeit auf eine geschlossene Station gebracht. Zu meiner eigenen Sicherheit, wie es hieß...

Das ist auch eine Art von Gewalt. Das Gesetz schreibt uns vor, wenn wir nicht mehr leben wollen, dann muss eben jemand anderes über uns verfügen, solange, bis wir wieder zu der "Einsicht" gelangt sind, dass es uns besser geht und letztendlich das Leben wieder lebenswert ist.
Doch mit "Freiwilligkeit" hat das wenig zu tun. Denn man zwingt uns in ein Leben, das wir vielleicht gar nicht wollen. Man kann sagen, dass das auch eine Art von Gefängnis ist.

Das ist wohl so. Aber man bricht nicht aus dem Gefängnis aus, indem man das Leben zerstört. Das wäre letztlich der letzte Sieg der Destruktivität. Sad
Es ist ein oft langer Weg heraus aus dem immer Gleichen. Einen Weg gibt es immer, ihn zu finden ist oft schwierig. Aber möglich.


Doch man hat keine Chance, von einer Geschlossenen zu entkommen. Das ist Gewalt in höchstem Maße! Fügst du dich nicht, nimmst du deine Medikamente nicht, so gibt es eben Strafen dafür. Vielleicht wäre ich heute noch dort, wäre ich nicht auf dem Wege der "Besserung" gewesen. Es waren zwar alle Pfleger sehr nett zu mir, doch weiß ich auch, dass es nichts bringt, dagegen anzukäpfen und dieser Gedanke macht mich sehr traurig... Crying or Very sad

Herzliche Grüße,
Tyulender
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wolfsmutter
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BeitragGeschrieben: Die Jun 21, 2005 6:03 pm    Titel: Re: Konsequenzen Antworten mit Zitat

Tyulender hat folgendes geschrieben:
Konsequenzen sind für mich ein weiterer Punkt patriarchaler Symptome, denn ich finde Konsequenzen bedeuten in den meisten Fällen Strafe.

Konsequenz = Strafe! Evil or Very Mad
Konsequenz an sich bedeutet nix anderes als Wirkung. Ursache -> Wirkung. Was immer du oder ich tun, was immer wir nicht tun hat Folgen. Jetz mal ganz unabhängig ob Patriarchat oder nicht. Konsequenz mit Strafe gleichzusetzen ist ein bissl naiv.
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BeitragGeschrieben: Die Jun 21, 2005 6:13 pm    Titel: Re: Konsequenzen Antworten mit Zitat

Cassandra hat folgendes geschrieben:

Oh, die kennst die Kunst des Strafens nicht?
[...]Als zweites hat mein Sohn die Strafe bekommen sich intensiv um diese Pflanze zu kümmern und ihr zu helfen wieder stark zu werden.
Die Pflanze hatte sich wieder erholt, und mein Sohn hat so was nie wieder gemacht.
Was hat das mit Strafe zu tun? Fürsorge mit Strafe gleichzusetzen irritiert mich schon irgendwie. Weil - wenn ich es mir durchdenke - in unserer Gesellschaft tatsächlich als Strafe gilt für wen zu sorgen.
Interessant. So deutlich hatte ich das bislang noch nicht rausgearbeitet.
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BeitragGeschrieben: Die Jun 21, 2005 6:21 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Tyulender hat folgendes geschrieben:
Wenn jemand nicht mehr leben will (aus für welchen Gründen auch immer), so wird er/sie doch bei solchen Aussagen sofort auf eine geschlossene Station gebracht.
Dadurch dass du dich verabschiedest "stiehlst" du dem System deine Arbeitskraft. Du bist ja nicht Eigentum deiner selbst, sondern das des jeweiligen Staates. Deswegen hast du als Elternteil auch die staatlich gefügte Verpflichtung deine Kinder zwangszubeglücken, mit Erziehung im Sinne des Staates. Was dachtest du denn? Staatsbürgerschaft ist die moderne Form der Leibeigenschaft. Naja, nimmer so ganz modern - wahrscheinlich werden demnächst Konzerne die Staaten als Eigentümer ablösen.
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BeitragGeschrieben: Die Jun 21, 2005 7:42 pm    Titel: Re: Konsequenzen Antworten mit Zitat

wolfsmutter hat folgendes geschrieben:
Tyulender hat folgendes geschrieben:
Konsequenzen sind für mich ein weiterer Punkt patriarchaler Symptome, denn ich finde Konsequenzen bedeuten in den meisten Fällen Strafe.

Konsequenz = Strafe! Evil or Very Mad
Konsequenz an sich bedeutet nix anderes als Wirkung. Ursache -> Wirkung. Was immer du oder ich tun, was immer wir nicht tun hat Folgen. Jetz mal ganz unabhängig ob Patriarchat oder nicht. Konsequenz mit Strafe gleichzusetzen ist ein bissl naiv.


Hallo Wolfsmutter,

also ich muss schon sagen: Ich lasse mich oder das, was ich gesagt habe, nicht als naiv abstempeln! Reg mich da echt drüber auf. Aber ich werde mich nicht nochmal beschweren, hat ja in diesem Forum eh keinen Sinn...

Doch, das Patriarchat behandelt Konsequenzen wie Strafen. Es wird oft mit Schuld gleichgesetzt. "Du bist selbst Schuld, wie konntest du sowas nur tun" oder "Das hast du dir selbst zuzuschreiben". Das sind bekannte Sätze, die allgegenwärtig sind. Wir werden dafür bestraft, wenn wir Fehler machen, sie sind nicht erlaubt, und leider oftmals damit allein gelassen. Ist dir das noch nie aufgefallen?

Ich hab so manches Mal das Gefühl, dass du denkst, dass alles, was ich Schreibe, Unfug ist. Und das ist sehr verletzend! Kann das sein oder irre ich mich da?

Aber wie gesagt: Nochmal will ich keinen Ärger und deshalb halte ich mich ab jetzt bedeckt. Denke da an eine andere Diskussion mit jemandem, für den ich hier Partei ergriffen habe...

Schönen Gruß,
Tyulender
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BeitragGeschrieben: Die Jun 21, 2005 9:58 pm    Titel: Re: Konsequenzen Antworten mit Zitat

Tyulender hat folgendes geschrieben:
Doch, das Patriarchat behandelt Konsequenzen wie Strafen. Es wird oft mit Schuld gleichgesetzt. "Du bist selbst Schuld, wie konntest du sowas nur tun" oder "Das hast du dir selbst zuzuschreiben". Das sind bekannte Sätze, die allgegenwärtig sind. Wir werden dafür bestraft, wenn wir Fehler machen, sie sind nicht erlaubt, und leider oftmals damit allein gelassen. Ist dir das noch nie aufgefallen?

Ich hab so manches Mal das Gefühl, dass du denkst, dass alles, was ich Schreibe, Unfug ist. Und das ist sehr verletzend! Kann das sein oder irre ich mich da?


Ja, da irrst du dich.
Ein grundsätzlicher Tipp: wir kennen einander nicht persönlich deshalb gibts auch keinen Grund irgendetwas das ich schreibe als persönlichen Angriff zu verstehen. Mir is also nicht klar warum du Ärger bekommen solltest, wenn du in einem Diskussionsforum deiner Meinung Ausdruck verleihst - dazu sind solche Dinger ja schließlich da. Um sich auszutauschen. Und unterschiedliche Blickwinkel einzubringen.

Mir gehts darum, dass wir nicht jeden Begriff vom System beanspruchen und verfälschen lassen, weil es sonst keine Möglichkeit gibt einander zu verstehen. Ohne gemeinsame Sprache - egal ob Wort-, Schrift-, Körpersprache gibts kein Verständnis, keine Basis für irgendwelche Interaktivität.

Wenn im Patriarchat willkürlich Strafen verteilt werden und uns als Konsequenz verkauft, heißt das nicht dass wir dem zustimmen müssen.
Ich mache mir diese Patriarchats-Definitionen NICHT zu eigen, sondern differenziere zwischen:

Wenn wer wo runterspringt und sich das Bein bricht ist das eine Konsequenz.
Wenn er sich nix bricht, statt dessen dafür geschlagen wird ist das eine Strafe.

Alles klar?
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BeitragGeschrieben: Die Jun 21, 2005 10:04 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Jan hat folgendes geschrieben:
Kurz gesagt, Freiheit bedeutet hier nichts anderes, als die Grenzen die anderen dir setzen einzuhalten... überschreitet man die Grenze endet dise Freiheit auch...

Natürlich. Deine Freiheit geht bis zu der deiner Nachbarn. Hast du gedacht Anarchie wäre ein Freibrief anderer Leute Integrität zu verletzen? Nein, ist es nicht.
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Rena
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BeitragGeschrieben: Mit Jun 22, 2005 8:40 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich denke, dass man die Definition Konsequenz = Strafe so nicht ganz stehenlassen kann, obwohl im Patriarchat diese Definition sicher oft so verwendet wird. Für mich ist Konsequenz die Folge einer Handlung, egal in welche Richtung diese Folge geht. Und Handlungen ohne Folgen gibt es nicht.

Weiterhin denke ich, dass matriarchal lebende Menschen sich der Folgen ihrer Handlungen viel mehr bewusst sind als patriarchal lebende Menschen. Beispiel Umweltproblematik: sie wissen ganz genau, wenn sie Raubbau mit der Natur betreiben, dass dann die eigene Nahrungsgrundlage zerstört wird. Im Patriarchat hat (außer den Umweltorganisationen) lange keiner überhaupt daran gedacht - Hauptsache der Profit stimmt. Oder Umgang der Menschen untereinander: Die Folgen von Hanldungen sind sicher anders als im Patriarchat, aber mit Sicherheit immer vorhanden, da auch hier das Zusammenleben nach bestimmten Regeln erfolgt, sonst würde es mit der Gemeinschaft wohl nicht funktionieren. Wenn ich mich z. B. an der Ernte oder an anderen Arbeiten nicht beteilige, werde ich wohl meinen Anteil an der Ernte auch nicht erhalten, dass ist halt die Konsequenz meiner Faulheit.

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Kutakinte
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BeitragGeschrieben: Don Jun 23, 2005 10:59 am    Titel: Antworten mit Zitat

wolfsmutter hat folgendes geschrieben:
Jan hat folgendes geschrieben:
Kurz gesagt, Freiheit bedeutet hier nichts anderes, als die Grenzen die anderen dir setzen einzuhalten... überschreitet man die Grenze endet dise Freiheit auch...

Natürlich. Deine Freiheit geht bis zu der deiner Nachbarn. Hast du gedacht Anarchie wäre ein Freibrief anderer Leute Integrität zu verletzen? Nein, ist es nicht.


also, dass die eigene freiheit hauptsächlich deshalb eingegrenzt wird, um die freiheit und integrität anderer zu schützen, halte ich für ein märchen.
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wolfsmutter
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BeitragGeschrieben: Don Jun 23, 2005 11:06 am    Titel: Antworten mit Zitat

Kutakinte hat folgendes geschrieben:
wolfsmutter hat folgendes geschrieben:
Jan hat folgendes geschrieben:
Kurz gesagt, Freiheit bedeutet hier nichts anderes, als die Grenzen die anderen dir setzen einzuhalten... überschreitet man die Grenze endet dise Freiheit auch...

Natürlich. Deine Freiheit geht bis zu der deiner Nachbarn. Hast du gedacht Anarchie wäre ein Freibrief anderer Leute Integrität zu verletzen? Nein, ist es nicht.


also, dass die eigene freiheit hauptsächlich deshalb eingegrenzt wird, um die freiheit und integrität anderer zu schützen, halte ich für ein märchen.
Das darfst du halten wie du möchtest. Damit dass du lieber an Märchen glaubst, verletzt du schließlich auch niemandes Integrität hier, schätz ich mal.
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