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Hmm, DeMeo These halte ich hiermit für verifiziert!
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Sitting-Bull
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BeitragGeschrieben: Sam Jan 10, 2004 5:51 pm    Titel: Hmm, DeMeo These halte ich hiermit für verifiziert! Antworten mit Zitat

Einwandfreier Beweis?

Wir fragen uns doch immer wer und was wann die patriarchalen Tendenzen erfand, wer dieses Volk war, welches durch Dürre und Knappheit unkontrolliert wanderte und Gewalt als Lebensprinzip entdeckte und seine Kinder panzerte. Ich will hier keine neue Schuldzuweisungen geben und auch nicht auf heute projezieren, ich möchte nur das letzte Mosaiksteinchen zusammenfügen. Komm mir also keiner mit Verdächtigungen ich würde irgendeine Volksgruppe für alles Übel der Welt verantwortlich machen. Der Name ist eigentlich unbedeutend...



Die Hebräer
a. Die Vorfahren Israels gehören zu den "Habiru"
Wir wissen zwar - wie bei allen ägyptischen Texten - nicht mehr, wie dieses Wort ausgesprochen wurde, aber die drei Konsonanten "<pr" begegnen uns in der damaligen Zeit nicht nur in Ägypten. Sie begegnen im gesamten Bereich Ägyptens, Syrien/Palästinas und Mesopotamiens. Und zwar immer in der gleichen Form.

In Urkunden des Zweistromlandes finden wir Leute, die "Habiru" genannt werden.
In ähnlichen Formen kommt der Ausdruck in hetitischen und ugaritischen Texten vor.
Und in Ex 2,11, also einer biblischen Quelle, finden wir das Wort [">isch-<ibri"], also wiederum die Wortwurzel [Ajin - beth - resch].
Ins Deutsche übertragen heißt diese Stelle aus dem Buch Exodus:

"In jener Zeit, als Mose herangewachsen war, ging er einmal hinaus zu seinen Brüdern und sah ihre Fronarbeit an. Und da sah er, wie ein Ägypter einen [">isch-<ibri"], (also einen Mann von den ["<ibri"]), einen von seinen Brüdern, schlug." (Ex 2,11)

Hinter diesem Ausdruck ["<ibri"] steckt das gleiche Wort wie in den ägyptischen Dokumenten. Wir haben hier dieselbe Wortwurzel wie im mesopotamischen Ausdruck "Habiru".

Gewöhnlich übertragen wir dieses Wort "<br" im Deutschen mit dem Ausdruck "Hebräer". Ein Wort, dass im Zusammenhang mit der Knechtschaft in Ägypten ab Ex 1 immer wieder in der Bibel Verwendung findet.

Die Israeliten wussten sich also zugehörig zu den "Hebräern" oder zu den "Habiru".

Was sind das nun für Leute? Wen bezeichnete man in der damaligen Zeit mit "Habiru"? Und warum begegnet dieses Wort plötzlich in Texten aus allen Gegenden des sogenannten fruchtbaren Halbmondes?



b. Wer oder was waren die "Habiru"?
Es lässt sich zeigen, dass mit dem Wort "Habiru" in all diesen Quellen keine nationale oder völkische Größe gemeint sein kann. Die "Habiru" sind also kein eigenes Volk.

Es scheint sich bei diesem Ausdruck in erster Linie um die Bezeichnung einer soziologischen Größe zu handeln. "Habiru" scheint die Bezeichnung für nichtsesshafte Gruppen von Menschen minderen Rechtes zu sein. Und damit auch nichtsesshafte Gruppen, die für andere Dienste leisten müssen.

Im Zusammenhang mit der zweiten aramäischen Wanderwelle scheint dieses Phänomen, dass Nomadengruppen in das Gebiet der einzelnen Hochkulturen eindrangen, im ganzen fruchtbaren Halbmond aufgetreten zu sein. Von den Kulturlandbewohnern wurden diese nichtsesshaften Gruppen als Menschen minderen Rechtes betrachtet. Man nannte sie "Habiru" oder dann auch mit dem Ausdruck der Bibel "Hebräer".

Und anscheinend kam es auch immer wieder vor, dass solche Gruppen zu Dienstleistungen herangezogen wurden.

***********************************************************


Weil sie im Laufe der Zeit zu Söldnern wurden.

Die Habiru waren kein einzelnes Volk- sie waren die "Entwurzelten" der Versteppung- überall setzte sich patriarchales Weltbild durch...
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BeitragGeschrieben: Son Jan 11, 2004 8:40 pm    Titel: James DeMeo's Theorie Antworten mit Zitat

Hallo!


Nun, da muss ich widersprechen.

Ich habe mir James DeMeo angehört. Er sieht sich selbst als grosser Entdecker, dem ein wissenschaftlicher Durchbruch gelungen ist. Dafür erwartet er gefeiert zu werden. Wenn jemand gegen ihn spricht (z.B. Frau Prof. Dr. Peggy Reeves Sanday), dann fasst er das als Bestätigung auf, dass er recht hat.

Ganz abgesehen davon hat er definitiv alle seine Daten aus einer veralteten Datenbank entnommen. Diese Datenbank haben patriarchale Männer, die in afrikanische Matriarchate eindrangen, nach diversen Gesprächen mit hiesigen Männern, erstellt. Wir alle können wohl schon ahnen, was das bedeutet ...

Zudem gibt es auch heute noch real in Nordafrica min. 2 Matriarchate. Die Tuareg und die Kabylin.



Meine persönlichen Aufzeichnungen poste ich hier zur Ergänzung auch noch:

Dr. James DeMeo - URSPRUNG DES PATRIARCHATS


James DeMeo hat eine Theorie über den Ursprung des Patriarchats erstellt. Als Datenbasis diente ihm dazu die Datenbank von Murdock. Diese Datenbank wurde in den Jahren 1900 - 1956 von männlichen Forschern (!), die männlichen Vertretern (!!) diverser Völker, ausgehend von patriarchaler Sichtweise (!!!) erstellt. Aus diesen Daten erstellte James DeMeo Landkarten. Die Theorie besagt, dass bei Wüstenbildung matriarchale Völker damit beginnen, patriarchale Strukturen einzuführen, bis das Patriarchat vollendet ist.

Weitere Informationen: Sein Buch Saharasia und http://www.saharasia.org

Laut dieser Theorie ging das Patriarchat vom Wüstengürtel (Sahara, Mittlerer Osten, Zentralasien) = Saharasia aus. Dort waren die stärksten Elemente von patriarchaler Ordnung, Autorität, Sex-Verneinung, Frauenunterwerfung, Gewalttätigkeiten und Kindesmissbraucht zu finden. Matriarchal war laut dieser Theorie America gewesen.

Unterdrückter Sexualtrieb hat Konsequenzen und führt zu Gewalt.

Die Beschneidungsproblematik bei Jungen wird vom Vortragenden eingehend erwähnt. Während bis vor kurzem noch ca. 80 % alle Jungs in den USA sinnlos beschnitten wurden, sind es jetzt ca. 50 %. Die Genitalverstümmelung an Mädchen wird verurteilt, aber nur am Rande erwähnt.
Als besondere Verstümmelung wird auch noch die Schädelverformung in Nordafrica erwähnt.

Excerpt - Patrist status of women:
Limits of freedom, inferior status, vaginal blood taboo, cannot choose own mate, cannot divorce at will, males control fertility, Female virginity taboo, genital-mutilations, hierarchial, military structure, violent, sadistic, male shamans, strict behavior codes, male/father oriented, compulsive lifelong monogamy.


Dr. Heide Göttner-Abendroth meint, dass die ethnologische Basis nicht seriös ist (wie anfangs hier erwähnt), auf der diese Landkarten basieren. Die Tuareg sind der beste Gegenbeweis. Ethnologen waren patriarchal in ihrer Denkweise und haben vieles falsch dargestellt.

Dr. Malika Grasshoff meint, dass diese patriarchale Entstehungsgeschichte nicht so einfach in Zahlen gefasst werden kann. Die Erforscher der Daten konnten gar nicht innerhalb der Kulturen forschen.

Prof. Dr. Peggy Reeves Sanday sagt, dass die Daten der Murdock-Datenbank falsch und verfälscht sind. Alle Daten wurden vor 1950 erhoben. Die Theorie von James DeMeo ist abzulehnen.

Monika Christann weist auf die verblüffende Struktur der Landkarte bezüglich der Aufteilung in "Gut" (America) und "Böse" (Naher Osten, Nordafrica) hin. Ausserdem wird Männer-Gewalt mit "Wüstenbildung und daraus erfolgter Patriarchatsbildung" erklärt und entschuldigt.

James DeMeo geht nach der Diskussion davon aus, dass er mit seiner Theorie ganz sicher recht hat, was durch die Kritik der Kongressteilnehmerinnen extra bewiesen wurde.
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BeitragGeschrieben: Son Jan 11, 2004 10:21 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hmm, jetzt habe ich dich aber wirklich demaskiert.

Warum schreibst du hier?

Wenn du wirklich matriarchal sein würdest, tätest du nicht von einer Entschuldung männlicher Gewalt sprechen.

Matriarchale Menschen kennen keine Schuld. Sie kennen nur Fehlhandlungen, die mit Geboten und Tabus eigentlich unterbunden werden sollen und mit Hilfe einer Art Schamanismus ( es gibt kaum bessere Worte dafür ) falls sie denn doch passieren wieder zu Gunsten aller ( des Lebens ) geregelt werden sollen.

Irgendwas beißt sich hier also in den Schwanz.
Warum leugnet man hier sehr logische und klare Schlußfolgerungen? Abgesehen von möglicher Eitelkeit DeMeos lese ich kein wirkliches Argument. Matriarchate gibts auch heute noch in Africa? Na und, wo ist das Problem?

Schließlich gab es überall auf der Welt einst Matriarchate, Reste können sich theoretisch überall gehalten haben, zumal die Herrschaft für sie nützliche Dinge okkupiert und / oder imitiert.

Es reicht ja ein einziges Volk der Herrschaft, die auf Grund der Versteppung zu Nomaden wurden und Gewalt als Lebensprinzip entdeckte.
Genauso wie ein einziges Beispiel matriarchaler lebender Kultur als Beispiel reicht das es so etwas wirklich gibt.
Die Beschreibung dieser Habiru als Söldner paßt demnach dazu wie die Faust aufs Auge, ebenso das sie plötzlich und überall auftauchten, kein einzelne ethnische Gruppe waren und das heute keiner mehr weiß wie dieses Wort der "Fremden" heute ausgesprochen wurde.
Denn die nannten sich selbst anders, sie waren die Sieger, die die Geschichte schrieben- die Geschichte der Gewalt.

Fakt scheint zu sein, dass die Habiru der erste Herrscher-Stamm war- es erklärt warum die Wiege heute herrschender Kultur in dieser Gegend liegt, warum zum Beispiel gerade dort die Versinnbildlichung der Herrschaft in Form von Pyramiden auftaucht, wo Herrschaft entstand.
Das gerade dort die Unterdrückung und sexuelle Verstümmelung am Größten ist, das dort der Mann das erste Mal die Schöpfungslüge entdeckte, das dort Geld erfunden wurde usw....

Für mich bleibt diese Theorie damit falsifiziert, so lange bis jemand etwas anderes anzubieten hat, was besser zu beweisen ist!
( Haha, 5000 Jahre herrschaft hat fast alle beweise vernichtet, es bleiben ja nur Indizien, diese sind aber stichhaltig- für ein Prozess würde es schon reichen! )
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BeitragGeschrieben: Mon Jan 12, 2004 6:39 am    Titel: Antworten mit Zitat

Schon im Namen selbst umgibt diese Bauwerke etwas Kontroverses und Geheimnisvolles. Man weiß, dass der Begriff Pyramide vom griechischen pyramis kommt, doch dessen Etymologie ist unsicher. Nach Meinung einiger Forscher soll das Wort von einem Gebäck aus Weizen and Honig stammen, dessen spitze Form an die konische oder pyramidale Form erinnert.
Söldner sollen sie für gewöhnlich den Göttern geopfert haben, damit diese sich für ihre gefallenen Kameraden einsetzten.
Andere Wissenschafter haben den Begriff in Beziehung gesetzt zum griechischen Wort pirama, das "Höhe"; oder " Erhebung bedeutet. Die Wurzel "rama" ist allerdings keine speziell griechische, sondern eine verschiedenen alten Sprachen des Mittleren Ostens (Hebräisch, Chaldäisch, Syrisch) gemeinsame.
Die ältesten Historiker, die vielleicht weniger auf eine genaue Etymologie bedacht als sensibel für den poetischen Reiz der Wirklichkeit waren, haben jedoch das Wort Pyramide mit dem griechischen pyr, Feuer, verbunden, da ihre Form, die sich nach oben hin verjüngt, an die Form von Flammen erinnert, die sich nach oben verjüngen, bis sie den Himmel berühren.
Die Tetraeder (= Pyramiden) sind die Form des Elementes Feuer.
Pyramide heißt wörtlich übersetzt:
Pyr A Mi Dai = "Feuer gib an mich"
Da die Pyramiden Einweihungsstätten waren ist mit Feuer ein geistiges Feuer gemeint.

Wieder andere glaubten, dass das Wort vom griechischen "gyros" komme, das " Getreide bedeutet. Sie bezogen sich auf eine Legende, nach der die Pyramiden die berühmten Getreidespeicher gewesen sein sollen, die der biblische Joseph in der Zeit des Überflusses aus Vorsorge für die Zeit des Mangels bauen ließ.
Diese Theorie entbehrt jedoch jeder Grundlage, schon allein deshalb, weil die Speicher innen hätten hohl sein müssen, um die Feldfrüchte aufzunehmen, während die Pyramiden tatsachlich aber massiv sind.

Und doch haben viele Autoren, vor allem im Mittelalter, es als sicher angesehen, dass ihre Bestimmung eben diese gewesen ist.

Nach einer weiteren Deutung ist die Wurzel des Wortes Pyramide ägyptisch: Pr-m-s (ausgesprochen per-em-us),
was bedeutet: "was ansteigt" oder "was gerade ansteigt"; dies konnte also sowohl die Höhe der Bauwerke als auch ihre mystische Funktion bezeichnen:
"was hilft aufzusteigen".

In diesem Sinne konnte man sowohl an die Seele des verstorbenen Pharaos denken and deren Reise in den Götterhimmel, als auch an den Geist der Eingeweihten, die die Pyramiden als Versammlungsort genutzt haben könnten.
Es wurde auch behauptet, dass das Wort Pyramide nichts anderes sei als die griechische Umschrift für den ägyptischen zusammengesetzten Begriff per m uisi, das als mathematischer Begriff die schrägen Kanten einer Pyramide bezeichnet.

Und schließlich haben Forscher das Wort vom hebräischen bur-a-mit abgeleitet, was "Höhle des Totes" oder "das Grab" bedeutet.

Diese Etymologie hebt die wesentliche Bestimmung der Pyramiden als Gräber der Pharaonen hervor and schiebt die Theorie beiseite, sie hatten als Kult- oder Einweihungsorten gedient.
Der Vollständigkeit halber muss man noch hinzufügen, dass die Ägypter die Pyramiden mit dem Begriff "mr" bezeichneten, der sowohl königliches Grab als auch eine quadratische Form mit dreieckigen Flächen bedeutet
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BeitragGeschrieben: Mon Jan 12, 2004 11:52 am    Titel: Antworten mit Zitat

Keiner weiß wie man Pyramiden nannte. So ein Zufall aber auch.
Die deutlichsten monumentalen Bauten und Versinnbildlichung der Herrschaft haben keinen Namen.


http://www.benben.de/Architektur/Exkurse/Pyramiden.html
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BeitragGeschrieben: Mit Jan 14, 2004 4:32 am    Titel: Re: James DeMeo's Theorie Antworten mit Zitat

Hallo Hannibal,
das interessiert mich genauer:

Hannibal hat folgendes geschrieben:

Nun, da muss ich widersprechen.
Ich habe mir James DeMeo angehört. Er sieht sich selbst als grosser Entdecker, dem ein wissenschaftlicher Durchbruch gelungen ist. Dafür erwartet er gefeiert zu werden. Wenn jemand gegen ihn spricht (z.B. Frau Prof. Dr. Peggy Reeves Sanday), dann fasst er das als Bestätigung auf, dass er recht hat.


Also, ich kenne den Menschen DeMeo nicht, aber *eigentlich* beruhen seine Erkenntnisse auf den Wilhelm Reichschen Forschungsergebnissen UND auch auf geologisch-ethnologischen Erkenntnissen. Ohne Reich wäre eine Schlussfolgerung allein aus seinen geologischen Daten - vorsichtig gesagt - nicht so offensichtlich gewesen.
Und für mich ist W. Reich überzeugend!


Zitat:
Ganz abgesehen davon hat er definitiv alle seine Daten aus einer veralteten Datenbank entnommen. Diese Datenbank haben patriarchale Männer, die in afrikanische Matriarchate eindrangen, nach diversen Gesprächen mit hiesigen Männern, erstellt. Wir alle können wohl schon ahnen, was das bedeutet ...


Das bedeutet wahrscheinlich, dass sie die Matriarchate als solche gar nicht erkannten. Sprich "unschuldig" blieben und nichts verfälschten, weil sie gar nicht kapierten, um was es ging/geht. Ich denke, patriarchale Forscher werden ziemlich überschätzt.
Malinowski hat prima Daten über die TrobrianderInnen gesammelt, aber hatte keine Ahnung, was er da eigentlich vor sich hatte. Ebenso Gauguin, der immer zweifelte, während er im "Paradies" lebte, dem Matriarchat auf den Marquesa-Inseln.

DeMeo hat sehr umfangreiches Datenmaterial verwendet, um seine Theorie zu unterlegen. Aber dass die heutigen Wüsten/Steppen vormalig fruchtbares Land waren ist doch auch ohne DeMeo bekannt. Er hat nur eins und eins (Reich's Forschungen und Wüstenbildung) zusammengezählt.
Ich meine, eine Datenbank von Ethnologen, die schön alles im patriarchal wissenschaftlichen Sinn vermessen haben, kann doch so patriarchal sein wie sie will. Sie nehmen Messgeräte und schreiben Zahlen in Tabellen...

Zitat:
Zudem gibt es auch heute noch real in Nordafrica min. 2 Matriarchate. Die Tuareg und die Kabylin.


So what? Die Kabylei liegt ja nicht in der Wüste und lebt wie seit ehedem autark von Subsistenz (Schafe, Gärten u.a.). Und die Tuareg haben es geschafft sich anzupassen, genau wie z.B. die San (Buschmänner) in der Kalahari. Fakt ist, dass es z.B. in der Sahara TAUSENDE von Höhlen gibt, mit Abertausenden von Fels- und Höhlenmalereien - Stichwort Tassili - und die Tiere aller Art zeigen. Und die wiederum sind keine Wüstentiere, sondern solche, die von fruchtbarem Land (Wasser, Grass) abhängen. Und überhaupt: wie kommen die vielen Malereien dahin? Na weil die Leute, die da daheim waren, sie damals gemalt haben - wie in Frankreich und Spanien und sonstwo. Es müssen VIELE in den heutigen Wüsten gelebt haben.

Zitat:
James DeMeo hat eine Theorie über den Ursprung des Patriarchats erstellt. Als Datenbasis diente ihm dazu die Datenbank von Murdock. Diese Datenbank wurde in den Jahren 1900 - 1956 von männlichen Forschern (!), die männlichen Vertretern (!!) diverser Völker, ausgehend von patriarchaler Sichtweise (!!!) erstellt. Aus diesen Daten erstellte James DeMeo Landkarten.


Aber Murdock hat doch einfach nur ausgezählt. Typisch patriarchal hat er QUANTITÄTEN geliefert, etwa wieviele Ethnien gibt es, die polyandrisch leben und welche Merkmale haben die sonst noch. Heute nennt man das Statistik - und je nachdem, was man weglässt oder hinzufügt, können die einen schrägen Eindruck hinterlassen. Aber Zahlen, wie etwa "jährlich werden 200 Kinder geboren und 40 Leute sterben" verfälschen ja erstmal nicht. Es kommt darauf an, was wer mit den Zahlen in welche Beziehung setzt. Rohe Zahlen, falls einer zählen kann, halte ich für harmlos.

Zitat:
Die Theorie besagt, dass bei Wüstenbildung matriarchale Völker damit beginnen, patriarchale Strukturen einzuführen, bis das Patriarchat vollendet ist.


Und hat da jemand Gegenargumente gebracht?? Ich meine ARGUMENTE.

Zitat:
Laut dieser Theorie ging das Patriarchat vom Wüstengürtel (Sahara, Mittlerer Osten, Zentralasien) = Saharasia aus. Dort waren die stärksten Elemente von patriarchaler Ordnung, Autorität, Sex-Verneinung, Frauenunterwerfung, Gewalttätigkeiten und Kindesmissbraucht zu finden. Matriarchal war laut dieser Theorie America gewesen.


Den letzten Satz versteh ich nicht. Er hat ja kaum das heutige Amerika gemeint Wink Aber dass Amerika - bevor die Europäer kamen matriarchal war, schreibt auch Göttner-Abendroth. Und wenn du dir die Lebensweise mancher der heutigen Indianer-Völker anschaust: matriarchale Strukturen.


Zitat:
Dr. Heide Göttner-Abendroth meint, dass die ethnologische Basis nicht seriös ist (wie anfangs hier erwähnt), auf der diese Landkarten basieren. Die Tuareg sind der beste Gegenbeweis.


Wieso sind die Tuareg ein GEGENbeweis??
Und wieso unterrichtet DeMeo an der Akademie HAGIA (Göttner-Abendroth's Akademie), wenn sie nicht mit ihm übereinstimmt? Geht es vielleicht nur um ein Detail? Oder lief da patriarchale Schei...?
Oder hast du, Hannibal, alles missverstanden? (Scherz am Rande kiss )

Zitat:
Dr. Malika Grasshoff meint, dass diese patriarchale Entstehungsgeschichte nicht so einfach in Zahlen gefasst werden kann. Die Erforscher der Daten konnten gar nicht innerhalb der Kulturen forschen.


Irgendwas ist hier verquer... Meine Güte, die Frau kommt doch selbst aus einer matriarchalen Gesellschaft.
Und es sind doch nicht die Zahlen DeMeos, die das Patriarchat erklären, sondern die Schlussfolgerungen aus den damaligen Ereignissen, die eben auch tabellarisch dargestellt werden können. (Das statistische Bundesamt macht das ständig, und daraus folgt: weil 95% Männer und 5% Frauen wegen Mordes einsitzen, neigen Frauen offenbar weniger dazu, andere kalt zu machen...)


Zitat:
Prof. Dr. Peggy Reeves Sanday sagt, dass die Daten der Murdock-Datenbank falsch und verfälscht sind. Alle Daten wurden vor 1950 erhoben. Die Theorie von James DeMeo ist abzulehnen.


Ok, aber warum? Wieso weiß sie, dass die Zahlen *falsch* sind? Und nur weil sie von Männern vor 1950 erhoben wurden? Bachofen hat seinen Krempel im 19. Jh. veröffentlicht. Ranke-Graves in der ersten Hälfte des 20. Jh. ... blabla... Kepler hat im 17 Jh. tolle Planeten entdeckt, die aber schon bei den alten ÄgypterInnen, den Maya und auch den AztekInnen bekannt waren...
Was waren das denn für Argumentationen bei dem Kongress? Gut, dass ich nicht da war - ich hätte mich echt aufgeregt Crying or Very sad

Zitat:
Monika Christann weist auf die verblüffende Struktur der Landkarte bezüglich der Aufteilung in "Gut" (America) und "Böse" (Naher Osten, Nordafrica) hin. Ausserdem wird Männer-Gewalt mit "Wüstenbildung und daraus erfolgter Patriarchatsbildung" erklärt und entschuldigt.


"Erklärt" ist akzeptabel und richtig, "entschuldigt" - ich weiß nicht... wenn's ums nackte Überleben geht, ob sich dann überhaupt jemand ein Urteil erlauben darf. Möglicherweise ist es zu entschuldigen?


Zitat:
James DeMeo geht nach der Diskussion davon aus, dass er mit seiner Theorie ganz sicher recht hat, was durch die Kritik der Kongressteilnehmerinnen extra bewiesen wurde.


Was? Hab ich das richtig verstanden: Er nimmt die Kritik als Beweis für die Richtigkeit seiner Theorie? Kann ich nicht nachvollziehen - ist wahrscheinlich zu patriarchal für mich Wink
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BeitragGeschrieben: Mit Jan 14, 2004 5:54 am    Titel: Mein Wortwechsel mit auryn dazu Antworten mit Zitat

------ SittingBuII schrieb: --------

erstmal alles Gute noch fürs neue jahr!

Du bist doch Historiker, oder?

Ich habe dir ja schon öfter neue Erkenntnisse meinerseits mitgeteilt, und um deine Bewertung gegeben, es ist mal wieder so weit.

Wie du ja sicher weißt mache ich Herrschaft als Ursache für fast alle Probleme verantwortlich. Es gibt heute noch herrschaftsfreie Gesellschaften, und es gab sie vor 5000 Jahren überall.
Diese Gesellschaften organisieren sich um die Mütter herum, sie sind wirklich nachzuweisen und eigentlich auch nur logische Umsetzung des damaligen Weltverständnisses.
Du kannst unter http://www.matriarchat.net/frontpage.php
fast alles dazu schnell nachlesen.
Nun zum neuen Punkt. Es gibt die These von DeMeo, nach der eine Versteppung in Zentralasien ( Saharasia-These ) zum Einsetzen der Vaterherrschaft führte.
Die Mutter Natur sorgte nicht mehr für ihre Kinder, und hatte so einen schweren Stand, die Menschen wanderten, und auf der Flucht vor Knappheit, Elend und Tod veränderte sich die Gesellschaft ( siehe Panzerungs-These, siehe Malinowskis und Reichs Trobriander )
Diese Menschen entdeckten Gewalt und Herrschaft als Lebensgrundlage, und sie waren die ersten die andere zwangen, weil sich die Interessen der Herrscher mit denen der Beherrschten nicht vereinbaren lassen.
Im Laufe der Wanderungen nach Westen trafen diese " Kriegerhorden männlicher Prägung" auf bestehende matriarchale Kulturen ( Nachweis siehe Gerda Weiler, Das Matriarchat im Alten Israel" )
und usurpierten alle Kulturen. Bisher fehlte mir der letzte Beweis wann und wo das passierte- und wie man diese Menschen nannte. Heute las ich das man sie Habiru nannte, Menschen, die keinem Volk angehören, sondern die einem sozialen Status hatten, der für Entwurzelung stehen könnte, die plötzlich überall so um 3000- 1300 v. Chr. auftauchten und deren Dienste man mieten konnte ( spricht für Söldner! ) Was weißt du darüber- ich finde es paßt alles!

------ Auryn schrieb: --------


... bin ich ja Politologe, also noch etwas schlimmeres als ein Historiker...

Hallo Dirk!
Erst mal vielen Dank für Deinen Hinweis.
Das ist recht interessant, aber auch wieder etwas verallgemeinernd, denn aus Deiner Kurzfassung könnte man schlußfolgern, daß sich jede Klimakatastrophe weltweit zwangsläufig zu einem gewalttätigen Patriarchat entwickeln mußte, da " männliche Herrschaftsformen" sich ja bis heute nicht nur in asiatischen oder europäischen Steppen durchgesetzt haben, sondern auch in der Südsee und in Amerika. Demnach hätte diese Entwicklung sehr viel früher stattfinden müssen als von Deinen Zitaten anzunehmen gewesen wäre.
(Waren " Hapiru" oder " Habiru" nicht auch die angreifenden " Seevölker" zwischen dem Alten und Mittleren Altägyptischen Reich?)
Bis zum nächsten Mal,
tschüß,
Auryn

______________________________________________________

Das muss es doch nicht zwangsläufig heißen. Es heißt doch nur das dort wo Mutter Erde augenscheinlich ihre Kinder im Stich ließ der Transformationsprozess in Richtung Männergesellschaft anfing. Später haben dann die subtilen Herrschaftsmittel zur Ausbreitung der Herrschaft geführt.
Und überall wo Patriarchate entstanden ist Wüste und Pyramide. Das heißt nicht das es nicht auch matriarchale Wüstenvölker gibt, die gibt es tatsächlich. Zum Beispiel die Anasazi.

Ein einziges Volk reicht doch als Beweis aus- genau wie andersrum ein Volk welches matriarchal lebt reicht zu beweisen das dies existiert- siehe Trobriander.

Grüße, Dirk
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BeitragGeschrieben: Mit Jan 14, 2004 4:05 pm    Titel: Re: James DeMeo's Theorie Antworten mit Zitat

Hallo Hannelore!


Ich muss dazusagen, dass es meine persönliche Meinung ist, De Meo abzulehnen. Andere werden diese Meinung teilen und wieder andere werden das Gegenteil tun. Einigen wird es auch egal sein.
Ich kann mich jedenfalls nur an einen selbstherrlichen Mann erinnern, der keine Gegenargumente zuliess bzw. sie sogar als Bestätigung seiner Theorie deutete, ohne auf sie einzugehen.
In seinem Vortrag fehlte mir die zusammenhängende Logik, die ich bei einer Prof. Dr. Peggy Reeves Sanday fand. Und ihre begründete Ablehnung von De Meo habe ich mir dann z.B. auch zu eigen gemacht, weil mir die Argumente schlüssig erschienen.

Ich will damit nicht sagen, alles was De Meo von sich gibt oder gab ist 'falsch'. Nein! Es sind durchaus auch für mich Details dabei gewesen, für die ich ihm dankbar bin, dass er sie herausgearbeitet hat. Über seine anderen Arbeiten, die er wohl zu machen scheint, kann ich auch nichts sagen, da ich mich mit ihm nicht weiter befasst habe. Ich bezog mich auf die Saharasia-Theorie.


Zitat:

Das bedeutet wahrscheinlich, dass sie die Matriarchate als solche gar nicht erkannten. Sprich "unschuldig" blieben und nichts verfälschten, weil sie gar nicht kapierten, um was es ging/geht. Ich denke, patriarchale Forscher werden ziemlich überschätzt.


Das wird sicher so sein. Es fehlen damit aber auch Aufzeichnungen. Nicht nur, weil die patriarchal-europäische Deutung dieser Daten eine Verfälschung darstellt, sondern auch weil diese männlichen Forscher nur mit Männern in Berührung kamen. Die Frauen aus dem Matriarchaten haben sich in der Regel gar nicht mit ihnen über Gebräuche und Lebensweisen unterhalten. Und wenn, dann sicher nur über Themen, die mit Männern besprochen werden konnten. Abgesehen davon bezweifle ich, dass die Europäer diese Frauen überhaupt ernst genommen hätten ...


Zitat:

Den letzten Satz versteh ich nicht. Er hat ja kaum das heutige Amerika gemeint Wink Aber dass Amerika - bevor die Europäer kamen matriarchal war, schreibt auch Göttner-Abendroth. Und wenn du dir die Lebensweise mancher der heutigen Indianer-Völker anschaust: matriarchale Strukturen.


De Meo hatte eine Folie mit einer Landkarte aufgelegt, wo die 'bösen' und die 'guten' Länder vor tausenden Jahren eingezeichnet waren. Zu den 'bösen' gehörte der gesamte Gürtel von Nordafrica, incl. Arabien. 'Gut' war hautpsächlich Nordamerica. Südamerica selbst war nur an den Küsten 'gut' und damit matriarchal. Bei allem Respekt war und ist mir das suspekt. Gefühlsmässig würde ich sogar sagen, dass gerade im arabischen Raum 'sehr viel' Matriarchat war und dass das Patriarchat auch von Ariern etc. ausging, die ja von Osten kamen.



Zitat:

Wieso sind die Tuareg ein GEGENbeweis??
Und wieso unterrichtet DeMeo an der Akademie HAGIA (Göttner-Abendroth's Akademie), wenn sie nicht mit ihm übereinstimmt? Geht es vielleicht nur um ein Detail? Oder lief da patriarchale Schei...?
Oder hast du, Hannibal, alles missverstanden? (Scherz am Rande kiss )


Na, hassen wir den De Meo ja wohl niemand deswegen. War eben eine eher kontroverse Diskussion, würde ich sagen. Er tut damit ja niemand wirklich weh. Und ich persönlich lehne ihn eben ab, wegen oben genannter "Vorgänge" gepaart mit seiner Ignoranz und noch einigen Dingen, die ich hier nicht öffentlich nennen mag. Das war eben eine spezielle Mischung und mein Gefühl. Je nachdem wie sich Männer verhalten und geben, habe ich dann eben einen bestimmten Eindruck. Wink



Zitat:

Und es sind doch nicht die Zahlen DeMeos, die das Patriarchat erklären, sondern die Schlussfolgerungen aus den damaligen Ereignissen, die eben auch tabellarisch dargestellt werden können.


Es geht ja auch nicht um die Zahlen, sondern um die Schlussfolgerung, oder?
Die Schlussfolgerung hat eben einiges Unbehagen ausgelöst bei der Konferenz, weil es eben mehrere Frauen konträr gesehen haben.



Zitat:

Ok, aber warum? Wieso weiß sie, dass die Zahlen *falsch* sind?


Weil - wie gesagt - diese Männer keinen Zugang zu den "richtigen" Daten der Frauen hatten.



Zitat:

Was waren das denn für Argumentationen bei dem Kongress? Gut, dass ich nicht da war - ich hätte mich echt aufgeregt Crying or Very sad


Schade, dass Du nicht dabei warst.
Es hätte Dir sicher gefallen (glaube ich). Razz Rolling Eyes



Liebe Grüsse
Hannibal
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BeitragGeschrieben: Mit Jan 14, 2004 6:12 pm    Titel: Antworten mit Zitat

DeMeo führt doch das Erbe von Willhelm Reich fort. Auch wenn einigen Frauen es nicht paßt, und sie ihrerseits wieder in Projektion und Schuld/Unschuldswahn gefangen sind, diese Forschungen sind eindeutig nicht patriarchal. Wilhelm Reich als patriarchal zu bezeichnen wäre ein Witz. Er hat doch anhand Malinowskis Arbeiten herausgestellt, das dieser matriarchale Gesellschaften beschrieb.
Hier geht es auch nicht um gut oder böse, sondern darum ob Wüstenbildung Patriarchate fördern kann. Und das ist anscheinend so. Schau mal in die Welt wo und wann Patriarchate auftauchten, vergleiche das mit den Pyramiden-Auftreten ( Sich-erhöhen-um oben zu sein- typisch patriarchal Hierarchie-Vorstellung ) und den Völkerwanderungen. ( Z.B. wanderten indigene Völker Nordamerikas von Nord nach Süd! In Asien von Ost nach West ) Dann dazu noch die Landverheißungsage der Habiru als Sölnervolk plötzlich überall auftretend, welches sich selbst anders nannte. Die Entstehung des Geldes.Und das Wüstenauftreten. Eigentlich ist es ganz logisch. Mutterkulturen, bei denen die Mutter Erde ihren Kindern keine Nahrung mehr bringt, können sich eben transformieren. Mutter Erde wird als strafend angesehen, ihr muß nun geopfert werden. Väter haben mehr und mehr Einfluß bekommen.


Ich glaube ich stehe im Wald.
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BeitragGeschrieben: Fre Jan 16, 2004 4:50 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sitting-Bull hat folgendes geschrieben:
Im Zusammenhang mit der zweiten aramäischen Wanderwelle scheint dieses Phänomen, dass Nomadengruppen in das Gebiet der einzelnen Hochkulturen eindrangen, im ganzen fruchtbaren Halbmond aufgetreten zu sein. Von den Kulturlandbewohnern wurden diese nichtsesshaften Gruppen als Menschen minderen Rechtes betrachtet. Man nannte sie "Habiru" oder dann auch mit dem Ausdruck der Bibel "Hebräer".

Und anscheinend kam es auch immer wieder vor, dass solche Gruppen zu Dienstleistungen herangezogen wurden.


Wer sind die Kulturlandbewohner? Welche Sozialstrukturen haben sie? matri oder patri oder halbundhalb?

Wer hat die Nichtsesshaften zu Dienstleistungen herangezogen?

Hast du Zeitangaben?

Grüße, H.
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BeitragGeschrieben: Fre Jan 16, 2004 9:01 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Logisch!

Die Kulturlandbewohner waren matriarchal.

Nun ein kurzer chronologischer Überblick über den alten Orient: Über lange Zeit ist Mesopotamien geradezu als Wiege der Menschheit bezeichnet worden. Sicher ist, daß dieses Land schon vor sehr langer Zeit von mehreren Sippen, Stämmen und Völkern - größtenteils Nomaden - besiedelt wurde. Um 10000 v. Chr. sind die ersten festen Siedlungen (Schanidar und Mlaffaat) nachzuweisen. Um 6750 v. Chr. ist durch Ausgrabung mehrerer Tonfiguren in Dscharmo die Verehrung einer Muttergottheit bezeugt. Und um 5000 v. Chr. entsteht in Eridu der erste Tempel, zu dem in den folgenden 500 Jahren noch mehrere hinzukommen - Vorläufer jener großen Zikkurrate, die für uns heute zu Kennzeichen einer hervorragenden Kultur im Zweistromiand geworden sind.

Ein wichtiges Datum für Mesopotamien bildet die Einwanderung des uns heute als Sumerer bekannten Volkes. Sie kamen wahrscheinlich auf dem Seeweg aus dem Osten (stammen von den indischen Dravida ab) und sammelten sich in Eridu, das damals noch am Persischen Golf, vielleicht sogar auf einer Insel, lag. Manchmal wird diese Einwanderung schon für das 6./5. Jahrtausend v. Chr. angesetzt, sie ging dann recht langsam und geradezu unauffällig vor sich, wofür auch der mit Sicherheit friedliche Charakter der Landnahme spricht.


Zitat:
Vergl. Göttner-Abendroth: Nichtkatastrophische Wanderungen, auch Indianer-Besiedlung Amerikas aus Ostasien kommend!


Öfter jedoch wird ihr Erscheinen erst um 3500 v. Chr. angenommen, wo sie dann ihre kurz danach aufleuchtende Hochkultur praktisch schon im Gepäck gehabt haben müssen. Auf jeden Fall ist ihr Einfluß auf Mesopotamien um 3000 v. Chr. unbestreitbar: Sie sind Kanalbauer, Sternkundige, Gesetzgeber, Religionsstifter, Architekten, Pflanzen- und Tierzüchter, Künstler (Siegel, Statuetten, Schmuck), Zauberer und Schriftkundige. Sie prägen die ersten Schulen, das erste Zweikammernparlament der Welt, die erste Steuersenkung, die erste Kosmogonie, die ersten Moralbegriffe und Sprichwörter und - vielleicht nicht die ersten, aber sehr schöne - Liebeslieder. Ihre Herrschaft in Mesopotamien währt - mit einer gut einhundertjährigen Unterbrechung zur Zeit Sargons von Akkad - genau 1000 Jahre und ihr Einfluß auf die dortige und damit auf die Kultur der Menschheit überhaupt kann eigentlich nicht überschätzt werden.

Das nächste Volk, das zu dieser Zeit von Mesopotamien Besitz ergreift und dieses Land letztendlich bis heute bewohnt, sind die Semiten. Diesem Stamm, dessen gemeinsamer Ursprung wahrscheinlich in Arabien liegt, entstammen neben den Babyloniern und Assyrern die Kanaanäer, Aramäer, Araber, Äthopier und die Hebräer mit den verwandten Edomitern, Moabitern und Ammonitern. Um 3000 v. Chr. begannen diese Nomadenvölker, sich im ganzen Orient seßhaft zu machen.


[Quote] Ein Name für all diese Gruppen: Habiru, Sandläufer.
Die aus der Wüste kamen. Die ihren Lebensraum verloren.[Quote]

Aus : http://www.drkuss.de/KUSS_denkt/Arbeiten/Genesis/Gen_1/gen_1.html



Apiru (in den Keilschrifttexten Habiru) ist die Bezeichnung einer minderen sozialen Klasse, die sich aus den verschiedensten ethnischen Elementen zusammensetzen kann. Es können Vagabunden, wilde Horden, Sklaven, fremde Söldner, aber wohl auch die Schasu so tituliert werden. Unter den Großen (ägyptisch: wr) könnte man kanaanäische Fürsten verstehen. Unabhängig von der Größenordnung der Zahlen, zeigt die Liste dennoch interessante Gewichtungen. Die Kanaanäer machen rund 66 %, die Schasu 27,5%, die Apiru 6,5 % aus. Man kann diese Zahlen sicherlich nicht einfach auf die Bevölkerung Palästinas des 15. Jh. v. Chr. übertragen. Aber es läßt sich doch feststellen, daß das nomadische Element ein gewichtiger Faktor gewesen sein muß. Die Apiru sind zwar noch gering, aber ihr Einfluß ist nicht zu unterschätzen, wie dann die Amarnazeit lehren wird.



Aus: http://mailbox.univie.ac.at/~jarosk8/Kanaan.html

Bemerkenswert: Stellten in Kanaan nur eine Minderheit, die aber großen Einfluß hatte. Nächster Hinweis darauf, das hier keine "Entrechteten" gemeint sein können- wie sollen diese Einfluß haben können, wenn, ja wenn sie nicht das gewaltsame Kriegervolk waren von dem wir immer sprechen.

Wichtig nun: Wie entgehe ich der Antisemitismus-falle?

Die Kultur unserer westlichen Welt gründet sich auf die Exilanten-theorie- dass es die Stämme Isra- El's waren, die in Ägypten in die Knechtschaft gingen und durch Moses befreit wurden.
Haben sich schon damals Täter- und Opferverhälntnisse umgekehrt, wie sich die geschichtlichen Sieger ja gerne auf ihre Fahnen schreiben?
Wenn man Opfer ist kann man kein Täter sein. Oder haben die Habiru wirklich selbst die Herrschaft in den vorderen Orient gebracht, und sind dann unterdrückt und geknechtet worden?

Wie werden matriarchale Menschen auf dieses Gruppe reagiert haben? Wenn man ihre Lebensphilosohie versteht, in dem das Leben der Mittelpunkt ihrer Existenz ist, wird man den Fremden anfänglich trotz der Kenntnisse über deren andere Weltvorstellung freundlich aufgenommen haben. In der Bibel gibt es im AT ja auch Hinweise drauf.
Ihre Art zu leben verträgt sich aber nicht mit der matriarchaler Menschen. Nehmen wir der Einfachheit halber mal an, wir projezieren das Geschehen in Nordamerika auf diese Zeit. Irgendwann werden sich die "Entrechteten" ihr "Recht" genommen haben. Schließlich waren sie das Volk der Vorsehung mit dem einzigen, lebendigen, abstraktesten,Schöpfungslügen-Gott und einer Landverheißung- vorstellung. ( Parallele: Das gelobte Land im Westen- in den USA! ) Sie nahmen sich wohl mehr als sie brauchten ( typische Folge linearen Denkens und patriarchaler Hierarchie und Existenz- Knappheitsangst ) und brachten vielleicht sogar die Wüste mit. Denn ihre Einstellung zum leben war keine spirituelle mehr, sondern eine Frage nackten Überlebens. Also hat man alles abgeholzt usw.
Die matriarchalen Völker haben sich gewehrt. Auch Indianer wandten Gewalt an, um gegen den weißen Mann zu kämpfen. Nur ausgerechnet in diesem Punkt waren die Habiru hoffnungslos überlegen. "Einst waren es weniger, doch sie werden immer mehr" sagte mal ein Indianer.
Wir sind keine Herrscher, sondern nur Nutzer. Was ist aber, wenn der eine mehr nutzt als er braucht und am Ende alles beherrscht?

Ich sehe keinen Weg wie man der Antisemitismus-Falle entkommen kann.
Wer ihn sieht bitte melden!
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BeitragGeschrieben: Sam Jan 17, 2004 3:26 pm    Titel: Antisemitismus - Falle Antworten mit Zitat

Wo ist das Problem ?
Es handelt sich doch um Menschen, die vor einigen Tausend Jahren gelebt haben, Angehörige eines oder mehrerer Völker.
Was ich unter Antisemitismus verstehe, ist die Diskriminierung oder Verfolgung von Menschen HEUTE.
Was hat die GESCHICHTE eines Volkes damit zu tun ?????????
Weil - dann müßte ich auch ein Problem damit haben, dass unsere ältesten Vorfahren Primaten mit einem Gehirnvolumen von 500 Kubikzentimeter waren.....
Liebe Grüße !
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BeitragGeschrieben: Sam Jan 17, 2004 8:52 pm    Titel: Dienstleistungen im Matriarchat? Antworten mit Zitat

@Sitting-Bull:

Du hast meine Frage nicht beantwortet.
Wer hat wen zu Dienstleistungen herangezogen? Matriarchale Völker ziehen niemanden zu Dienstleistungen heran. Entweder werden Außenstehende "adoptiert", also in die Gemeinschaft integriert, dann kann keine Rede von Dienstleistung sein, weil sie zur Familie gehören.

Und "Fremdarbeiter" kann es in matriarchalen Gemeinschaften auch nicht geben, weil alle Handlungen heilig und genauestens in Ritualen festgelegt sind, und zu einem autarken Netzwerk von sozialen Strukturen führen.

Zitat:
Wenn man Opfer ist kann man kein Täter sein.

Wie das? Wir sind doch alle Opfer UND TäterInnen.

Gerade TäterInnen waren (in der Kindheit) Opfer. Im Patriarchat MÜSSEN wir TäterInnen sein, sonst können wir nicht überleben. Das macht uns auch gleichzeitig zu Opfern, ganz abgesehen von unserer schädigenden Kindheit. Wir haben keine Wahl.

Im Matriarchat gibt es weder Opfer noch TäterInnen.

Klarstellung: Opfer ist ein Wesen, dem Schaden zugefügt wird. TäterIn ist ein Wesen, das anderen Schaden zufügt.
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BeitragGeschrieben: Mit Jan 21, 2004 7:23 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Sitting-Bull hat folgendes geschrieben:
Aber bitte, wenn das alles so selbstverständlich ist,


Es ist nicht im allgemeinen selbstverständlich, aber Frauen kennen die Fakten viel eher als Männer. Und insbesondere Feministinnen. Die lesen einschlägige Magazine mit Buchempfehlungen, gehen zu Frauenworkshops, wo ein Informationsaustausch stattfindet. Frauen schenken anderen Frauen sehr oft Bücher, die sie 'entdeckt' haben. Es gibt jede Menge Foren, Yahoo-Groups usw. NUR für Frauen. Dort werden ständig Lese- oder Filmtipps veröffentlicht, abgesehen von den direkten Informationen wie Textausschnitten.
Frauen lesen im Schnitt sowieso mehr, schauen sich mehr "ernsthafte" Filme an; davon profitieren auch andere. Selbst wenn du ein Vielleser bist, aber du bekommst von anderen Männern weniger Hinweise und Anregungen, weil - wie gesagt, Frauen sehr viel mehr lesen. Wann hast du von einem Mann das letzte Mal ein liebevoll verpacktes Buch geschenkt bekommen, einfach so, weil er dachte, das würde dich weiter bringen?

Es gibt ein WMS (White Male System) und ein WS (weibliches System). Frauen kennen beide, weil sie im WMS überleben müssen. Männer kennen keins von beiden, weil ihnen ihr eigenes System nicht bewusst sein kann ohne Vergleich. Zum WS haben sie keinen Zugang, weil die Privilegierten nicht gezwungen sind, das System der Unterprivilegierten kennenzulernen.
Außerdem haben sie Angst davor.

Ich kenne keinen Mann - auch nicht die, die ich als Seelengefährten, nahe Freunde etc. bezeichne -, der sich nicht vor einem "Ende des Patriarchats" fürchtet. Kein patriarchaler Mann kann gefühlsmäßig erfassen, welchen Platz er dann einnehmen würde und wie der aussähe. Also bevorzugen sie es, beim Alten vertrauten zu bleiben, auch wenn sie darunter leiden und erkennen, das es nichts taugt.


Zitat:
frage ich mich warum gerade die Frauen nicht von der Herrschaft ablassen können. Wenn das alles so klar ist, hätter der Frauenbewegung doch klar sein müssen, das Gleichberechtigung nicht Herrschaftsbeteiligung heißt.


Erstens musste sich eine bestimmte (kritische) Menge Frauen erst mal einen Spielraum erkämpfen, wo sie Zugang zu Bildung, Literatur, Wissen bekam. Das heißt, sie mussten "mitmachen".
Das war irgendwann theoretisch möglich. Aber praktisch wurden Mädchen immer noch von Bildung ausgeschlossen, weil es Kosten verursacht und heißt "du heiratest ja sowieso".

Als das in größerem Umfang überwunden war, musste eine bestimmte (kritische) Menge an Frauen sich finanziell unabhängig machen, um politisch aktiv sein zu können, und eine andere Menge musste in Positionen gelangen, wo Forschung betrieben wurde und durchsetzen, dass sie daran maßgeblich teilhatten. Das heißt wieder, sie mussten "mitmachen".

Als auch das von einigen wenigen endlich erreicht war, mussten diese Forscherinnen lernen aus dem patriarchalen Paradigma heruaszudenken (dem einzigen ihnen bekannten!) und kritische Literatur verfassen, die auch verlegt wurde. Das heißt wieder, sie mussten "mitmachen".

Als auch das geschafft war, musste eine bestimmte (kritische) Menge an LeserInnen diese Literatur lesen - trotz Job, Kindern, Haushalt und einem Ansprüche stellenden Ehemann.

Zweitens: Frauen sind erpressbar, weil sie Kinder haben und sich denen zuliebe eher anpassen.

Drittens: Frauen werden während ihrer Kindheit und Jugend auf effektive Weise gehirngewaschen, sich auf den Mann auszurichten. Sie richten sich nicht (wie Männer) auf die Welt aus!

Viertens: die Frauenbewegung gibt es nicht. Es gibt einzelne Frauen und Frauengruppen, die sich Rechte erkämpft haben, die für Männer selbstverständlich sind. Männer haben sogar Rechte, an denen viele Frauen gar nicht interessiert sind, andere aber schon. Da gibt es überhaupt nichts Einheitliches.
Deshalb ist es nicht möglich zu sagen, "der Frauenbewegung hätte doch klar sein müssen..." Manche Frauen sind organisiert, per Mitgliedschaft usw. Aber "die Frauenbewegung" ist keine Organisation oder Institution. Da gibt es keine Ansprechpartnerin.
Wenn es "die Frauenbewegung" heißt, dann ist das die männlich-patriarchale Sichtweise auf für Männer ziemlich undurchschaubare Vorgänge, wo das Väter-System in Frage gestellt wird und womit Mann alle Frauen über einen Kamm scheren kann. Will heißen: Auf ihren Platz verweisen. Dadurch bekommen etwa Politiker scheinbar dieses Phänomen in den Griff, indem sie es "Frauenfrage" nennen.

Alles klar? Wink
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BeitragGeschrieben: Son Jan 25, 2004 12:08 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Winston Churchill sagte mal: Nichts auf dieser Welt geschieht zufällig.

Wir wissen heutzutage über die Verbindungen Prescott Bush mit Hitler Bescheid, und Hitler war es, der das matriarchalste Symbol der Welt, welches überall und schon sehr lange existierte, zu seinem Symbol machte. Vordergründig wetterte er gegen Juden uns die angebliche Zinsknechtschaft, im Kern seinerr Politik wollte er sich aber selbst an die Spitze der Hierarchie setzen, sozusagen oben auf die Pyramide, und an den Systemen nichts ändern.

Zufall?

Heutzutage ist schon die Beschäftigung mit dem Hakenkreuz verpönt bis verboten. Das weltumspannende Matriarchat ( Im Zentrum das leben- die Mutter ) vertreten durch seine ursprüngliche Symbolik wird so undenkbar gemacht.
Und man gerät automatisch in faschistische Ecken.

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BeitragGeschrieben: Mon Jan 26, 2004 11:01 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Ist es aber nicht- in der Natur gibt es keine Herrschaft.

Bei Löwen scheint es durchaus Herrschaftsstrukturen zu geben. Sie dienen zumindest als Erklärung für den Fetizid und den Infantizid bei einer Rudelübernahme. Es gibt eine Fressordnung zu Gunsten der Männchen und selbige kämpfen gegen fremde Männchen, die Revier oder Rudel beanspruchen.

Zitat:
Aber historisch gesegen macht es Sinn das die Männer die Herrschaft entwickelten, weil Mutter Natur sie im Stich ließ.

Wie soll denn Mutter Natur gezielt Männer im Stich gelassen haben?
Mutter Naturs Mittel der Wahl soll ja eine Hungersnot aufgrund langanhaltender Dürre und Klimawechsel sein. Der Energieverbrauch bei Männern ist zwar im Schnitt höher als der bei Frauen, aber Nahrungsknappheit hat auf lange Sicht auf jeden menschlichen Körper verheerende Folgen.
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BeitragGeschrieben: Mon Jan 26, 2004 11:14 pm    Titel: Antworten mit Zitat

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enthält leider keine Hinweise darauf, dass es sich beim Swastika um ein matriarchales, oder gar das matriarchalischste Symbol der Welt handele.
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BeitragGeschrieben: Die Jan 27, 2004 5:47 am    Titel: Antworten mit Zitat

Das mit den Löwen sieht tatsächlich wie Herrschaft aus- es ist ja auch sehr bequem daher seine naturgegebenes Herrschaftsrecht abzuleiten. Ist es aber nicht- ich habe schon bei systemfehler.de etwas dazu geschrieben. Ich werde es raussuchen.

Zitat:
Wie soll denn Mutter Natur gezielt Männer im Stich gelassen haben?


Wie kommst denn schon wieder auf den Quatsch? Von gezielt war nie die Rede. Mutter Natur schien sich gegen alle dort lebenden Menschen gewandt zu haben. Da Frauen dieser auf Grund der Weitergabe des Lebens und der Blutmysterien näher standen, und weil Mutter Natur als weiblich gedeutet wurde, hatte alles weibliche einen erschwerten Stand.

Zitat:
enthält leider keine Hinweise darauf, dass es sich beim Swastika um ein matriarchales, oder gar das matriarchalischste Symbol der Welt handele.



Wenn man blind ist tatsächlich nicht. Vorkommen, Verbreitung und Bedeutung sprechen eine ganz deutliche Sprache. Hier mag ich mich irren, das kann ich nicht ausschließen. Es würde aber absolut passen.
Es kreist nämlich, und es steht doch schön erklärt mit der kreisenden Frau, und dem Kreissaal. Vielleicht konnten sich auch Patriarchen mit diesem Symbol abfinden, weil sie es für ihre Göttlichkeit ( als Sonnensymbol ) interpretierten. Der Ursprung ist älter als jedes Patriarchat, und die Verbreitung muß schon 10000. v. Chr. angefangen haben, sonst hätten die Indianer Nord- und Mittelaamerikas dieses Symbol nicht gekannt.
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BeitragGeschrieben: Mit Jan 28, 2004 12:49 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Man schaue sich auf der Swastika-Seite mal den Weg an, den dieser nach Amerika genommen hat! Hochinteressant.

nebenbei wollte ich schon immer mal alle Paläo-Seti-Anhänger erschlagen. Warum muß es denn so kompliziert sein? Weil man Herrschaft nur linear rechtfertigen kann?

Very Happy


Zitat:
Die Vergangenheit der Menschheit scheint viele Geheimnisse zu bergen.
Zum Beispiel:

Wie schafften es die Ägypter, ihre gewaltigen Pyramiden zu errichten?
Wozu wurden sie gebaut? Waren es wirklich nur Gräber?
Warum gibt es überall auf der Welt Pyramiden?
Wie konnten primitive Steinzeitvölker Strukturen wie Stonehenge bauen?
Wozu dienten die geheimnisvollen Tempel und Steinkreise?
Was stellen viele seltsame Bilder alter Völker dar, die modernen Gerätschaften ähnlich sehen?

Ist Geschichte langweilig?
Zu meiner Schulzeit dachte ich so. Das lag auch an unserem Schulunterricht: in einer Doppelstunde ging es vom Auftauchen der ersten Menschen bis zum Ende der Steinzeit, Ägypten und Mesopotamien folgte in einer weiteren Doppelstunde, anschließend wurde einige Wochen lang Griechenland und Rom behandelt. Wobei es hauptsächlich darum ging, fein säuberlich die Daten von Kriegen und Schlachten auswendig zu lernen.

Die oben angesprochenen Fragen wurden nicht behandelt, obwohl sie in den letzen 100 Jahren von vielen Forschern und Autoren aufgeworfen wurden. Bei manchem Lehrer gilt es auch heute noch als Störung, danach Fragen zu stellen. Ich wurde damals jedenfalls aus der Geschichtsstunde geworfen als ich penetrant nach dem Grund für den Pyramidenbau in Ägypten fragte und mich mit der Schulbuchantwort nicht zufrieden gab.
Möglicherweise dient solche Empörung ja auch nur dazu, die Unkenntnis der Lehrer zu überspielen. Denn leider sind unsere Schulbücher, aus denen die Lehrkräfte ihr Wissen beziehen, streckenweise völlig veraltet und enthalten "Wissen" welches schon seit langer Zeit überholt ist. So findet man selbst in Schulbüchern mit Jahr 2000-Auflage die seit 100 Jahren widerlegte Geschichte, daß an der großen Pyramide in Ägypten Hunderttausende von Sklaven geschuftet hätten.

Einige Forscher bieten als Antwort auf diese Fragen verblüffend einfache Lösungen: Götter - in der Form von Gesandten antiker Hochkulturen oder außerirdischer Besucher - sind für viele Taten verantwortlich, die mit antiker Technik kaum erklärbar sind. Denn die Geschichte, wie sie in Schulbüchern gelehrt wird, ist falsch!

Aber sind diese Antworten auch sinnvoll? Erklären sie wirklich alles besser als die Schulbuchwissenschaft? Diesen Fragen gehe ich auf diesen Seiten nach.

Tat man die Vertreter dieser revolutionären Ansichten anfangs noch als vereinzelte "Spinner" ab, hat sich inzwischen eine weltweite, stetig wachsende Anhängergemeinde gebildet. Kein Wunder, bei dem offenkundigen Defizit in gelehrter Geschichte. Interessanterweise existieren zwei eigentlich gegensätzliche Ansichten in friedlicher Koexistenz nebeineinender:



Paleo-SETI (PS) ist eine Hypothese die davon ausgeht, daß die Erde in der Vergangenheit Besuch von Außerirdischen erhalten hat (SETI = Search for Extra Terrestrial Inteligence = Suche nach außerirdischen intelligenzien). Diese leisteten Hilfe bei Planung und Ausführung monumentaler Bauten, und sie und ihre Gerätschaften wurden von Einheimischen abgebildet. Da diese die Technik allerdings nicht verstanden, bildeten sie die Objekte ihrem Verständnis nach ab. Stichwort: Cargo-Kult. Der herausragenste Vertreter dieser Richtung ist mit Sicherheit Erich von Däniken.


Lost Civilisation (LC) ist die zweite große Hypothese. Ihre Vertreter halten die Monumentalbauten für Überbleibsel einer ehemaligen technischen Hochkultur auf diesem Planeten. Spätere Einwohner hätten diese Bauten lediglich okkupiert. Und unverständliche technische Geräte, die man noch in oder an diesen Bauten fand in Bildern und Beschreibungen festgehalten. Der bekannteste Vertreter heutzutage ist sicherlich Garaham Hancock.


Der Übergang zwischen beiden Gruppen ist fließend, und so gibt es ein munteres Mischmasch zwischen okkupierten Pyramiden und bauhelfenden Aliens - ein eigentlich unhaltbarer Zustand.



http://www.fdoernenburg.de/nun/nun_start.php


Solch Lost Civilisation hats nie gegeben. Und mit einem Ur-Matriarchat oder Paradiza hats bestimmt auch nix zu tun...
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BeitragGeschrieben: Don Feb 12, 2004 3:13 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Da Frauen dieser auf Grund der Weitergabe des Lebens und der Blutmysterien näher standen, und weil Mutter Natur als weiblich gedeutet wurde, hatte alles weibliche einen erschwerten Stand.

Ich sehe nicht, wie matriarchale Männer auf einmal die Gewalt entdeckt haben sollen, oder die Herrschaft. Auch wenn sich die Frauen damals mit fremden Federn schmückten und schmücken ließen, indem sie für sich eine engere Verbindung zur Natur und damit zur Nahrungsgrundlage beanspruchten, kann doch kein matriarchaler friedlich denkender Mann sie dafür verantwortlich gemacht haben. Eine solche Anklage für mangelnde Zufriedenstellung der Muttergöttin und ein Racheakt für das erlittene Leid kommen für matriarchal denkende Menschen(Mann oder Frau) wohl kaum in Frage. Wie soll in einem Matriarchat denn bitte die Herrschaft entstanden sein? Die Weltanschauung und der Respekt vor anderen Menschen müssten dies doch von vorneherein ausschließen.

zum Swastika:
Zitat:
Es kreist nämlich, und es steht doch schön erklärt mit der kreisenden Frau, und dem Kreissaal. Vielleicht konnten sich auch Patriarchen mit diesem Symbol abfinden, weil sie es für ihre Göttlichkeit ( als Sonnensymbol ) interpretierten. Der Ursprung ist älter als jedes Patriarchat, und die Verbreitung muß schon 10000. v. Chr. angefangen haben, sonst hätten die Indianer Nord- und Mittelaamerikas dieses Symbol nicht gekannt.

Vielleicht solltest Du mal ein Etymologiewörterbuch zu Rate ziehen...
kreißen kommt von kreischen, so steht es zumindest im Duden. Die spezielle Bedeutung als das Schreien einer gebärenden Frau geht ins 17. Jh. zurück, also ins tiefste Patriarchat;-)
Wie alt sind denn Matriarchate? Und wieso müssen Sonnenkulte von vorneherein patriarchal gewesen sein?
Wenn Du auch so verbittert gegen lineare Betrachtungsweisen wetterst, propagierst Du doch eine Sichtweise, die die WEltgeschichte auf einen Zeitstrahl bannt, auf dem es nur das Matriachat, dann einen Bruch und schießlich das Patriarchat gibt. Es ist doch reichlich naiv folgendes zu glauben: "Am Anfang war das Matriarchat, dann kam die Wüste und mit ihr das Patriarchat."
Zitat:
Das mit den Löwen sieht tatsächlich wie Herrschaft aus- es ist ja auch sehr bequem daher seine naturgegebenes Herrschaftsrecht abzuleiten. Ist es aber nicht- ich habe schon bei systemfehler.de etwas dazu geschrieben. Ich werde es raussuchen.

Ja such mal, das würde mich interessieren. Mir ging es allerdings nicht um Rechtfertigung irgendeiner Herrschaft als naturgegeben. Nur weil es auch in der Natur Herrschaft gibt, heißt das noch lange nicht, dass es sie geben muss. Herrschaft ist meiner Meinung nach nicht notwendig, zumindest nicht für uns Menschen.
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BeitragGeschrieben: Son Mar 07, 2004 7:33 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Habe mir die Diskussionsbeiträge aufmerksam durchgelesen.
Lege mal kurz meine Eindrücke etwas wahllos vor.:

Es drängt sich in der Diskussion teilweise der Eindruck auf, als würde die gesamte Evolution der Menschheit sich lediglich im Raum des Nahen Ostens abgespielt haben. Prähistorische Funde aus Afrika, Asien und Europa lassen solche Kurzschlüsse aber nicht zu. Man denke auch an die Wanderung der indigenen Tribes von Sibirien nach Alaska vor ca. 130.000 (?) Jahren.

Die Amerikanischen Hochkulturen lassen nicht den Schluss zu, dass sie je mit dem Mittelmeerraum kulturellen Austausch hatten. Es waren trotzdem teilweise sehr rabiate Sitten in diesen im Schwange, wie Kriege, Menschenopfer und das in sehr hochentwickelten Agrarstrukturen.

Stadtgründungen gab es auch um ca. 5000 v. Chr. im heutigen Pakistan.

Wenn wir uns schon um die Wurzeln so intensiv kümmern (...kommt wohl von Kummer) lässt ja auch ein Blick über den Zaun zu den anderen Primaten hin, erkennen, dass da wohl auch nicht alles so à la FriedeBackeEierkuchen abgeht. Im Insektenreich geht die Gottesanbeterin geht ja im übrigen verdammt rüde mit ihrem Gatten um.

Herrschaftsfreien Raum halte ich für einen Wunschtraum, der an der Realität vorbeigeht-in dem Wort Matriarchat steckt sinnigerweise auch in der zweiten Worthälfte das Verneinte drin. Das Tao te King halte ich für eine Möglichkeit der Herrschaftsausübung, etwa nach dem Prinzip der schwachen Linie.

Das zyklische (!) Verhalten in den Grundströmungen der Ethnien wird wohl eher auch die Dominanz der jeweiligen Herrschaftsformen bestimmen...und bestimmt haben.

Zum Wanderungsverhalten der semitischen Wüstenvölker hat T.E. Lawrence in "Die sieben Säulen der Weisheit" bemerkenswertes geschrieben, mit einfachen Sätzen hat er auch den Übergang von Nomaden zu Agrarieren und Städtern dargelegt.

Vor Mohammed gab es im Jemen eine ausgeprägt matriarchale Struktur.
Man denke an die Königin von Saba.
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BeitragGeschrieben: Mon Mar 08, 2004 7:05 am    Titel: Antworten mit Zitat

[Quote] Die Amerikanischen Hochkulturen lassen nicht den Schluss zu, dass sie je mit dem Mittelmeerraum kulturellen Austausch hatten. Es waren trotzdem teilweise sehr rabiate Sitten in diesen im Schwange, wie Kriege, Menschenopfer und das in sehr hochentwickelten Agrarstrukturen. [Quote]


Ich bin zufällig einigermaßen firm auf diesem Gebiet. Interessant ist es schon, dass z.B. Pyramiden erst in Mittelamerika auftauchen, nach einer Wanderung durch trockene Gebiete.


[Quote]Es drängt sich in der Diskussion teilweise der Eindruck auf, als würde die gesamte Evolution der Menschheit sich lediglich im Raum des Nahen Ostens abgespielt haben.
[Quote]

Nein- aber dort liegt die Wiege unserer Kultur, namentlich in Sumer.


Zitat:
Herrschaftsfreien Raum halte ich für einen Wunschtraum, der an der Realität vorbeigeht-in dem Wort Matriarchat steckt sinnigerweise auch in der zweiten Worthälfte das Verneinte drin.


Kannst du dir vorstellen, dass Sprache Herrschaftsmittel ist? Siehe Heide Göttner-Abendroth. Es ist wohl kaum ein Zufall, dass arche auch am Anfang bedeutet. Matriarchat bedeutet also: Am Anfang die Frauen.
Aber es ist doch wunderbar wenn es auch gleichzeitig heißt: Schon immer Herrschaft...

Zitat:
Im Insektenreich geht die Gottesanbeterin geht ja im übrigen verdammt rüde mit ihrem Gatten um.



Yo. Gewalt gibt es überall, vor allem bei Stress. Aber Herrschaft? Nene, da musst du schon mehr bringen als nur deine Äußerung, dass es sich um eine Wunschvorstellung handelt. Zumal es noch lebende Kulturen gibt, die dich widerlegen.


@ BrianBoru: Xenophobie ist ein Stressfaktor, scheint auch für Löwen zu gelten...
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BeitragGeschrieben: Die Mar 09, 2004 4:26 pm    Titel: Antworten mit Zitat

gardener hat folgendes geschrieben:

Es drängt sich in der Diskussion teilweise der Eindruck auf, als würde die gesamte Evolution der Menschheit sich lediglich im Raum des Nahen Ostens abgespielt haben.


Das liegt z.T. daran, dass manche PosterInnen etwas behaupten, obwohl sie nichts darüber wissen, nie etwas dazu gelesen haben und schon gar nicht verschiedene Meinungen dazu kennen.
Aber auch daran, dass umfassende archäologische, ethnologische oder anthropologische Studien von der matriarchalen Ur-Kultur nicht vorliegen.
Manchmal weiß man von alten Matriarchaten etwas, anderes kennen wir aus der Erforschung heutiger Völker.
Von einem Volk sind z.B. die Rituale bei bestimmten Festen bekannt, aber nicht, wie sie in Beziehungen miteinander umgehen, von anderen kennen wir Mythen und Legenden, von wieder anderen jede Menge über Schamanismus, aber nicht, wie sie Häuser und Städte bauen oder ihre Kleidung herstellen.
Und nicht immer steht "Matriarchat" drauf, wo "Matriarchat" drin ist, und umgekehrt. Crying or Very sad

Man muss sehr viel gelesen haben, um sich überhaupt in eine andere Kultur eindenken zu können, die man selbst nicht erfahren hat und nie erfahren wird, selbst wenn man hinreist. Ich meine mit Kultur ein prinzipiell anderes System des Seins.

Zitat:
Die Amerikanischen Hochkulturen lassen nicht den Schluss zu, dass sie je mit dem Mittelmeerraum kulturellen Austausch hatten.


Die süd- und nordamerikanischen Indianer-Völker besiedelten vor allem diese beiden Kontinente von Süden her. Die ältesten Spuren sind an der südamerikanischen Westküste zu finden. Nach dort kamen die Menschen über's Meer von Vorderasien und Indien und China nach Australien, Neuseeland, den ganzen pazifischen Raum bis eben nach Südamerika.
Darin besteht eine Verbindung.

Zitat:
Es waren trotzdem teilweise sehr rabiate Sitten in diesen im Schwange, wie Kriege, Menschenopfer und das in sehr hochentwickelten Agrarstrukturen.


Argrarwirtschaft allein macht noch keine friedliche, matriarchale Gesellschaft aus. Wir leben heute alle immer noch auf der Basis des Ackerbaus, weil wir was essen müssen, obwohl wir nicht mehr alle mitanfassen. Menschenofer sind patriarchal und werden bis heute noch gebracht: im Krieg.

Zitat:
Wenn wir uns schon um die Wurzeln so intensiv kümmern (...kommt wohl von Kummer)

wenn alles in Ordnung wäre, hätten wir diesen Kummer nicht und könnten uns an der Gegenwart freuen Cool

Zitat:
lässt ja auch ein Blick über den Zaun zu den anderen Primaten hin, erkennen, dass da wohl auch nicht alles so à la FriedeBackeEierkuchen abgeht. Im Insektenreich geht die Gottesanbeterin geht ja im übrigen verdammt rüde mit ihrem Gatten um.


Na ja, ich würde die Insekten nicht gerade zu den Primaten zählen... Wink
Aber der große Unterschied ist der:
Alle Lebewesen, Primaten, Säugetiere und sonstigen auch, stehen in ihrem Verhalten mit der Natur im Einklang. Außer dem Menschen.
Eine Heuschrecke mit einer menschlichen Schreckschraube zu vergleichen, zeigt nur, dass nicht verstanden wurde, was wir "Natur" nennen. Eine Löwin tut nichts Verwerfliches, wenn sie eine Antilope reißt, oder ein Storch, der einen Frosch verschluckt.
Dahinter steht immer das Weltverständnis, des Zyklischen, kreisförmigen Ablaufs, in den wir alle eingebunden sind, aber negieren: Es entsteht etwas Neues, indem etwas Altes verschwindet.
Es ist der Jahreskreislauf mit Wachsen, Werden, Vergehen, Ruhen, um dann im Frühjahr auf den kompostierten Blumen des Vorjahrs neu auszutreiben. Das Alte ernährt das Neue. Die Mutter nährt das Kind. Und dieses wiederum ihres. (Darin besteht die Analogie zwischen Erde und Mutter, deshalb "Muttergesellschaft". Das ist aber nur EIN Symbol dieser Gesellschaften.)

Raubtiere können nur leben, indem sie andere Tiere töten. Sie jagen, so wie die Jäger der Ur-Kultur jagten und jagen, um die Familie zu ernähren.
Patriarchale Menschen morden, wenn sie töten. Sie tun es nicht, weil es nicht anders geht, sondern weil sie mehr haben wollen, als sie brauchen. Sich mit Gewalt mehr zu beschaffen, als man braucht geht immer auf Kosten anderer und ist daher verwerflich, weil es nicht im Einklang mit den Naturgesetzen ist.

Wenn wir einer Gottesanbeterin patriarchale Gesinnung unterstellen, dann läuft da doch was quer?


Zitat:
Herrschaftsfreien Raum halte ich für einen Wunschtraum, der an der Realität vorbeigeht


Hier besteht definitiv eine Wissenslücke. Wir müssen uns gar nicht um die alten matriarchalen Gesellschaften kümmern (das macht nur Sinn, wenn wir daraus lernen wollen, wie der Umbruch zum Patriarchat entstand, um eine friedliche Zukunft zu gestalten), aber die heutigen Matriarchate zu negieren ist blanke Unwissenheit.
Es gibt seit den 80er Jahren genug Literatur von Angehörigen solcher Völker, die ihre Lebensweise selbst beschreiben.


Zitat:
Vor Mohammed gab es im Jemen eine ausgeprägt matriarchale Struktur.


Bestreitet das jemand?

Zitat:
Man denke an die Königin von Saba.


Ja und an Salomon, der in patriarchaler Weise, wie das um diese Zeit bereits üblich war, der Hohepriesterin (vom Patriarchat Königin genannt, weil sie es nicht besser wissen) den Tempel weg nahm, um selbst im Zentrum der Wirtschaft zustehen und zu bestimmen, wer was zu essen bekommt und wieviel.

Apropos Mohammed: Er konnte nur durch seine Schwester auf seinen Posten kommen (matrilineare Linie) und "sein Gott" war die alte Mondgöttin Al-Lat, die BabylonierInnen nannten sie Allatu.

Jetzt möchte ich gerne mal eine solche Anekdote über einen Mann aus einer matriarchalen Gesellschaft hören, z.B. von den Indianern, da gibt es ja genug Literatur.

sitting-bull hat folgendes geschrieben:
Gewalt gibt es überall, vor allem bei Stress.

Also das ist doch der Hammer - nicht die Behauptung, das sagen viele Deppen, sondern dass sie von dir kommt!

Du kennst doch DeMeos Artikel "Wie Gewalt entsteht" auf der matriarchat.net-Seite, oder etwa nicht?

Ganz schön gehirngewaschen... Rolling Eyes

Nochmal zum Mitschreiben: Gewalt (in unserem Sprachsinn) gibt es im Matriarchat NICHT.

Im Patriarchat hingegen beruht alles auf Gewalt. Zahle mal keine Steuern, selbst wenn du unterschreibst, dass du weder einen Kindergarten, noch einen öffentlichen Bus, noch staatliche Rente oder sonstwas beanspruchen willst. Du musst trozdem zahlen oder du kommst mit Gewalt und Zwang in Berührung.
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BeitragGeschrieben: Mon Apr 12, 2004 1:05 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Die süd- und nordamerikanischen Indianer-Völker besiedelten vor allem diese beiden Kontinente von Süden her. Die ältesten Spuren sind an der südamerikanischen Westküste zu finden. Nach dort kamen die Menschen über's Meer von Vorderasien und Indien und China nach Australien, Neuseeland, den ganzen pazifischen Raum bis eben nach Südamerika.
Darin besteht eine Verbindung.



Das deckt sich nicht mit all meinen Quellen. Nach meiner Info wurde der amerikanische Kontinent von Norden aus besiedelt, dabei kamen die ersten Einwanderer über die Beringstraße. Das Aussehen der Menschen spricht doch auch dafür. Kann sein, das einzelne Besiedlungen auch durch Polynesier o.ä. stattgefunden haben, ansonsten müssten wir mal unsere Quellen tauschen!
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BeitragGeschrieben: Mit Apr 14, 2004 11:55 pm    Titel: Nordamerikanische Indianer Antworten mit Zitat

Es kamen wohl einige Indianer von Norden. Aber die sog. Arawak-Völker kamen von Süden und besiedelten von dort beide amerik. Kontinente. Das wurde u.a. an den sprachlichen Übereinstimmungen der heutigen Völker festgestellt, soweit ich es erinnere.

Guck mal bei H. Göttner-Abendroth in "Das Matriarchat II,2" über Stammesgesellschaften in Amerika

Was sind deine Quellen?

Grüße,
Hannelore

ps bin z.Zt. etwas knapp an Energie, sonst würde ich es raussuchen und ins Netz stellen Crying or Very sad
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