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Grammatikalisches Geschlecht <-> Semantisches Geschlec

 
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Eolthedarkelf
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BeitragGeschrieben: Mon Dez 01, 2003 3:03 am    Titel: Grammatikalisches Geschlecht <-> Semantisches Geschlec Antworten mit Zitat

Eine Frage die mir bis jetzt noch niemand zufriedenstellend beantworten konnte ist folgende:
Warum wird eigentlich immer davon ausgegangen, das grammatikalische Geschlecht in der deutschen Sprache müsste zwangsläufig mit dem semantischen (also dem "gemeinten" Geschlecht, dem biologischen Geschlecht des Bezeichneten) übereinstimmen?

Das ist zwar in vielen Fällen so. Wenn man etwas genauer hinschaut finden sich aber einige Beispiele, in denen das grammatikalische Geschlecht vom Geschlecht des Bezeichneten abweicht.
Das klassische Beispiel: Das Huhn. Obwohl das Huhn (im Gegensatz zum eindeutig männlichen "der Hahn") eindeutig weiblich ist (biologisch), ist sein grammatikalisches Geschlecht sächlich.
Das "die Tür" genausowenig weiblich ist wie "der Stuhl" männlich versteht sich von selbst.
Ich würde also schlussfolgern: Das grammatikalische Geschlecht eines Wortes muss nicht zwangsläufig mit dem biologischen Geschlecht des bezeichneten Objektes übereinstimmen.

Vor diesem Hintergrund wiederum erscheint mir das Beharren auf der Verwendung von Wortungeheuern wie "SchülerInnen" "StudentInnen" oder "KomponistInnen" (wie spricht man soetwas eigentlich aus?) jeglicher Grundlage zu entbehren.

Nur weil der Plural (für die Bezeichnung einer Gruppe nicht näher bestimmten Geschlechtes) genauso gebildet wird wie der Plural für eine Gruppe ausschliesslich männlichen Geschlechtes, bedeutet das doch nicht, das "die Schule besuchende Mädchen" ausgeschlossen sind, wenn der Direktor seine Ansprache mit "Liebe Schüler" beginnt.

Eigentlich hätten hier eher die Männer Grund sich zu beschweren: Schliesslich ist aus dem Plural "die Schüler" nicht eindeutig zu entnehmen ob es sich um eine rein männliche oder gemischtgeschlechtliche Gruppe handelt, während rein weibliche Gruppen ihre "eigene" Form haben. (Schülerinnen, diesmal mit kleinem i)

Der kurze Sinn der langen Rede: Im deutschen gibt es zwar drei (grammatikalische) Singular-Geschlechter (männlich, sächlich, weiblich) aber nur 2 Pluralgeschlechter. (männlich, weiblich)

Ergo bleiben uns für die Bezeichnung Geschlechtsneutraler Gruppen nur 3 Möglichkeiten:
[*] Wir verwenden den "männlichen" Plural für neutrale Gruppen, und akzeptieren, das die bezeichnete Gruppe neutral bzw. gemischtgeschlechtlich sein kann. -> der jetzige Zustand.
[*] Wir verwenden den "weiblichen" Plural für neutrale Gruppen, und akzeptieren, das die bezeichnete Gruppe neutral bzw. gemischtgeschlechtlich sein kann. -> Ergebnis wäre lediglich eine Verschiebung des von einigen empfundenen "Ungleichgewichtes" von der Einen auf die andere Seite. damit ist nichts gewonnen.
[*] Wir erschaffen eine neue Form, einen sächlichen Plural. -> Darüber grüble ich schon einige Zeit, aber mir will nicht gescheites einfallen. (Binnen - Is kommen für mich nicht infrage, da ich diese nicht aussprechen kann. Wenn ich lese was dasteht entsteht wiederum eine rein weibliche Form)

Wenn wir einmal am reformieren sind machen wir gleich Nägel mit Köpfen und "Gender-Mainstreamen" auch noch alle Singular-Formen. Alles, was kein Geschlecht hat heisst in zukunft "das", alles mit eindeutig bestimmten Geschlecht je nachdem "die" oder "der". Klingt unrealistisch?

Womit wir bei der Endausage wären. Sprache ist nicht logisch. Sie ist nicht politisch korrekt, sie ist nicht neutral, sie ist nicht gegendermainstreamt. (ich liebe dieses Wort Mr. Green ) Jeder Versuch sie dahin zu bewegen muss scheitern, denn natürliche Sprache ist immer und zwangsläufig mit Emotionen, Assoziationen, hintergründigen Bedeutungen beladen. Welche das für mich sind bestimme ich allerdings ganz allein. Und hier ist meiner Meinung nach der bessere Ansatzpunkt.

Wenn wir an der wirklichen, gesellschaftlichen Diskriminierung der Geschlechter etwas ändern, können wir uns solche Debatten um rein virtuelle Probleme sparen. Wenn in der gesellschaftlichen Realität ersteinmal keine Frau mehr aufgrund ihres Geschlechtes benachteiligt (oder bevorzugt) wird, hat sie auch keinene Grund mehr, sich durch die Anrede "Liebe Schüler" nicht angesprochen zu fühlen. Wäre das nicht der bessere Ansatzpunkt?
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Hannelore
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BeitragGeschrieben: Die Dez 02, 2003 11:54 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Eolthedarkelf hat folgendes geschrieben:
Warum wird eigentlich immer davon ausgegangen, das grammatikalische Geschlecht in der deutschen Sprache müsste zwangsläufig mit dem semantischen (also dem "gemeinten" Geschlecht, dem biologischen Geschlecht des Bezeichneten) übereinstimmen?


Bitte verifizieren:
- "immer"
- wer/welche geht davon aus?
- in welchem Zusammenhang?

Kleine Korrektur: geschlechtsneutrale Sprache bezieht sich immer auf Personen.
Weder auf Hühner noch auf Türen...
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Eolthedarkelf
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BeitragGeschrieben: Mit Dez 03, 2003 1:19 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hannelore hat folgendes geschrieben:
(Zitat:Eolthedarkelf)
Warum wird eigentlich immer davon ausgegangen, das grammatikalische Geschlecht in der deutschen Sprache müsste zwangsläufig mit dem semantischen (also dem "gemeinten" Geschlecht, dem biologischen Geschlecht des Bezeichneten) übereinstimmen?(Zitat Ende)

Bitte verifizieren:
- "immer"
- wer/welche geht davon aus?
- in welchem Zusammenhang?

Alle Argumentationen für eine Reform der Sprache mit dem Ziel der Genusneutralisation, die ich bis jetzt gehört oder gelesen habe.

wer/welche? Die Argumentatorinnen und Argumentatoren natürlich.

Zitat:
Kleine Korrektur: geschlechtsneutrale Sprache bezieht sich immer auf Personen. Weder auf Hühner noch auf Türen...

Das ist mir klar. Das sollten auch nur Beispiele für meine These sein, dass Genus und Geschlecht des Bezeichneten in der deutschen Sprache (allgemein) nicht zwangläufig übereinstimmen müssen.

Dazu habe ich grad noch ein schönes Beispiel gefunden, aus diesem Forum:
Zitat:

Insgesamt sind 2 BenutzerInnen online :: 1 registrierteR, keinE versteckteR und 1 Gast

Keine GästInnen? DER Gast ist doch (vom Genus her) männlich. Werden hier die weiblichen Gäste etwa böswilligerweise unsichtbar gemacht und somit unterdrückt? Wink
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Hannelore
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BeitragGeschrieben: Mit Dez 03, 2003 3:12 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Eolthedarkelf hat folgendes geschrieben:
Dazu habe ich grad noch ein schönes Beispiel gefunden, aus diesem Forum:
Zitat:

Insgesamt sind 2 BenutzerInnen online :: 1 registrierteR, keinE versteckteR und 1 Gast

Keine GästInnen? DER Gast ist doch (vom Genus her) männlich. Werden hier die weiblichen Gäste etwa böswilligerweise unsichtbar gemacht und somit unterdrückt? Wink


In der Tat ein schönes Beispiel.

Aber worauf willst du hinaus? Du hast doch selber die Antwort gegeben:

Eolthedarkelf hat folgendes geschrieben:
...für meine These sein, dass Genus und Geschlecht des Bezeichneten in der deutschen Sprache (allgemein) nicht zwangläufig übereinstimmen müssen.

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Eolthedarkelf
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BeitragGeschrieben: Mit Dez 03, 2003 10:06 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hannelore hat folgendes geschrieben:

Aber worauf willst du hinaus? Du hast doch selber die Antwort gegeben:

(Zitat Eolthedarkelf)...für meine These sein, dass Genus und Geschlecht des Bezeichneten in der deutschen Sprache (allgemein) nicht zwangläufig übereinstimmen müssen. (Zitat Ende)


Kann ich Deiner Äusserung entnehmen dass Du diese These teilst?
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Hannelore
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BeitragGeschrieben: Mit Dez 03, 2003 10:56 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ist das eine These? Ich dachte es wäre Wissen aus dem Bereich Linguistik. Wir haben das in der Schule gelernt und AusländerInnen tun sich besonders schwer damit. teach
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Hannibal
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BeitragGeschrieben: Don Dez 04, 2003 7:43 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich sehe einen Unterschied zwischen Artikelzuweisungen an Sachen (die Tür, der Stuhl etc.) zu den Wörtern die Frauen und Männer meinen, aber Frauen ausschliessen bzw. nicht erwähnen.

Die Artikel - mit denen auch ich immer noch Schwierigkeiten habe - auf "das" anzupassen und zu vereinfachen wäre eine Erleichterung, hat aber nichts mit dem Verschweigen von Frauen zu tun.

Die Innen-Lösung ist zwar nicht perfekt, aber in der (patriarchalen) Konstellation, die die deutsche Sprache nun erreicht hat, offenbar notwendig. Bessere Lösungen kenne ich jedenfalls nicht.
Und die explizite Erwähnung von Frauen erachte ich als sehr wichtig, da eben Sprache schon sehr elementares Kulturgut ist. Genau bei elementaren Dingen wie der Sprache muss auch unbedingt begonnen werden, wenn irgendetwas in dieser Gesellschaft verändert werden soll.


Das Wort Gästin ist allerdings IMHO nicht existent und klingt auch nicht gerade sehr passend. Gästin würde ich deshalb nicht schreiben.

Eine Freundin (BriBornBe) hat mir jetzt übrigens ein neues feminines Wort für "Mitglied" genannt: Mitklita
Da bin ich schon dafür es einzusetzen. Allerdings bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob Mitklitas und Mitglieder geschrieben werden sollte, oder ob Männer bei Mitklitas dann einfach mitgemeint sein sollen ...
Question
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Zuletzt bearbeitet von Hannibal am Fre Dez 05, 2003 5:52 pm, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Hannelore
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BeitragGeschrieben: Don Dez 04, 2003 10:20 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
Eine Freundin hat mir jetzt übrigens ein neues feminines Wort für "Mitglied" genannt: Mitklita


clap Echt cool.

Dabei ist mir eingefallen, man könnte anstatt Mitglied Mitklit schreiben, ist orthographisch falsch, klingt aber gleich. Plural wie im Englischen "Mitklits". Da müssen sich die Männer nicht ausgeschlossen fühlen Wink

Mitklitsliste - sieht aus wie eine Stilblüte und klingt wie holländisch oder dänisch...

Aber für Gast weiß ich nichts, ist eine Gruppenbezeichnung wie Mensch.
Manchmal verwende ich einfach das engl. User anstatt BenutzerIn oder besucherIn, also z.B. Usergruppe. Na ja, ...
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BeitragGeschrieben: Son Dez 11, 2005 7:12 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hannelore hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Eine Freundin hat mir jetzt übrigens ein neues feminines Wort für "Mitglied" genannt: Mitklita


clap Echt cool.

Dabei ist mir eingefallen, man könnte anstatt Mitglied Mitklit schreiben, ist orthographisch falsch, klingt aber gleich. Plural wie im Englischen "Mitklits". Da müssen sich die Männer nicht ausgeschlossen fühlen Wink

Mitklitsliste - sieht aus wie eine Stilblüte

Gefällt mir sehr gut Exclamation jump
Anstelle von Gast fällt mir nur GastIn ein - ausser alternativen Worten wie bspw. BesucherInnen oder Unregistrierte, wobei mirpersönlich ersteres besser gefällt. Wink

Grüsskens
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Jan
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BeitragGeschrieben: Mon Dez 12, 2005 7:05 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, ist ein wenig seltsam, DER Gast demzufolge müsste es GÄSTIn sein, ist aber Auslegungssache man kann wenn DER oder DIE (Einzahl) davorsteht meist auch das andere Geschlecht einreden:
Die Frau
Der Fraue
Der Mann
Die Männin
oder auch:
Der Mensch
Die Menschin

da es DAS Mitglied ist würde ich sagen das es beidgeschlechtlich ist, weil: Die Mitglieder (Männer) Die MitgliederINNEN (Frauen)

Ich bin aber kein Experte für soetwas, von daher... an Spanisch finde ich das O,a am Ende super, besser wäre natürlich einen Buchstaben der beide miteinschliesst, z.b.:

el hermano - Der Bruder
la hermana - Die Schwester
las hermanas - Die Schwestern (Mehrzahl)
los hermanos - Die Brüder (Mehrzahl),
ABER AUCH Die Brüder+die Schwestern

das ist schlecht am Spanischen, eine art "hermanES" wäre gut, deutsch ist einfach beschissen dafür, aber auf spanisch könnte man soetwas mit der Zeit hinbekommen, auch andere romansiche Sprahcen eignen sich dazu, nur Spanisch viel mir ein, weil ich das mal kurzzeitig hatte.
Ab und zu gibt es auch Wört wo man männlich und weiblich hat, z.B.
el gerente - Der geschäftsführer
la gerente - Die Geschäftsführerin
bloß in der Mehrzahl wird es zu
LOs gerentes...

abgesehen davon ist Spansich eine zumutbare Sprache für jede Person auf der Welt, manchmal ist sie bloß blöd wenn man etwa übersetzt (zu simpler Satzbau ab und zu)
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Häxe
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BeitragGeschrieben: Mit Dez 21, 2005 8:15 am    Titel: Antworten mit Zitat

Jan hat folgendes geschrieben:
Naja, ist ein wenig seltsam, DER Gast demzufolge müsste es GÄSTIn sein,

Mag sein und WEM ZU FOLGE ??? ;)
Ich find das bei Arzt und Ärztin schon blöd. Im Plural haben Ärzte doch auch ein Ä - warum ist der einzele Arzt so besonders? Wenn die Ärztin das Stammwort wär', dann müsste es schliesslich auch der Ärzt und nicht der Arzt heissen. Laughing
Ich hab das schon mal erwähnt, meine ich: Für meine Töchter SIND Frauen das primäre Geschlecht. Ich hab da nicht gezielt drauf hingearbeitet, das hat sich so entwickelt, aus ihrer Erfahrung heraus - das mag nach den Regeln der schulisch gelehrten Sprache (die sie kennen und um der Noten willen auch anwenden müssen) völlig falsch sein, aber das ändert nichts am Empfinden, das wir haben - ich halte es da mit eineem der Grundsätze, nach denen ich generell lebe: Andere sind NICHT mein Maßstab.

schmunzelnde Grüsskens
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Jan
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BeitragGeschrieben: Don Jan 05, 2006 8:42 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Naja die deutsche Sprache ist eine Mischsprache aus vielen ähnlichen aber eben doch eigenen Sprachen (also germanischen hauptsächlich) da darf mannicht viel erwarten..
es ist zwar eine gewisse Logik drin.. aber eben auch viel was nicht logisch ist, wie Arzt und Ärztin ^^
deshalb sagen viele Kinder auch z.B.
schmeissen -> geschmeisst
und nicht:
schmeissen -> geschmissen

der Prozess im gehirn ist drin , also die Logik und der Sprachaufbau..
aber es werden eben auch mit der Zeit die "Ausnahmen" erlernt..

ist schon blöd

übrigens: weil die deutsche Sprache so "jung" ist ist sie auch patriarchal aufgebaut.. deshalb ist auch meist das -in bzw. -innen dahinter und nicht einfach n buchstabe wie bei dem spanischen z.B. wo meist ein -o für männlich und -a für weiblich steht.. bwohls da auch genug Ausnahmen gibt.. aber die sprache ist eben romanischen/lateinischen Urspungs.. und die war alt genug ^^

Ist schon beschissen ich persönlich häte lieber ein einzelnes Wort womit man Männer und Frauen gleich in einen Topf weren kann und auch wirklich gemeint sind.. und nicht das männlche AUCH für das weibliche stehen KANN...

Hab ja mal erklärt ben das man Spanisch zu einer "nicht patriarchalen" Sprache ausbauen könnte..
mit der deustchen sprache gestaltet sich das schwer
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wolfsmutter
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BeitragGeschrieben: Sam Jan 07, 2006 7:53 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hannibal hat folgendes geschrieben:
Das Wort Gästin ist allerdings IMHO nicht existent und klingt auch nicht gerade sehr passend. Gästin würde ich deshalb nicht schreiben.

Doktorin war auch solange nicht existent, bis das Wort eingefordert wurde. Desgleichen Frauschaft. Oder Landsfrau. Da haben viele noch immer gewaltige Probleme mit.

Wohingegen kein Linguist jemals Probleme mit der biologischen Idiotie des Begriffs "Landsmännin" hatte.

Exclamation Deshalb fordere ich jetzt ganz offiziell Gästin ein. Exclamation
Ich verstehe eigentlich gar nicht, dass das überhaupt notwendig ist.

Hannibal hat folgendes geschrieben:
Eine Freundin (BriBornBe) hat mir jetzt übrigens ein neues feminines Wort für "Mitglied" genannt: Mitklita
Da bin ich schon dafür es einzusetzen. Allerdings bin ich mir noch nicht ganz sicher, ob Mitklitas und Mitglieder geschrieben werden sollte, oder ob Männer bei Mitklitas dann einfach mitgemeint sein sollen ...
Question
Die Mitklit hingegen brauch ich nicht unbedingt. Weil es dabei ja weniger ums Zumpferl ging, sondern eher darum Teil des Ganzen zu sein (Kette). Daher nennen wir die Frauen "Mitfrau". Kann sich aber auch jede Mitklit nennen, wenns ihr besser gefällt.
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wolfsmutter
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BeitragGeschrieben: Sam Jan 07, 2006 8:01 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hannelore hat folgendes geschrieben:
Aber für Gast weiß ich nichts, ist eine Gruppenbezeichnung wie Mensch.

Nein.
Gast ist eine Gruppenbezeichnung wie Besucher.
Besucher ist meiner Ansicht nicht Besucherin.
Arzt ist auch nicht gleich Ärztin.
Und Gast ist nicht gleich Gästin.
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BeitragGeschrieben: Mon Jan 09, 2006 1:51 am    Titel: Ein Ausflug in die Männersprache Antworten mit Zitat

Ich hab jetzt nochmal nachgeschlagen.

Also Gast ist wie auch Mensch ein maskulines Wort, ohne weibliche Entsprechung.

Im Gegensatz zu Mensch, das die Spezies meint wie beispielsweise auch Tier, Pflanze, Rind, Schneeglöckchen gibts bei "Gast" keine weitere Unterteilung in "Frau" und "Mann" und bedeutet, dass traditionellerweise nur Männer darauf Anspruch haben zu Gast zu sein.
Das ist der einzige plausible Grund dafür.

Wenn wir jetzt davon ausgehen, dass Frauen benannt werden sollen, wenn sie gemeint sind - und ich gehe davon aus - frag ich mich was es wohl zu bedeuten hat, dass es hier ausschließlich Gäste gibt?

Wenn ich weiter folgere, dass hier genusneutralisiert geschrieben wird und auch die Begriffe Besucherin/Besucher/BesucherInnen bekannt sind, kommt mir in den Sinn, dass das schon einen Grund haben kann.
Vielleicht sind Frauen nicht so willkommen.
Vielleicht ist das aber auch nur noch nicht so reflektiert worden.
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Hannelore
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BeitragGeschrieben: Mon Jan 09, 2006 4:33 pm    Titel: Gast, Geist und Gästin Antworten mit Zitat

Hallo,

ich hab auf die Schnelle mal zu dem Wort Gast was geschrieben, ich hoffe es ist verständlich. Ich hab soviel Material dazu aber grad wenig Zeit - falls also noch Fragen dazu sind, dann stellt sie.

http://wiki.matriarchat.net/wiki.pl?Gast
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BeitragGeschrieben: Mon Jan 09, 2006 6:25 pm    Titel: Re: Gast, Geist und Gästin Antworten mit Zitat

Hannelore hat folgendes geschrieben:
Hallo,

ich hab auf die Schnelle mal zu dem Wort Gast was geschrieben, ich hoffe es ist verständlich. Ich hab soviel Material dazu aber grad wenig Zeit - falls also noch Fragen dazu sind, dann stellt sie.

http://wiki.matriarchat.net/wiki.pl?Gast

Soweit ich das verstehe gibts in der Amts-/Rechts-/Sieger-Sprache nur den Begriff Gast, während umgangssprachlich auch schon seit den Grimms Gestin/Gestinne/Gästin (in Ge-)Brauch ist.

Insofern frag ich mich jetzt nochmal warum es hier nur Gäste gibt, im Gegensatz zu den UserInnen, die sich auch in keinem sprachlichen Nachschlagewerk finden.

die Regelung:
Es handelt sich hier nicht um eine eigene Sprache von Frauen, sondern vielmehr um die Art und Weise des Sprechens und Schreibens, in der Frauen berücksichtigt und genannt werden.
Und: Es geht nur um Personenbezeichnungen, also Personalpronomen etc.

Ich gehe davon aus, dass eingeladene Frauen Personen sind.

der Grund:
Wer ist gemeint? Um wen gehts da überhaupt?
Ein Vater fährt mit seinem Sohn zum Fußballspiel. Mitten auf einem Bahnübergang schafft er es, den Motor abzuwürgen. Aus der Ferne hören beide das Tuten des heranrasenden Zugs. Verzweifelt versucht der Vater, den Motor wieder in Gang zu bringen, vergisst aber in seiner Aufregung, zuerst den Zündschlüssel zurückzudrehen. Das Auto wird vom Zug erfasst und mitgeschleift. Ein Krankenwagen eilt zum Unfallort, und die beiden Verletzten werden eingeladen. Auf der Fahrt ins Krankenhaus stirbt der Vater. Der Sohn lebt bei der Einlieferung noch, aber sein Zustand ist kritisch. Nur eine sofortige Operation kann ihn retten. Er wird in die chirurgische Ambulanz gebracht. Der Dienst habende Chirurg betritt den Raum in Erwartung eines Routinefalls - um beim Anblick des Jungen jedoch erbleichend zu stammeln:

"Ich kann nicht operieren - das ist mein Sohn!"
Alles klar?


Mir gehts net um den Streit. Es geht mir darum, dass Gästin ein not-wendiger Begriff ist, der ausdrücklich einlädt - oder eben auch nicht.

Zu "Das trifft auf Mieter, Pächter, Reisende oder Frauen zu" denk ich mir jetzt: das war die Eile. *grummel*
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BeitragGeschrieben: Mon Jan 09, 2006 7:31 pm    Titel: Re: Gast, Geist und Gästin Antworten mit Zitat

wolfsmutter hat folgendes geschrieben:

Insofern frag ich mich jetzt nochmal warum es hier nur Gäste gibt, im Gegensatz zu den UserInnen, die sich auch in keinem sprachlichen Nachschlagewerk finden.


Jetzt bin ich jetzt verwirrt - wo gibt's hier nur Gäste? Hier gibt es doch eigentlich weder Gäste noch Gästinnen.

Und dass es Gestin und Göstin schon im Mittelhochdeutschen gab weiß ich auch erst seit ein paar Stunden Wink

Es würde sich vielleicht auch anbieten, Gast und Geist zusammenzufassen in Göst (Einzahl) und Göster (Mehrzahl), das sind dann alle, die wir freundlich bewirten, bzw. sie uns. Egal ob von dieser oder einer anderen Welt und unabhängig vom Geschlecht, was es in der anderen Welt sowieso nicht gibt.
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BeitragGeschrieben: Mon Jan 09, 2006 7:52 pm    Titel: Re: Gast, Geist und Gästin Antworten mit Zitat

Hannelore hat folgendes geschrieben:
Jetzt bin ich jetzt verwirrt - wo gibt's hier nur Gäste? Hier gibt es doch eigentlich weder Gäste noch Gästinnen.

In der Forums-Startseite ganz unten. Im Kastl "wer is online".

Hannelore hat folgendes geschrieben:
Und dass es Gestin und Göstin schon im Mittelhochdeutschen gab weiß ich auch erst seit ein paar Stunden Wink
Ja, glaub ich schon. Aber andererseits is es doch so, dass überall wo Frauen vorkommen/vorkamen die auch solange benannt wurden bis sie offiziell wegretuschiert wurden. Insofern wäre es seltsam hätte es die nicht gegeben.

Hannelore hat folgendes geschrieben:
Es würde sich vielleicht auch anbieten, Gast und Geist zusammenzufassen in Göst (Einzahl) und Göster (Mehrzahl), das sind dann alle, die wir freundlich bewirten, bzw. sie uns. Egal ob von dieser oder einer anderen Welt und unabhängig vom Geschlecht, was es in der anderen Welt sowieso nicht gibt.
Ich schätz mal um die Benennungen in der Anderswelt mach ich mir Gedanken, wenn ich dort bin. Wink
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BeitragGeschrieben: Mon Jan 09, 2006 9:06 pm    Titel: Re: Gast, Geist und Gästin Antworten mit Zitat

wolfsmutter hat folgendes geschrieben:
Hannelore hat folgendes geschrieben:
Jetzt bin ich jetzt verwirrt - wo gibt's hier nur Gäste? Hier gibt es doch eigentlich weder Gäste noch Gästinnen.

In der Forums-Startseite ganz unten. Im Kastl "wer is online".


Hab ich übersehen oder ist beim update passiert Crying or Very sad

Zitat:
Hannelore hat folgendes geschrieben:
Es würde sich vielleicht auch anbieten, Gast und Geist zusammenzufassen in Göst (Einzahl) und Göster (Mehrzahl), das sind dann alle, die wir freundlich bewirten, bzw. sie uns. Egal ob von dieser oder einer anderen Welt und unabhängig vom Geschlecht, was es in der anderen Welt sowieso nicht gibt.
Ich schätz mal um die Benennungen in der Anderswelt mach ich mir Gedanken, wenn ich dort bin. Wink

Da kann ich nur einen Spruch zitieren:

What's the biggest problem for an atheist?-
No one to talk to during orgasm.
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wolfsmutter
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BeitragGeschrieben: Sam Jan 21, 2006 4:17 pm    Titel: Re: Gast, Geist und Gästin Antworten mit Zitat

Hannelore hat folgendes geschrieben:
What's the biggest problem for an atheist?-
No one to talk to during orgasm.

Wenn mir wirklich nach reden ist koennt ichs vielleicht mit dem Gegenueber? Wink
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