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Generisches Maskulinum

 
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Tabasco
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BeitragGeschrieben: Sam Jul 05, 2003 5:11 pm    Titel: Generisches Maskulinum Antworten mit Zitat

Gibt es eigentlich auch wissenschaftliche Studien, die Vorteile des sogenannten Generischen Maskulinums belegen? Oder hat dieses überhaupt keine Vorteile (ausser der Faulheit gewisser Leute)?

Neugierige Grüsse

T.
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Hannelore
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BeitragGeschrieben: Son Jul 06, 2003 2:56 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Tabasco, was soll der Quatsch?

Soll das Patriarchat wissenschaftlich belegen, dass das Patriarchat Vorteile hat? Wenn keine Kritik da ist, steht doch nichts in Frage, was zu untersuchen wäre. Und das generische Maskulinum steht ja nicht in Frage, oder?
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Zuletzt bearbeitet von Hannelore am Mit Jul 16, 2003 4:20 am, insgesamt 1-mal bearbeitet
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Tabasco
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BeitragGeschrieben: Son Jul 06, 2003 7:37 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hannelore hat folgendes geschrieben:
Tabasco, was soll der Quatsch?

Soll das Patriarchat wissenschaftlich belegen, dass das Patriarchat Vorteile hat? Wenn keine Kritik da ist, steht doch nichts in Frage, was zu untersuchen wäre. Und das generische Maskulinum steht ja nicht in Frage, oder? :dumm


Laughing Hab' ich Dich erschreckt? naund

Mir hat kürzlich jemand einen Vortrag darüber gehalten, dass geschlechtsneutrale Sprache der Sache der Frau abträglich, ja schädlich für die Emanzipation sei und da dieser Mensch mir keine Belege dafür bringen konnte, dachte ich, ich frage mal hier nach Twisted Evil

Natürlich steht das generische Maksulinum in Frage!!! :bad_girls

Grüsse

T.
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BeitragGeschrieben: Sam Jul 19, 2003 9:30 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hi, Tabasco!

Die Frage wäre, was die Änderung sprachlicher Einseitigkeit von Pseudo-Stärken-/ Schwächenfokussierung eigentlich für Nachteile haben sollte. Frauen sind keine "in"-Anhängsel von Männern. Wenn es mehr um die geschlechtliche Form als den Inhalt geht, kann man den Inhalt getrost in den Mülleimer kippen, gleichgültig, worum es zu gehen scheint, denn in der Realität geht es dort immer um etwas anderes.
Die Sprache formt unsere Gedanken, die Gedanken formen unsere Sprache. Schau Dir mal Hannelores Link auf www.omkara.de/vater_unser_aramaeisch-htm an. Ist hochspannend!
Was entsteht zuerst: die gezielte Formung von Sprache oder der Gedanke, in dem es nur darum geht, Macht über andere auszuüben? Ohn-mächtig ist "man" formbar, auch und gerade durch die Sprache.
Denk dich frei!
Gruß

Uthas
Hannelore
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BeitragGeschrieben: Sam Jul 19, 2003 10:01 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Ich ziehe die Version auf meiner Seite vor, weil da nicht das weibliche Element weggelassen wurde wie bei omkara.de - wieder mal... Rolling Eyes

siehe hier

FYI: Und den Link hab ich auf die Google-Such-Seite gesetzt, das ergibt eine ganze Vaterunser-Übersetzungs-Liste.
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BeitragGeschrieben: Son Jul 27, 2003 9:12 am    Titel: Frau Bäckerin und Mann Bäckerich? Antworten mit Zitat

Seit einiger Zeit spukt mir wieder die Debatte rund um -in bzw. -innen im Kopf herum.
Es ist doch wahr. Durch diese Anhängselmethode wird Frau erst recht wieder in der Sprache als das Andere gebranntmarkt Exclamation

Ich mache daher einen Vorschlag. Warum setzten wir, wenn Männer bezeichnet werden sollen, nicht ein -rich hinten 'ran.
So wie Ente und Enterich. Idea

Statt Frau Doktorin und Mann Doktor wäre die Lösung Frau Doktor und Mann Doktorich.
Oder Gast und Gästerich, Lehrer und Lehrerich, usw.
Hannelore
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BeitragGeschrieben: Son Jul 27, 2003 11:34 pm    Titel: Re: Frau Bäckerin und Mann Bäckerich? Antworten mit Zitat

kunstdragoner hat folgendes geschrieben:
Durch diese Anhängselmethode wird Frau erst recht wieder in der Sprache als das Andere gebranntmarkt Exclamation


Kommt auf die Blickrichtung an... Ich erlebe mich tatsächlich anders als andere, im Sinne von unterschiedlich. Nicht nur als Männer, das sowieso, aber auch als die meisten Frauen.

Ist "anders" sein ein Makel? Ist ver-rückt sein ein Makel? Ich bin beides, mir gefällt's Twisted Evil

(Wenn Männer als der Maßstab aller Dinge angesehen werden, etwa der männliche Körper, und MedizinerInnen Frauen in diesem Zusammenhang als "anders" behandeln, dann hat das mit sprachlich sichtbar machen nichts zu tun; es ist ein weiteres Thema im Patriarchat und verlangt einen eigenen Diskurs. Und wenn Frauen sprachlich nicht sichtbar sind, kommt dieser Diskurs über "das andere" in den verschiedenen Bereichen erst gar nicht zustande.)

Zur "Frauensprache" (sprich: geschlechtsneutrale Sprache):
die wurde von Linguistinnen etabliert, um Frauen sprachlich sichtbar zu machen, ohne Männer unsichtbar zu machen, und zwar mit den Worten, die bereits existieren. Neue Wortschöpfungen für Personenbezeichnungen braucht es nur in wenigen Ausnahmen.

D.h. ich verwende einfach die Ausdrücke, die bereits verstanden werden, von jedem Kind.

Z.B. Wenn ich vor einer Gruppe Leute stehe, die an einer Schule unterrichten und es handelt sich um Frauen UND Männer, rede ich von Lehrerinnen und Lehrern, anstatt wie früher nur von Lehrern.

Die Absicht ist, klar zu stellen, dass auch weibliche Personen zu dieser Gruppe gehören, was ansonsten nicht offenbar wird und außerdem grammatikalisch nicht korrekt ist.

Nicht mehr - und nicht weniger.

Ich verstehe nicht, was daran nicht zu verstehen ist und warum Leute immer wieder darüber stolpern. shake
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BeitragGeschrieben: Die Jul 29, 2003 8:19 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hannelore

Weniger ein darüber stolpern und daran stören verananlasste mich zu dieser Überlegung. Und um ehrlich zu sein, Texte samt Binnen-I und beidseitiger Nennung sind lesbarer, weil klar ist, wer (nicht)gemeint ist.

Trotz alledem stört es mich gewaltig, als das Andere wahrgenommen zu werden. Die Ausnahme zu sein. Jene/jenes eine in der öffentlichen Wahrnehmung, die/das vom "normalen" sprich Männlichen abgerückt ist.

gruebel

Durchwegs bekannt sind mir Strategien wie
"Umwertung" (z.B. Queer Community),
"Neu(er)findung" (bei eindeutig wertbehaftetetn Vokabeln - z.B. Black Community),
"Erweiterung" (z.B. Feminist Community) und
"Ausschluss" (nur noch die eigene Sache benennend z.B. nur noch von Frauen sprechen)

Sprache ist ein performativer Akt und im Sprechen bin ich ständig im Diskurs verhaftet. Kann ein Aufwertung der Nomen durch ein Anhängsel erfolgen?
In meinen Augen wird die patriachale Strategie hier nur weitergeführt. Dementsprechend möchte ich daher auch von geschlechtlicher Sprache und nicht von geschlechtsneutraler Sprache sprechen. Frauensprache ist somit zwei-geschlechtliche Sprache, Männersprache ist ein-geschlechtliche Sprache.
Der Vorschlag mit dem -rich (Ente, Enterich) würde an dieser Sache nichts verändern. Ausgangspunkt wäre jedoch das Weibliche und nicht das Männliche.

Geschlechtsneutrale Sprache selbst ist vermutlich eine Unmöglichkeit. Da die Kategorie Geschlecht zu "Super"-Kategorie avanciert ist. Sie legt sich über alle Zu- und Einteilungen.
Um mich nicht falsch zu verstanden zu wissen: Einteilungen sind wichtig, da nur so Sprache ermöglicht wird. Ziel sollte es aber dennoch sein, die Kategorisierungen durchlässiger zu gestalten. (Um dem hierarchischen Korsett zu entgleiten)
Hannelore
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BeitragGeschrieben: Die Aug 05, 2003 12:47 am    Titel: Feminismus hat Grenzen Antworten mit Zitat

kunstdragoner hat folgendes geschrieben:
In meinen Augen wird die patriachale Strategie hier nur weitergeführt. Dementsprechend möchte ich daher auch von geschlechtlicher Sprache und nicht von geschlechtsneutraler Sprache sprechen. Frauensprache ist somit zwei-geschlechtliche Sprache, Männersprache ist ein-geschlechtliche Sprache.


Ja und hier zeigen sich die Grenzen des Feminismus. Feministinnen haben uns bewusst gemacht, dass patriarchale Sprache Frauen ausschließt/ unsichtbar macht. Was Feminismus aber nicht kann, ist Lösungen anbieten. Deshalb bleibt das mit der Frauensprache oder wie immer sie genannt wird, ein Provisorium, das selbst wiederum bewusst macht, wie unzulänglich und unbrauchbar unsere Sprache ist.

Im Grunde spiegelt Sprache die Haltung der Menschen wieder, die sie verwenden. Sobald sich diese Haltung verändert, zieht die Sprache von alleine nach.
Feminismus kann Veränderungen erreichen, aber die sind nicht unbedingt das Gelbe vom Ei, weil sie keine echte Alternative darstellen, sondern innerhalb des patriarchalen Paradigmas bleiben, also männlich-orientierten Werten folgen.

Es läuft immer darauf hinaus, dass Frauen im "Sandkasten der Buben" mitspielen und mitbestimmen wollen.

Feminismus ist nur ein Aspekt des Patriarchats, ein Teil davon. Ohne Patriarchat kein Feminismus. Und deshalb bleiben feministische Vorschläge und Änderungen auf lange Sicht unakzeptabel und es ist m.E. nicht nötig, Energie darauf zu verwenden sie zu verfeinern.
So ist es auch unerheblich, wie wir zwei-geschlechtliche Sprache nennen und wie wir sie umsetzten - es bleibt ein letztendlich unbrauchbares Konstrukt.
In einem falschen System kannst du nichts richtig machen.

Zitat:
Der Vorschlag mit dem -rich (Ente, Enterich) würde an dieser Sache nichts verändern. Ausgangspunkt wäre jedoch das Weibliche und nicht das Männliche.


Aber wiederum innerhalb patriarchalen Paradigmas. Dasselbe mit umgekehrten Vorzeichen. Bringt uns das weiter?

Zum Trost: Die Wörter mit der Endung -rich sind immer männlich. Aber die mit der Endung -ling auch. Zum Beispiel "Winzling", "Feigling", "Schwächling", "Widerling" - und da sind weibliche Formen nicht nötig, weil sie in der Realität nicht vorkommen Twisted Evil
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Häxe
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BeitragGeschrieben: Son Dez 11, 2005 6:57 am    Titel: Antworten mit Zitat

Öhm ... kleiner Einwurf:

Warum orientieren wir uns nicht am Sprachverhalten von Kindern?
Für meine Töchter (mein Sohn lernt erst sprechen) z.B. gibt's z.B. keine "Geburtshelfer", das sind im Singular Hebamme und Hebammerich, ÄrztInnen im Singular ist für sie die Ärztin und der Ärzt. Laughing

Ich hab so 'ne automatisierte Korrigiermacke Embarassed, die von der Kürzeren immer etwas belächelt wird. Wenn sie so erzählt von der "Schwangerschaftsvorsorge", dann erzählt sie z.B. "Na, und dann hat die Hebamme das Hörrohr auf Mutters Bauch gehalten und gehorcht. Das ist da, wo auch der Ärzt die komischen ... Ja Mutter, ich weiss, Arzt, aber das ist blöd, weil's sonst auch Arztin sein muss ... die komischen Dinger* hat. Wofür hat der die überhaupt?"

Das hört sich zwar erstmal ungewohnt an, wenn man das aber auf Dauer hört, fühlt es sich treffender an, für mich jedenfalls.

* gemeint ist das "gynäkologische Besteck"

nachdenkliche Grüsskens
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