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Vaterschaftstest

 
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Wolfskatze
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BeitragGeschrieben: Die Jan 18, 2005 11:14 am    Titel: Vaterschaftstest Antworten mit Zitat

Ministerin Zypries will ja nun die Sache mit dem Vaterschaftstest erschweren und Klagen erleichtern, daher wollte ich euch einfach mal fragen wie ihr dazu steht. Ist es eigentlich nötig/wichtig/sonstiges einen Vaterschaftstest zu machen oder ist es irgendwo egal.

Ich werde niemals in die Rolle eines Vaters schlüpfen und daher wissen, wie es sich anfühlt, quasi das Kind eines anderen großzuziehen. Aber im Endeffekt weiß er es ja auch nicht und die emotionalen Bindungen sind doch solange echt, solange er nicht weiß, dass es nicht sein Kind (ich habe von meiner Mutter gehört, wie im Fernsehen ein Vater einen Test gemacht hat, dann herausfand, dass es nicht sein Kind ist und alle sozialen und emotionalen Bindungen zu dem Kind abgebrochen hat).

In diesem Sinne stellt sich für mich eigentlich die Frage, was ist besser, mit einer Lüge zu leben und alle sind glücklich oder doch eher die Wahrheit zu kennen und dabei die Familie kaputt zu machen.
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Subway
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BeitragGeschrieben: Die Jan 18, 2005 12:54 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

also ich persönlich finde es grundsätzlich wurscht von wem Kinder sind. Ich bin mir ganz sicher, dass ich auch ein Kind einer anderen als mein eigenes lieben könnte.
Nur würde ich es halt immer wissen. Da könnte mir als Frau ja niemand was vormachen. Wahrscheinlich ist es das was viele Männer stört. Keine Ahnung. Nur wünschte ich, dass Kinder einfach um ihrer selbst willen geliebt würden und nicht aus genetischen Gründen oder was für welchen auch immer.

Liebe Grüße,
ANNE
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Hannelore
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BeitragGeschrieben: Die Jan 18, 2005 3:46 pm    Titel: Antworten mit Zitat

In irgendeinem Buch von Sobonfu Somé (vom afrikanischen Stamm der Dagara) habe ich gelesen, das sie erst mit 5 Jahren erfuhr, welche der Frauen im Dorf sie eigentlich geboren hatte.
In Stammesgesellschaften werden alle Frauen mit dem gleichen Wort bezeichnet, wir würden es als eine Mischung aus Schwester und Mutter übersetzen.

Das gleiche gilt für alle Männer, sie werden aus eine Mischung von Bruder und Onkel bezeichnet.

Es ist also völlig wurscht, wer die leibliche Mutter oder der leibliche Vater ist, denn ein oder zwei Leute können einem Kind ohnehin nicht gerecht werden. Es wird sich niemals gesund entwickeln, wenn es nicht eine Gruppe als Kontaktmöglichkeiten zur Verfügung hat, insbesondere viele andere Kinder.

Ein Kind braucht eine Auswahl an Reizen und Möglichkeiten von außen, mehr als es selbst eigentlich benötigt, damit es eine Wahl hat sich für dies oder jenes zu entscheiden, entsprechend seiner Persönlichkeit, seinen eigenen Neigungen und Fähigkeiten. Anders kann es seinen Weg nicht finden, seine Talente nicht entwickeln, auf die eine funktionierende Gemeinschaft angewiesen ist.
Es muss sich als minderwertig vorkommen, wenn seine ureigenen Fähigkeiten nicht gefragt sind.
Und wie sich das anfühlt, wissen wir alle aus eigener Erfahrung.

Wenn Männer lernen mütterlich* zu sein, brauchen weder sie noch sonst jemand einen Vaterschaftstest. Der Test bescheinigt ja nicht ihre Fähigkeit den Bedürfnissen eines Kindes gerecht zu werden, sondern er bescheinigt DEN BESITZ am Kind. Er kann nun ein weiteres besitzanzeigendes Fürwort verwenden: Mein Kind. Was unterscheidet ihn dann von einem Zuhälter?

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* Mütterlichkeit ist eine Hege- und Pflegebeziehung und weder an das Geschlecht noch an das Alter gebunden.
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Hannibal
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BeitragGeschrieben: Die Jan 18, 2005 10:20 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hannelore, Du hast wieder mal vollkommen recht.

Ich habe es nie verstanden und ich werde es nie verstehen, wieso den meisten Menschen der biologische Vater wichtiger ist als eine andere männliche Bezugsperson, die das Kind wirklich liebt und betreut. Ob er ein Kind misshandelt, die Frau schlägt, Alkoholiker ist - es ist dem biologischen Vater in dieser Gesellschaft ein besonders hoher Status zugedacht. Den kann er seltsamerweise auch niemals verspielen. Und wenn er noch öffentlich eine kleine Geste zeigt und einem Kind Aufmerksamkeit schenkt, ist er der "tolle Papa" und kann auch diesen Ruf nie wieder verlieren. Bei der Mutter scheint dies selbstverständlich und nicht weiter erwähnenswert.

Einen heimlichen Vaterschaftstest durchzuführen ist ein Vertrauensmissbrauch sondergleichen in meinen Augen. Das hat ja - egal wie das Ergebnis ist - weitgehende Folgen. Ich würde einen Mann, der einen solchen Test heimlich durchgeführt hat verbieten weiterhin Kontakt zu Kindern haben. Er liebt sie sowieso nicht. Es geht ihm um etwas ganz anderes. Deshalb ist es für jedes Kind besser nicht mit einem "heimlichen Tester" in Kontakt zu kommen. Egal wie das Ergebnis ist.

Und dann kommt noch eine Komponente hinzu: Das Selbstbestimmungsrecht und die Datenspeicherung. Das ist wichtiger denn je und ich würde es niemals verzeihen würde jemand eine DNA-Probe ohne meine Einwilligung verwerten. Auch das hat Folgen. Selbst wenn sie heute noch nicht erkennbar sind.

Aus politischer Sicht ist auch folgendes Detail interessant: Es gibt viele Männer die offen gegen ein Testverbot auftreten und dafür diverse Register ziehen. Die gleichen Männer sind aber - zurecht - über eine allgemeine DNA-Datenbank, die Erzwingungsstäbe nun wieder so gerne einführen wollen, empört. Wie passt dies zusammen?
Das ist der ganz "normale" Patriarchats-Wahnsinn.

Da schliesst sich der Kreis zu den Abtreibungsgegnern. Diese wollen auch über die Frau und ihren Körper bestimmen. Es ist denen völlig egal was aus dem Kind - ist es erstmal geboren - wird. Da geht es nur um Kontrolle und Besitzdenken. Wie beim heimlichen Vaterschaftstest. Das Wohl des Kindes ist den "Testvätern" völlig egal und das der Frau hat in deren Köpfen nie existiert.


BTW: In der Schweiz und anderen Ländern ist es verboten DNA-Tests ohne Zustimmung der Betroffenen durchzuführen. Ich kann mich an keine Diskussion erinnern, die diese sinnvolle Vorschrift (in Anbetracht der Verhältnisse versteht sich) in Frage stellt.
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BeitragGeschrieben: Mit Jan 19, 2005 5:26 am    Titel: Antworten mit Zitat

Dazu gibts auf Femfacts ein paar Beipiele und Analysen.
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BeitragGeschrieben: Mit Jan 19, 2005 2:02 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Leider ist das nicht so einfach, weil solange die biologische Vaterschaft hierzulande über zb "Blechen oder nicht blechen" entscheidet, wird das Thema Vaterschaftstest, so bescheuert ich das auch finde, immer ne Relevanz behalten.

Wie könnte man das heutzutage ersetzen?
Vielleicht durch ein "Familienversprechen" dem Kind gegenüber?
Es gibt ja momentan sowas wie Heiraten, wo man sich vorm STandesamt sagt "Jo ich will die Ehe eingehen" und dies führt dazu daß man rechtlich gesehen sich wirtschaftlich für den anderen mit verantwortlich fühlt.
(Ehe oder nicht Ehe ist aber jetzt nicht mein Thema)

Man stelle sich vor, die Leute die sich in Zukunft verantwortlich zeigen für das Kind, gehen zum Standesamt und geben ein Familienversprechen ab wie "Ich werde für dieses Kind verantwortlich sein" und das wird dann in den Akten registriert, und DAS entscheidet dann, und nicht wessen Genom im Kinde steckt.

Distel
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BeitragGeschrieben: Don Jan 20, 2005 8:59 am    Titel: Antworten mit Zitat

Danke erst einmal für die Interessanten Antworten, also bin ich doch nicht so ganz falsch mit meinen Gedankengängen ^^

Und Distel, im Grunde genommen wäre das doch die Idee.
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BeitragGeschrieben: Mon Jan 31, 2005 1:36 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Klar sind finanzielle Aspekte häufig das Problem, doch tiefer geht wohl die Vorstellung, dass es wichtig sei,dass die Partnerin sexuell treu zu sein hat.
Es geht oft gar nicht so sehr um das Kind, das da vielleicht durch einen Seitensprung entstanden ist, sondern um diesen selbst. Männer dneken (um das einmal platt vereinfacht auszudrücken), dass frau treu zu sein hat (sie selbst erwarten das von sich nicht ), keine sexuellen Kontakte mit anderen Männern haben darf und schon gar nicht -und das ist wohl emotional das Hauptproblem dabei- ihre "Erzeugerehre" infragestellen darf.
Männer besitzen Frau und Kind. Und das ist ihre "Ehre" - wer daran kratzt, beraubt sie ihrer. Sicherheit darüber, ehrverletzt worden zu sein, steht über emotionaler Verantwortlichkeit
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BeitragGeschrieben: Die Feb 01, 2005 4:38 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Zitat:
die Partnerin sexuell treu zu sein hat.

Und alles liegt ja eben daran, dass ein Mann sicher darüber sein kann, dass die kinder seine eigenen sind. Die der Frau sind sie ja sowieso, obwohl sich für sie die Frage des Besitzanspruches gar nicht stellt, da sie sowieso von ihr geboren werden(und Im allgemeinen gar nicht das Verlangen nach dem Zwanghaften besitz da ist?)

"Ein 'schönes' Beispiel aus Kambodscha(Warum habe ich nur das gefühl dass es in vielen anderen ländern nicht anders ist..):
Von Mädchen wird erwartet sich nicht einmal mit Jungen sehen zu lassen(sonst gilt sie als Hure), selbst verheirate geben sich meist in der öffentlichkeit als geschwister aus.
Aber die Jungen, sofern sie genug eld haben, gehen schon mit 15 ins Bordell."
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Hannibal
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BeitragGeschrieben: Son Feb 06, 2005 12:53 am    Titel: Motive Antworten mit Zitat

Hallo,


eines wurde IMHO noch nicht angesprochen: Die Motive der Regierung den heimliche Vaterschaftstest zu verbieten.

Grundsätzlich sollten solche Eingriffe automatisch verboten sein. In vielen Ländern gibt es auch Gesetze gegen heimliche Vaterschaftstests. Anmerkung am Rande: ... und niemand hat sich so aufgeregt wie einige Kerle in Deutschland.

Hauptgrund für das Verbot ist für die Regierung wahrscheinlich das ersparte Geld, welches sie sonst Müttern als Sozialhilfe bezahlen müsste. Einige konservative Freaks werden als Nebengrund - allen Ernstes - von einer überholten Beziehungskonstellation, namens Familie, überzeugt sein.


Aber hehre Motive im Sinne der Menschen kann frau sich von einer neoliberalen Regierung leider nicht erwarten.
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KalleBesenstiel
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BeitragGeschrieben: Mit Feb 16, 2005 7:42 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hi,

bin neu hier und werde ab jetzt den männlichen Standpkt. hier vertreten! Ich denke diese Sache mit dem Vaterschaftstest ist durchaus sinnvoll, zwar fühlt sich die Frau hintergangen, stellt man sich aber die Frage, vorrausgesetzt natürlich das Ergebnis ist negativ, wer zuerst hintergangen wurde, ist doch wohl verständlich das es eine bestimmte Absicherung geben muss. Ein Kind beansprucht ja nicht nur Zeit, sondern auch relativ viel Geld. Ich wette mit euch ihr werd auch nicht begeistert jeden Monat ⅛ eures Gehaltes abgeben zu müssen, für etwas das ihr nicht fabriziert habt. Ihr habt ja immer die Kontrolle, bei uns männlichen Wesen ist das nicht gegeben. Mit der Speicherung der DNA bin ich ebenso wenig einverstanden wie ihr, dies sollte unterbunden werden. Ich denke das stellt auch Gefahren in Bezug auf Jobs, Gesundheit und Familie dar, der Staat weiß vom physischen dann ja praktisch alles über einen...
Schönen Abend noch![/b][/code]
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Subway
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BeitragGeschrieben: Mit Feb 16, 2005 7:48 pm    Titel: Antworten mit Zitat

"für etwas das ihr nicht fabriziert habt"

1. geht es nicht um ein "Etwas", sondern um ein Kind!

2. Wie meinst Du das "fabriziert"? Meinst Du den Orgasmus? Was für eine Leistung...

Danke, nen schönen Abend werd ich aber haben:-)
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Hannelore
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BeitragGeschrieben: Mit Feb 16, 2005 10:25 pm    Titel: Der "männliche" Standpunkt? Antworten mit Zitat

KalleBesenstiel hat folgendes geschrieben:
bin neu hier und werde ab jetzt den männlichen Standpkt. hier vertreten!


Herzlich Willkommen, Kalle!

Eine Frage: Was ist der männliche Standpunkt?

Meiner Ansicht nach kann man nur den eigenen Standpunkt einnehmen, bzw. den Advocatus Diabolus spielen, und scheinbar einen entgegengesetzten Standpunkt, etwa zur Klärung, in einer Diskussion vertreten - eine Strategie, um im Endeffekt den eigenen Standpunkt zu untermauern.

Der eigene Standpunkt kann entweder Pro oder Kontra sein (oder neutral, dann hat man gar keinen).

Bei der Thematik in diesem Forum, das sich auf die Webseiten der Links ganz unten bezieht, ist der eigene Standpunkt dann entweder systemkomform oder systemkritisch und beides kann von Frauen wie von Männern eingenommen werden. (Und wird es auch, wie an den Beiträgen festzustellen ist.)

Es gibt Frauen, die wollen keinen Vaterschaftstest, weil sie mit dem Vater nicht in Berührung kommen und schon gar kein Geld annehmen wollen.
Es gibt andere, die bestehen auf einem Vaterschaftstest, weil sie das Geld und/oder die Hilfe des Vaters wollen oder brauchen.

Bei Männern gibt es aus ähnlichen Gründen ebenso diese zwei Standpunkte.

Ich glaube, dass solche Entscheidungen sowohl vom Vater wie von der Mutter nur individuell gefällt werden können. Darin liegt natürlich das Risiko, dass beide nicht übereinstimmen.

Ein allgemeingültiges "Rezept" (Gesetz) wird, weil die Situationen und die Persönlichkeiten aller Beteiligten jedesmal anders sind, nie funktionieren.

Außerdem hat m.E. eine allgemeingültige Regelung ohnehin keinen Sinn, wenn "die Kinder" an sich in unserer Gesellschaft so gering geschätzt werden, dass nicht sie, sondern die Erwachsenen in den Mittelpunkt gestellt werden. Manche Kinder wollen ihren Vater sehen, manche nicht - also fragt das Kind, ob es sich für diesen Mann als Vater entscheidet.

Ein Mann, der eine intime Beziehung zu einer Frau hat, muss auch ihre Kinder akzeptieren (wenn sie welche hat oder will), alles andere halte ich für unsozial, denn es sind nun mal die Frauen, die mit Anhang kommen.

Würden wir nicht in diesen bescheuerten Kleinfamilien dahinvegetieren, sondern in größeren Gemeinschaften* zusammenleben, wäre das Ganze sowieso kein Thema.

_________
* Solche Gemeinschaften mit zwischen 50 und 100 Leuten entstehen übrigens immer häufiger, weil viele bereits verstanden haben, dass dadurch der Alltag viel leichter wird. Für Frauen, Männer, Kinder und Alte!
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otterchen
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BeitragGeschrieben: Son Mar 27, 2005 1:59 pm    Titel: von Standpunkt zu Standpunkt ... Punkt ;) Antworten mit Zitat

Liebe Humansler =)

Also zu Hannibals Frage der Motivation habe ich mir auch schon meine Gedanken gemacht. Meist sind es ganz einfach materielle Hintergründe, die aufgrund der Konstellation von Parteibüchern, Logenbildungen und Abhängigkeiten basieren. Ich kann jetzt nur über Österreich sprechen und gehe einfach mal davon aus, dass es in anderen Mitteleuropäischen Ländern ähnlich gestrickt ist. Heimliche Vaterschaftstests basieren darauf, dass es eine freie marktwirtschaft gibt, die so etwas anbietet. Will ich einen vaterschaftstest in Österreich offiziell machen, bedeutet das neben einem Gerichtlichen Ansuchen so viel Bürokratie, dass die Kosten explodieren und die Ärtzte und Labors, die ihn dann durchführen verdienen sich damit goldene Nasen und das ganz bewusst. (Kosten sind 4mal höher als bei den herkömmlichen privaten Vaterschaftstests, das wundert mich sehr)

Ich verstehe auch die Aufregung um diese geheimen Tests nicht. Also entweder ich weiss als Frau wer der Vater ist, dann kann es mir egal sein, ob er das Geld für den Test verschwendet oder nicht. Bin ich mir jedoch nicht sicher, wer der Vater ist, so kann ich mein Wissen (oder in dem Fall "Nicht - Wissen" ja nur aus zwei Gründen auf einen bestimmten Mann
anwenden: Entweder aus habgierigen oder aus manipulativen Gründen. Leider gibt es heute viel zu viele Frauen, die Kinder als "Machtmittel" missbrauchen, um ihren Willen zu kriegen und damit wird meist allen Beteiligten geschadet. Es hat keinen Sinn, mit einem Kind einen mann an sich binden zu wollen ebensowenig wie sich durch Druckausübung durch die Kinder zu "rächen".

Ich bin auch der Meinung, dass die Konstellation einer Dorfgemeinschaft, in welcher jeder für jedes Kind Verantwortung trägt ideal ist, doch leider haben wir uns gesellschaftlich in eine ganz andere Richtung entwickelt, weil in einer solchen Gemeinschaft eine Wirtschaftswachstumspolitik wie sie der Kapitalismus zum Überleben braucht nicht funktioniert. Erst unser Wohlstand macht es möglich, von andern Menschen komplett unabhängig zu sein, ja, nicht einmal mehr die Kleinfamilien funktionieren, weil niemand mehr bereit ist, Kompromisse einzugehen, auch nicht mit dem Lebenspartner, von Grossfamilie oder Dorfgemeinschaft red ich erst gar nicht mehr. In so einer gesellschaft wäre die Frage der tatsächlichen Vaterschaft gar nicht mehr so wesentlich.

Die letzte Gruppe, in der dieses Wissen verloren ging waren die Zigeuner.
Hier erbte nicht der älteste Sohn sondern die jüngste Tochter (Mutterrecht) , wobei man der eigenen Familie verpflichtet war, nicht der Lebenspartnerin. So sorgte der Bruder, nicht der Gefährte für das Leben einer Frau und so war e4s möglich, wirklich aus gefühlsmassigen Gründen eine Beziehung zu führen, fernab von Existenzdruck ! Vor dieser "Freiheit" der Frau hat unsere Patriarchatgesellschaft eine Riesenangst, doch in verbindung mit dem oberen Thema geht der Schuss nach hinten los, denn alles hat seinen Preis ! Mir tun nur die Kinder leid, deren Stellenwert im Vergleich zu ihrer Verantwortung dadurch immer mehr verzerrt wird.

Mit dem, was der Besenstiel schreibt, kann ich mich nicht identifizieren, für mich spricht er jedenfalls nicht *g*

Zuletzt möchte ich noch sagen, dass mich diese Plattform bzw. das Forum sehr beeindruckt hat, und ich hoffe, dass ich auch zu dem einen oder anderen Thema etwas beitragen kann.

grüsse vom otterchen
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wolfsmutter
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BeitragGeschrieben: Son Mar 27, 2005 3:59 pm    Titel: Re: von Standpunkt zu Standpunkt ... Punkt ;) Antworten mit Zitat

otterchen hat folgendes geschrieben:
Ich verstehe auch die Aufregung um diese geheimen Tests nicht. Also entweder ich weiss als Frau wer der Vater ist, dann kann es mir egal sein, ob er das Geld für den Test verschwendet oder nicht. Bin ich mir jedoch nicht sicher, wer der Vater ist, so kann ich mein Wissen (oder in dem Fall "Nicht - Wissen" ja nur aus zwei Gründen auf einen bestimmten Mann anwenden: Entweder aus habgierigen oder aus manipulativen Gründen.
Es geht doch aber nicht um die DNS der Frau, sondern um die des Kindes. Und auch um den Anspruch des Kindes auf Unterhaltszahlungen. Kiddy ist ja nicht Mutters Besitz. Irgendwie verwechselst du da was.
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Jan
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BeitragGeschrieben: Don Mai 26, 2005 5:34 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hab jetzt nur den ersten beitrag gelsen -war zu faul für den Rest Laughing

Also ich bin da direkter Insider, bei mir gabs auch einen Vaterschaftstest.

Ich wäre zum beispiel eine wunderbare Möglichkeit zu erkennen was passieren kann, wenn man seinen Vater nicht kennt und stattdessen einen anderen vorgelogen bekommt:
Mir persönlich ist das Wissen über meine Vorfahren genauer aber gesagt um meine Abstammung wichtig, und wenn ich jetzt erfahren würde, das meine Mutter mir einen anderen Mann als Vater vorGELOGEN hätte, dan wär das Verhältnis zum "Stiefvater" zwar kaum veränderlich, aber
1. würde ich meine Mutter jahrelang hassen (vielleicht bis zum Lebensende)
2. wer weiß ob ich nicht viellleicht ausrasten würde, also Gewalteinsatz
3. will ich wissen wer mein richtiger Vater wäre

Also wäre ich adoptiert wär die Situation ganz anders.

Aber so...

Ich würde auch wissen wollen wer meine Mutter ist, wenn Väter die Kinder kriegen würden....

Wenn die Mutter fremdgeht und sich selbst in die Situation reinbringt isse selbst Schuld, aber um des Kindes willen muss sie die sache nicht noch verstärken.

ich meine, wenn man den Vater nicht kennt ist es das eine, wenn man einen anderen als Vater gelogen bekommt eine ganz andere.

Ich finde zwar das es egal ist, wer die Mutter oder wer der Vater ist (nur weiß man es wegen der Geburt wer die Mutter ist ja zwwangsweise), allerdings leben wir ja nunmal nicht so.

Und noch ein weiterer Punkt von mir:
Wenn man dadurch die Familie kaputt macht wenn man die Lüge zugibt, dann lasst es mich mal so sagen:
Demnach kann ich beinahe sämtliche Taten rechtfertigen wenn ich sage : "Ich will das nicht kaputt" machen, damit lassen sich sogar Morde u.U. rechtertigen.

Also wenn ein Vater wissen will ob es seine Kinder sind, sollte jedem das recht dazu gegeben werden, schadet "vielleicht" dem Kind, weil der "Vater" doch nicht der Vater ist und er das Kind (und Frau) von nun an meidet.
Aber der Übeltäter bzw. der Urspung des Übels wäre nunmal die Tat der Mutter.

Also für mich gibts da nur 3 Dinge:

1. Den Vater garnicht sagen, anstatt zu lügen (der "Erzieher" wär ja eh Vater für das Kind
2. Den Vaterschaftstest machen lassen oder wenn man sweiß den vater nennen
3. Bei Vergewaltigungen (und wenn es ähnlich gravierende Situationen geben sollte), den ersten Punkt in Kraft treten lassen


Aber eine ganz wichtige Sache ist vielleiocht noch diese:
Wenigstens -auch wenn die Mutter so ein Untier ist- dem Kind die Wahrheit sagen, dann ist es Sache des Kindes.

Und nochmal allgemein gesagt als Schlußwort:
Wer in diesem Sinne die Lüge predigt, kann auch das Böse als das Gute predigen....
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Hannibal
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BeitragGeschrieben: Don Mai 26, 2005 6:28 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Jan, Jan, Du packst hier Phrasen und Worte rein, die mir Unbehagen bereiten.

Hättest Du die Möglichkeit, würdest Du uns Deine patriarchale Ansicht gesetzlich vorschreiben.

Ob die Mutter etwas über den Vater sagt oder nicht und ob sie den biologischen Vater überhaupt kennt oder nicht, liegt wohl in ihrem Ermessen. Nun, hier habe ich wieder ein Beispiel für männliche Destruktivität. Gewalt und Hass, weil der Name eines Kerls nicht genannt wurde?
Ehrlich Leute, das ist nicht meine Welt und ... ich schweige hier mal.
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BeitragGeschrieben: Don Mai 26, 2005 8:52 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hannibal, das ist meine sicht da wir im patriarchat leben.

Wenn wirs nicht tun würden, wären die Eltern ja egal....aber wenn man nun solebt das man weiß wer die Mutter ist UND MAN EINEN VATER VON DER MUTTER ZUGEWIESEN BEKOMMT, dann finde ich ist in meiner sicht der dinge nicht mehr oder weniger patriarchat drin, als wenn man auch die mutter miteinbezieht.

Also wenn man schon einen Vater hat, sollte man zumindest wissen, ob es der Vater ist.

Ansich aber finde ich eher dies hier am besten: Kinder sind die Kinder der Gemeinschaft und werden nicht als "Eigentum" der Eltern betrahctet.
Aber wie bereits erwähnt, wenn wir hier schon so leben und die Mutter kennen dann sollte man da schon Gleichberechtigung vollziehen und auch den Vater kennen.

Oder würdest du als Frau deinem kind in unserer Gesellschaft eine andere person als Vater präsentieren nur weil es dir passtß Also aus egoistischen Gründen, wenn das Kind das wissen will wer der Vater ist, und die Mutter einem was falsches sagt, dann ist das für mich weder matriarchat noch patriarchat sondern einfach herumlügerei auf niedrigstem Niveau.


Wieso sollte denn auch jemand seinem Kind verweigern zu sagen wer der Vater ist?, wenn das Kind es wissen möchte?
Wenn die Mutter lügt ist das immerhin nicht weniger ein verbrechen auf der Grundlage als wenn man sagen würde Männer haben schon immer über Frauen geherrscht und weil es immerschon so war ist es richtig.

Es gibt nur wenige Lügen die man als richtige Entscheidung einordnet...

Aber nochmal zur Mutter: Warum sagt die Mutter dem Mann nicht ob er der Vater ist? Und zwar ehrlich...
wenn dann kommen sollte (weil er nicht der Vater ist): ich will die familie nicht kaputt machen, und das als rechtertigung nimmt.
dannkann man auch das hier nehmen:
Mutter ging fremd, Kind bekommen.
Der wahre Vater weiß es und will es dem Mann der Frau sagen, die Frau bringt den wahren Vater um -> Familie gerettet.
Das wäre dann ebenso eine Rechtertigung und müsste demnach genauso anerkannt werden...gut den Tod mitreinzubringen war vielleicht etwas hart, aber dem mann die möglichkeit zu nehmen es zu sagen aus egoitischem Interesse....also...... ich weiß nicht.

Man sollte über die Folgen nachdenken wenn man etwas tut, und wenn die Mutter dem Kind einen Vater gibt, sollte sowohl der Vater seiner bewusst sein als auch das Kind wenn es fragt.

Ich meine, man kann natürlich auch Lügen, aber ich kann mich auch menschenfeindlich durch sLebven lügen, und ich denke nicht das du bei deinen wichtigen Dingen in deinem Leben belogen werden willst....
falls schon hat mein Argument keine Wirkung, aber falls dem so ist, dann soll eine Mutter auch dabei nicht lügen.

Wie gesagt, wenn wir im Matriarchat leben würden, wäres mir egal. aber da wir nunmal nicht darin leben, muss man sich gleich mit Lügen durhcs Leben schlagen weil man es sich leicht macht?

IOch denke mir mal im Matriarchat wäre der Umgang mit der Lüge bei wichtigen Dingen nicht anders als mit der Umgang der Lüge im Patriarchat... nur die Themen ändern sind, aber nicht Dinge die einem Wichtig sind.


Un im übrigen: Da hier ist auch nicht meine Welt, ich bin ein Mensch der will das alle Menschen verdammt noch eins auf Individuum achten und nicht auf die geschlechter und ich bin gegen Kapitalismus,, also auch nicht meine Welt. Aber bestimmte Dinge sind mir vom Prinzip her auch wichtig-ob ich sie nun mag oder nicht.

so, aber zum Schluss jetzt mal eine kleine Psy<chologieminute ^^:
Tut mir leid, das es manchmal so scheint als schriebe ich sehr "hart"- das ist so ein problem wenn ich Schreibe, ich hab das bis jetzt noch nicht hinbekommen "freundlicher" zu schreiben..also eher auf das achten was ich sag und weniger wie ich es sag Wink
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BeitragGeschrieben: Don Mai 26, 2005 8:59 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Nochmal zu dem Ermessen der Mutter: Vergiss nicht das Väter zu 50% das Kind ausmachen, wenn man Kinder den Müttern zuordnet muss es auch den Vätern so gehen -nennt man Gleichberechtigung Wink

Wenn man allerdings im Matriarchat lebt ist das eh egal, und wenn man polygam lebt ist es nochmal eine andere..., aber im Patrarchat ist mir sowas eben wichtig.


Nun, hier habe ich wieder ein Beispiel für männliche Destruktivität. Gewalt und Hass, weil der Name eines Kerls nicht genannt wurde?
-Jap, wenn das Kind das wissen will warum darf die Mutter das Recht haben dem Kind das wissen zu verweigern?
Würden Väter die Kinder kriegen würde ich genauso argumentieren, nur als Nebeninfo Wink

Übrigens ist es nicht männliche Destruktivität, ich kenne auch genug Weibchen die es genauso machen würden, nur gehen Männer mit ihrer Gewalt eher nach außen -> kulturelle Prägung eben.
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BeitragGeschrieben: Sam Mai 28, 2005 12:03 am    Titel: Antworten mit Zitat

Rolling Eyes Kulturelle Prägung eben, das sagst du so im Nebensatz. Das ist aber die Hauptsache. Einer der Hauptunterschiede zwischen matriarchal und patriarchal organisierten Gesellschaften.
Ich bin auch für eine kollektive Finanzierung von Kindern, Kinder werden schließlich von der ganzen Gesellschaft gebraucht.
Es gibt aber so viele verschiedene Konstellationen in dieser Vaterschaftsproblematik, daß es schwer ist, dies gesetzlich zu regeln. Ich denke, die Rechte des sozialen Vaters sollten , wenn schon, gestärkt werden, die Biologie spielt hier wirklich eine untergeordnete Rolle, und in krassen Fällen - etwa einem Seitensprung am Faschingsfest, wo das Elternpaar in spe vielleicht gerade einmal den Vornamen kennt, lassen sich aus der Biologie meines Erachtens gar keine Rechte ableiten.Ich kenne Fälle, in dem die Mutter eines Kindes den Kindsvater bewußt nicht oder falsch angibt (etwa "José aus Mexiko,Nachnamen kenne ich nicht"), weil sie die Einmischung fürchtet, wenn sie etwa gravierende Dinge wie Kriminalität oder Süchte des Kindsvaters erst erfährt, nachdem sie schon schwanger ist. Es gibt Väter, die sich rührend um ihre Kinder kümmern, von denen sie erst spät erfahren, daß sie nicht deren biologischer Vater sind, die sich dann weiter kümmern möchten und nach der Trennung von der Kindsmutter keine Chance auf weiteren Umgang mit dem Kind haben. Die biologistische Regelung scheint mir vollkommen unzulänglich, vor allem im Sinne des Kindswohls, das angeblich dem Gesetzgeber so sehr am Herzen liegt.
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Jan
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BeitragGeschrieben: Sam Mai 28, 2005 9:14 am    Titel: Antworten mit Zitat

Naja, über Gesetze, grade in deutschland brauch man ja nicht zu streiten, denn da ist eh alles vorhanden.
Aber mal um das meiste weg zu lassen:
ich finde dem Vater gehören dieselben Rechte zugesprochen wie der Mutter und umgekehrt.
Mittlerwile ist es ja soweit, wenn auch wieder im Abschwung wie ich finde, das das Neugeborene das Kind der Mutter ist und nicht das Kind des Vaters, früher war es ja so, das neugeborene ist das Kind des Vaters und nicht der Mutter...

Ich bin lediglich für eine Gleichstellung der Rechte zwischen den Eltern....
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Hannibal
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BeitragGeschrieben: Sam Mai 28, 2005 2:20 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Annaberg, danke. Deiner prägnanten Zusammenfassung kann ich nur zustimmen.

Ansonsten wird es immer mindestens eines geben, was die Männer niemals können werden: Kinder schaffen und gebären. Das wird auch immer der Punkt sein, wo sie sich trotz unermesslicher Gewaltmassnahmen gegen Frauen die Zähne ausbeissen werden.

Die Männer werden auch mit allen Mitteln zu verhindern versuchen, dass die Frau(en) ohne männlichen Beistand (in irgendeiner Form) Kinder gebären und aufziehen. Die restriktiven Gesetze kann Frau bei lesbischen Paaren schon jetzt erkennen.
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BeitragGeschrieben: Sam Mai 28, 2005 3:45 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Jo stimmt, Mütter haben auch (im Durchschnitt) die besseren INSTINKTE um ein Kind großzuziehen in den ersten Jahren - soweit mein Eindruck...
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