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Wann ist eine Feministin und wann nicht?

 
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wolfsmutter
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BeitragGeschrieben: Don Jan 20, 2005 4:04 am    Titel: Antworten mit Zitat

Ich springe dir nicht ins Gesicht, wenn/weil du eine andere Position hast, sondern wenn/weil du dich abfällig über meine Position äußerst. Weil ich das für respektlosen Umgang miteinander halte und dir/deiner Position auch nicht respektlos gegenüber trete.

Abgesehen davon gibt es "den aktuellen Feminismus" nicht. Einen kleinen Überblick zu den unterschiedlichen Strömungen des Feminismus findest du auf Femfacts.
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Hannelore
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BeitragGeschrieben: Don Jan 20, 2005 2:59 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Lass uns mal darüber reden, ich habe einen eigenen Thread aufgemacht.

Die Liste bei femfacts ist recht hilfreich, fehlen nur noch Anarcha-Feminismus und Matriarchats-Feminismus. Aber mir geht es nicht um die verschiedenen Strömungen.

(Es ist eher so, wie wenn ich Sport als Ganzes für mich ablehne, weil ich bei allen Sportarten meinen Hintern vom Stuhl kriegen muss, egal ob beim Skifahren oder Schwimmen.)

Leider sind die Ziele der fem. Strömungen nicht angegeben und dann die Wege, die diese Feministinnen einschlagen, um ebendiese Ziele zu erreichen. [In dem Wikipedia-Artikel steht darüber mehr. (Stand 20.1.2005)]

Und das ist, womit ich mich bei keiner fem. Strömung identifizieren kann:
1. den Fokus auf Teilaspekte richten (egal ob androzentrisch, eurozentrisch, gynozentrisch oder sonstwas) und innerhalb dieses Rahmens Handlungen entwerfen, ohne zu beachten, auf welche anderen Bereiche sie sich auswirken.
2. diskutieren, argumentieren und agieren innerhalb patriarchaler Kategorien (das tun sogar die Matriarchats-Feministinnen) und patriarchale Methoden anwenden.

Seit Jahren betreue ich die Kategorie "Feminismus" im odp (Google-Verzeichnis) und werde es auch weiter tun, weil mich das zwingt mit dem Thema auf dem Laufenden zu bleiben und ich nehme jeden neuen Artikel auf wolfsmutter.com zur Kenntnis (es gibt ja rss).
Wenn ich also von mir sage "Ich bin keine Feministin", dann heißt das nicht, dass ich den Feminismus ablehne, in Teilaussagen nicht mit ihm übereinstimme oder aufhöre mich damit zu beschäftigen. Schon gar nicht lehne ich einzelne Feministinnen ab, weil sie Feministinnen sind.

Aber ich kritisiere den Feminismus als Teil und Symptom des Patriarchats, was er ja ist. So wie ich das Schul- und Bildungssystem kritisiere oder die soziale Lebensform der monogame Kleinfamilie.

These: Wenn ich patriarchale Methoden anwende, bekomme ich auch patriarchale Ergebnisse.
_________________
Rette sich, wer kann! Blog von Hannelore Vonier
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wolfsmutter
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Anmeldungsdatum: 17.03.2003
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BeitragGeschrieben: Don Jan 20, 2005 4:09 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hannelore hat folgendes geschrieben:
Lass uns mal darüber reden, ich habe einen eigenen Thread aufgemacht.

(Es ist eher so, wie wenn ich Sport als Ganzes für mich ablehne, weil ich bei allen Sportarten meinen Hintern vom Stuhl kriegen muss, egal ob beim Skifahren oder Schwimmen.)
Wie gesagt - andere Positionen erweitern den Blickwinkel.


Hannelore hat folgendes geschrieben:
Und das ist, womit ich mich bei keiner fem. Strömung identifizieren kann:
1. den Fokus auf Teilaspekte richten (egal ob androzentrisch, eurozentrisch, gynozentrisch oder sonstwas) und innerhalb dieses Rahmens Handlungen entwerfen, ohne zu beachten, auf welche anderen Bereiche sie sich auswirken.
2. diskutieren, argumentieren und agieren innerhalb patriarchaler Kategorien (das tun sogar die Matriarchats-Feministinnen) und patriarchale Methoden anwenden.

ad 1: das ist ein möglicher pragmatischer Ansatz: eine bestimmte Aufgabe anpacken
ad 2: wie du selber sagst: das passiert uns allen zeitweilig. Weil wir eben in diesem patriarchalen System aufgewachsen sind.

Hannelore hat folgendes geschrieben:
Wenn ich also von mir sage "Ich bin keine Feministin", dann heißt das nicht, dass ich den Feminismus ablehne, in Teilaussagen nicht mit ihm übereinstimme oder aufhöre mich damit zu beschäftigen. Schon gar nicht lehne ich einzelne Feministinnen ab, weil sie Feministinnen sind.
Das beruhigt mich einigermaßen, weil ich bei manchen Aussagen den Eindruck hatte.
Ein Beispiel:
Hannelore hat folgendes geschrieben:
Es gibt Feministinnen, die fordern, dass Kindern noch mehr von dieser Ideologie zugeführt wird, nämlich am Nachmittag. Damit ignorieren sie das Recht des Kindes auf Privatleben und Selbstbestimmung. Auf Eigensinn und Eigeninitiative, wo es Göttin sei Dank, noch einen Freiraum dafür gibt! Sie arbeiten mit Betreiben ihrer Forderung nach Ganztagsschulen dem Patriarchat zu (und nicht nur hier!), dessen Teil der Feminismus ist.

Mir fehlen da verschiedene Zusatz-Informationen:
1: es gibt Feministinnen, die Schulsysteme als solches ablehnen
2: es gibt Feministinnen, die an anderen Schulsystemen arbeiten/arbeiteten um den Kindern eben diese Möglichkeiten der Selbstbestimmung zu gewährleisten
3: bis wir alle im Matriarchat leben, wo sich jede/r für die Aus/Bildung interessierter Kinder/Jugendlicher zuständig fühlt, haben wir das Problem praktikable Alternativen zum Status Quo zu finden
4: es gibt alle möglichen Leute die Ganztagsschulen wollen
Du hast also nur einen Teilaspekt herausgegriffen. Wink
Hannelore hat folgendes geschrieben:
Aber ich kritisiere den Feminismus als Teil und Symptom des Patriarchats, was er ja ist. So wie ich das Schul- und Bildungssystem kritisiere oder die soziale Lebensform der monogame Kleinfamilie.
Du übersiehst dabei aber eines: der Feminismus arbeitet an Strategien das Patriarchat abzuschaffen. Im Gegensatz zum Schul- und Bildungssystem und zur monogamen Kleinfamilie. Und weil Feministinnen eben keine homogene Gruppe sind, versucht jede/jede Strömung Ideen aus. Try and error. Deswegen halte ichs für problematisch wenn sich diejenigen die an dieser Veränderung arbeiten, wegen unterschiedlicher Ansätze angreifen und sich deutlich voneinander distanzieren. Das hat für mich halt einfach den Beigeschmack des Punkte fürs eigene Ding sammeln auf Kosten der anderen.

Hannelore hat folgendes geschrieben:
These: Wenn ich patriarchale Methoden anwende, bekomme ich auch patriarchale Ergebnisse.
Wenn du mir damit sagen willst, der Zweck heilige nicht die Mittel, geb ich dir vollkommen recht. Andererseits hat keine von uns den großen matriarchalen Leitfaden in der Hand um jede Situation nachzuschlagen - abgesehen davon dass mir das sowieso ausnehmend suspekt wäre. Und deswegen hälts wohl jede von uns so nach bestem Wissen und Gewissen diese unsere Realität zu verändern, zaubern mit Versuch und Fehler eben.
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Carlos
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BeitragGeschrieben: Son Jan 23, 2005 1:44 am    Titel: Feministinnen & Nicht-Feministinnen unter sich? Antworten mit Zitat

Wolfsmutter hat folgendes geschrieben:
ad 1: das ist ein möglicher pragmatischer Ansatz: eine bestimmte Aufgabe anpacken

kleine Ergänzung: es ist ein möglicher patriarchaler pragmatischer Ansatz.
Nämlich deshalb:
Hannelore hat folgendes geschrieben:
ohne zu beachten, auf welche anderen Bereiche sie sich auswirken


Wolfmutter hat folgendes geschrieben:
Du übersiehst dabei aber eines: der Feminismus arbeitet an Strategien das Patriarchat abzuschaffen.

Das ist wahrscheinlich so. Aber kannst du ein typisches Beispiel nennen, anhand dessen wir uns ein Bild machen können?

Zitat:
Im Gegensatz zum Schul- und Bildungssystem und zur monogamen Kleinfamilie.

Mir sind einige Projekte bekannt, wo Eltern darum gekämpft haben, bzw. darum kämpfen, dass ihre Kinder nicht zur Schule gehen müssen. Sie fordern selbstbestimmtes Lernen z.B. in Familienschulen.
In Deutschland gibt es Schulpflicht. Das heißt: Als Erziehungsberechtigter musst du dafür sorgen, dass dein Kind in der Schule pünktlich erscheint. Wenn nun dem Kind unterwegs von Älteren das Taschengeld geklaut wird, das Kind gehänselt oder sogar geschlagen wird, dann weigert es sich u.U. weiterhin die Schule zu besuchen. Bringst du es nicht dazu, in die Schule zu gehen, verstößt du gegen das Gesetz. Bringst du es mit Gewalt dazu, hinzugehen (wie auch sonst, wenn es nicht will?), verstößt du auch gegen das Gesetz, ein anderes.
Es gibt einige Initiativen, die sich mit dieser Problematik massiv auseinandersetzen.
Ebenso mit der monogamen Ehe als staatliche Institution. Ich höre von Kollegen immer häufiger, dass sie mit ihrer Partnerin zusammenziehen/-leben, Kinder haben, alle Aufgaben teilen, aber nicht heiraten und zwar ganz bewusst.

Kürzlich erzählte mir ein alleinerziehender Vater, welche Probleme er mit seinen beiden kleinen Söhne er habe, weil er versucht, sie selbstbestimmt ihren eigenen Weg finden und gehen zu lassen, das "System" diese Haltung aber ständig zu unterminieren suche.

Es gibt also auch Menschen, die das Patriarchat "abschaffen" wollen, ohne sich mit dem Feminismus verbunden zu fühlen, einerseits wegen dessen patriarchaler Methoden, die sich - soweit ich informiert bin - an den innersystemischen Gegebenheiten orientieren, aber hauptsächlich, weil sie sich wegen ihres Penis' dort nicht willkommen fühlen.

Ich lasse mich aber gerne eines anderen belehren, auch, damit ich Argumente gegenüber meinen Gesprächsfreunden habe.
_________________
Den Geschmack kann man nicht am Mittelgut bilden, sondern nur am Allervorzüglichsten.
- Johann Peter Eckermann
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wolfsmutter
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BeitragGeschrieben: Son Jan 23, 2005 9:36 pm    Titel: Re: Feministinnen & Nicht-Feministinnen unter sich? Antworten mit Zitat

Carlos hat folgendes geschrieben:
Wolfsmutter hat folgendes geschrieben:
ad 1: das ist ein möglicher pragmatischer Ansatz: eine bestimmte Aufgabe anpacken

kleine Ergänzung: es ist ein möglicher patriarchaler pragmatischer Ansatz.
Ahso?

Carlos hat folgendes geschrieben:
Nämlich deshalb:
Hannelore hat folgendes geschrieben:
ohne zu beachten, auf welche anderen Bereiche sie sich auswirken
Mir scheint doch, dass gerade der Feminismus aufgedeckt hat, dass sich gesellschaftliche Probleme auf alle Bereiche auswirken.

Carlos hat folgendes geschrieben:
Wolfmutter hat folgendes geschrieben:
Du übersiehst dabei aber eines: der Feminismus arbeitet an Strategien das Patriarchat abzuschaffen.

Das ist wahrscheinlich so. Aber kannst du ein typisches Beispiel nennen, anhand dessen wir uns ein Bild machen können?
Wozu denn? Ich bin doch nicht hier um dich zu missionieren. Es gibt genügend Literatur zum Feminismus, also wenns dich interessiert, dann mach dir die Mühe dich damit auseinanderzusetzen und verlang nicht von mir dich mit kleinen Bissen zu füttern.

Carlos hat folgendes geschrieben:
Zitat:
Im Gegensatz zum Schul- und Bildungssystem und zur monogamen Kleinfamilie.

[...]
Es gibt also auch Menschen, die das Patriarchat "abschaffen" wollen, ohne sich mit dem Feminismus verbunden zu fühlen, einerseits wegen dessen patriarchaler Methoden, die sich - soweit ich informiert bin - an den innersystemischen Gegebenheiten orientieren, aber hauptsächlich, weil sie sich wegen ihres Penis' dort nicht willkommen fühlen.

Ich lasse mich aber gerne eines anderen belehren, auch, damit ich Argumente gegenüber meinen Gesprächsfreunden habe.

Woher bitte, hast du denn die abstruse Idee, Feministinnen würden sich öfter patriarchaler Methoden bedienen als andere systemkritische Gruppen? Ich kann mich auch nicht erinnern behauptet zu haben Feminismus wäre die einzige Methode an Alternativen zu arbeiten.

Mir kommt vor, dass du eher ein Problem damit hast dass Feministinnen dich /andere Männer nicht genug willkommen heißen. Wobei das auch unterschiedlich ist. Manche arbeiten gemischt, andere nicht. Ich persönlich ziehe es vor mit Frauen zu arbeiten. Was nicht heißt, ich würde allen Feministinnen vorschreiben oder nahelegen es mir gleich zu tun. Abgesehen davon, dass diese von dir erwähnten Feministinnen offenbar eh auch mit Männern gearbeitet haben. Vielleicht gabs nur nicht genug Beifall?

Ich werd nicht so ganz schlau aus deinem Beitrag.
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