Forum HUMANS Foren-Übersicht Forum HUMANS
Über die Qualität des Zusammenlebens
Archiv des Forums von Hannelore Vonier
 
     SuchenSuchen   MitgliederlisteMitgliederliste   BenutzerInnengruppenBenutzerInnengruppen 
 Ihr ProfilIhr Profil   Private Nachrichten lesenPrivate Nachrichten lesen   LoginLogin 



Wann wurden die Menschen matristisch?

 
Dieses Forum ist gesperrt, Sie können keine Beiträge editieren, schreiben oder beantworten   Dieses Thema ist gesperrt, Sie können keine Beiträge editieren oder beantworten    Forum HUMANS Foren-Übersicht -> Patriarchat/Matriarchat - kein Gegensatz
Vorheriges Thema anzeigen :: Nächstes Thema anzeigen  
AutorIn Nachricht
Cassandra
Insider
Insider


Anmeldungsdatum: 19.01.2004
Beiträge: 13
Wörter: 5,810

27 Sterntaler
29 Blumen

BeitragGeschrieben: Son Jun 20, 2004 8:09 am    Titel: Wann wurden die Menschen matristisch? Antworten mit Zitat

Hallo Zusammen,

bisher hies es immer, das am Anfang das Matriarchat war.
Ist das überhaupt richtig? Wenn wir uns nämlich in der Tierwelt/Primatenwelt umschauen, dann sind die Weibchen wirklich wesentlich kleiner als die Männchen, und die meisten sind eindeutig patriarchalisch strukturiert.

"Vor dem Homo erectus waren Frauen stets wesentlich kleiner als die Männer", erklärt der Anthropologe Richard Klein von der Stanford Universität. "Nun wurden Frauen zum ersten mal größer, was zur Annahme verleitet, dass sie etwas getan haben, was sie zuvor nicht taten, und wir denken, dass sie sich an der Nahrungssuche beteiligten".

Die Population der Humanoiden ist vor ca. 75.000 Jahren stark reduziert worden, so das unser heutiges Erbgut auf ca. 2000 Exemplaren beruht. Die Katastrophe die sich ereignet haben muss, wird wohl auch anderes Leben stark eingeschränkt haben, was natürlich auch eine Änderung der Überlebensstratigien zur Folge gehabt haben muß.

Ich habe keine Ahnung was diese Überlegung wert ist, aber kann dieser Zeitpunkt nicht auch der Beginn des Matriarchats bedeuten? Gibt es dazu überhaupt Theorien, die ich sogar nachlesen kann?

Liebe Grüße,
Cassandra
BenutzerInnen-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Tabasco
Confabulator
Confabulator


Anmeldungsdatum: 26.08.2002
Beiträge: 99
Wörter: 17,902
Wohnort: planet earth
20 Sterntaler
541 Blumen

BeitragGeschrieben: Mit Jun 23, 2004 6:00 pm    Titel: Re: Wann wurden die Menschen matristisch? Antworten mit Zitat

Cassandra hat folgendes geschrieben:

bisher hies es immer, das am Anfang das Matriarchat war.
Ist das überhaupt richtig? Wenn wir uns nämlich in der Tierwelt/Primatenwelt umschauen, dann sind die Weibchen wirklich wesentlich kleiner als die Männchen, und die meisten sind eindeutig patriarchalisch strukturiert.


Was verstehst Du unter "eindeutig patriarchalisch"? Etwa die Tatsache, dass die Weibchen bei den meisten Tierherden, und Rudeln zusammenbleiben? Oder die Tatsache, dass ein "Alphamännchen" nur gerade solange eine Herde/Rudel "anführt", wie es von den Weibchen geduldet wird?

Zitat:

"Vor dem Homo erectus waren Frauen stets wesentlich kleiner als die Männer", erklärt der Anthropologe Richard Klein von der Stanford Universität. "Nun wurden Frauen zum ersten mal größer, was zur Annahme verleitet, dass sie etwas getan haben, was sie zuvor nicht taten, und wir denken, dass sie sich an der Nahrungssuche beteiligten".

Die Population der Humanoiden ist vor ca. 75.000 Jahren stark reduziert worden, so das unser heutiges Erbgut auf ca. 2000 Exemplaren beruht. Die Katastrophe die sich ereignet haben muss, wird wohl auch anderes Leben stark eingeschränkt haben, was natürlich auch eine Änderung der Überlebensstratigien zur Folge gehabt haben muß.


Entschuldige meine Unwissenheit: Aber wie genau hängt die Körpergrösse mit der Sozialstruktur zusammen? Und wie passt die Tatsache, dass auch in diesem Punkt die Intragruppenvarianz grösser ist, als die Intergruppenvarianz - d.h. die Unterschiede zwischen den Männchen und die Unterschiede zwischen den Weibchen sind grösser, als die Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen - in diese Theorie?

Zitat:

Ich habe keine Ahnung was diese Überlegung wert ist, aber kann dieser Zeitpunkt nicht auch der Beginn des Matriarchats bedeuten? Gibt es dazu überhaupt Theorien, die ich sogar nachlesen kann?


Matriarchat fing dort an, wo Frauen anfingen, Kinder zu gebären. Patriarchat frühenstens dort, wo Männer sich ihrer Rolle bei der Zeugung bewusst waren. Welcher Zeitpunkt war wohl früher?

Zum Lesen: "Mutter Natur" von Sarah Blaffer Hrdy

Herzliche Grüsse

T.
BenutzerInnen-Profile anzeigen Private Nachricht senden AIM-Name
Cassandra
Insider
Insider


Anmeldungsdatum: 19.01.2004
Beiträge: 13
Wörter: 5,810

27 Sterntaler
29 Blumen

BeitragGeschrieben: Mit Jun 23, 2004 9:28 pm    Titel: Re: Wann wurden die Menschen matristisch? Antworten mit Zitat

Hi Tabasco

Zitat:
Was verstehst Du unter "eindeutig patriarchalisch"? Etwa die Tatsache, dass die Weibchen bei den meisten Tierherden, und Rudeln zusammenbleiben? Oder die Tatsache, dass ein "Alphamännchen" nur gerade solange eine Herde/Rudel "anführt", wie es von den Weibchen geduldet wird?


Ich meine tatsächlich, das die Weibchen vorher wesentlich kleiner war als das Männchen.

Zitat:
Entschuldige meine Unwissenheit: Aber wie genau hängt die Körpergrösse mit der Sozialstruktur zusammen?


Man kann daran erkennen, das die Nahrung unterschiedlich aufgeteilt wurde. Wenn man aber gebärenden Frauen Respekt zollen will, dann wird dafür gesorgt, das die Gebärende richtig ernährt wird.

Ausserdem belegen Knochenfunde großer Tiere, das sie nicht nur Spuren von den primitiven Werkzeugen des Homo erectus, sondern auch Spuren von Raubtieren zeigen. Auch wurden die meisten dieser Knochen und Werkzeuge in der Nähe von Flüssen gefunden, die normalerweise von wilden Raubtieren gut besucht waren und eher familienfeindliche Örtlichkeiten waren. Ein Hinweis, dass die Männer ihr Fleisch gar nicht zurück zu den Familien brachten.

Zitat:
Und wie passt die Tatsache, dass auch in diesem Punkt die Intragruppenvarianz grösser ist, als die Intergruppenvarianz - d.h. die Unterschiede zwischen den Männchen und die Unterschiede zwischen den Weibchen sind grösser, als die Unterschiede zwischen Männchen und Weibchen - in diese Theorie?


Eigentlich passt dies hervoragend zu patriarchalischen Strukturen. Viele Hierarchien, und der 'Unterste' darf sehen wo er abbleibt.

Zitat:
Matriarchat fing dort an, wo Frauen anfingen, Kinder zu gebären.


Diese Aussage finde ich eigentlich genauso oberflächlich, wie die Aussage 'so_was_hat _es_nie_gegeben'.

Zitat:
Patriarchat frühenstens dort, wo Männer sich ihrer Rolle bei der Zeugung bewusst waren.


Da stimme ich dir allerdings zu.

Zitat:
Zum Lesen: "Mutter Natur" von Sarah Blaffer Hrdy


Vielen Dank und ebenfalls
herzliche Grüsse

Cassandra
BenutzerInnen-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Hannelore
Wandlungsnatur


Anmeldungsdatum: 04.05.2002
Beiträge: 384
Wörter: 76,584
Wohnort: Kissimmee, Florida
112 Sterntaler
876 Blumen

BeitragGeschrieben: Son Jul 04, 2004 2:11 am    Titel: Was ist richtig? Antworten mit Zitat

Hallo Cassandra,
Zitat:
bisher hies es immer, das am Anfang das Matriarchat war.
Ist das überhaupt richtig?


Es heißt auch, dass
- Eingeborene in Stämmen leben
- Asiatische Großfamilien eine Matriarchin haben
- Berber in Dörfern mit Subsistenzwirtschaft (Selbstversorgung) leben
- Indianische Clans die gleichen Symbole verwenden, wie die alten Stämme in Nordafrika und ums Mittelmeer
- noch viele afrikanische Stämme Konsensgesellschaften sind

Ist das überhaupt richtig?

Ich glaube, du solltest dir darüber klar werden, was ein Matriarchat ist und was nicht. Wink Hier eine grobe Übersicht.
_________________
Rette sich, wer kann! Blog von Hannelore Vonier
BenutzerInnen-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieser/s Benutzerin/s besuchen
Cassandra
Insider
Insider


Anmeldungsdatum: 19.01.2004
Beiträge: 13
Wörter: 5,810

27 Sterntaler
29 Blumen

BeitragGeschrieben: Son Jul 04, 2004 6:52 am    Titel: Re: Was ist richtig? Antworten mit Zitat

Hallo Hannelore,

leider gehst du gar nicht auf meine Frage ein.

Zitat:
Es heißt auch, dass
- Eingeborene in Stämmen leben


Das freut mich.

Zitat:
- Asiatische Großfamilien eine Matriarchin haben


Findet man wohl nicht nur in Asien.

Zitat:
- Berber in Dörfern mit Subsistenzwirtschaft (Selbstversorgung) leben


Das will denen keiner wegnehmen.

Zitat:
- Indianische Clans die gleichen Symbole verwenden, wie die alten Stämme in Nordafrika und ums Mittelmeer


Und seit wann existieren die Symbole? Das ist die eigentlich interessante Frage.

Zitat:
- noch viele afrikanische Stämme Konsensgesellschaften sind
Ist das überhaupt richtig?


Da sie das heute noch so tun, wird das wohl der Fall sein.

Doch was hat das mit meinen Argumenten oder Behauptungen zu tun, die da wären:
1. Vor Homo Erektus waren die weiblichen dieser Spezie wesentlich kleiner als ihre männlichen Artgenossen, dann haben sie sich ihren männlichen Artgenossen in der Größe angepasst
2. Diese Anpassung konnte durch Narungsergänzung (Frauen fangen an ihren Teil der Ernährung beitragen) erfolgen, mehr Größe durch bessere Ernährung.
3. Katastrophe vor Ca 75.000 Jahren - Es leben nur noch ca. 2.000 Exemplare der Gattung Homo Erektus und wahrscheinlich auch kaum Jagdwild - Frauen übernehmen die Hauptverantwortung für das Überleben der Sippe, und daraus folgend eine neue soziale Struktur.

Soviel ich weiß, habe ich mit keinen Wort bestritten, das es global(also flächendeckend) matristische, oder meinetwegen auch matriachalische Völker gelebt haben, und das über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehntausenden.

Zitat:
Ich glaube, du solltest dir darüber klar werden, was ein Matriarchat ist und was nicht. Wink


Dabei geht es mir nur darum: Seit wann gibt es Matriachate. Rolling Eyes
Breche ich damit ein Tabu?

Zitat:
Hier eine grobe Übersicht.


Nicht nur, das mir dein Link überhaupt nicht weiter hilft, da er überhaupt nicht auf meine Frage eingeht, sondern ich fühle mich auch noch abgeschoben wie ein kleines Kind.

Warum wird denn nicht auf meine Argumente/Behauptungen eingegangen? Wenn ihr wenigsten sagen würdet, das stimmt nicht was ich geschrieben habe, aus den und den Gründen, dann könnte ich meine Argumente wenigstens verteidigen, oder auch aufgeben.

Liebe Grüße
Cassandra
BenutzerInnen-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Cassandra
Insider
Insider


Anmeldungsdatum: 19.01.2004
Beiträge: 13
Wörter: 5,810

27 Sterntaler
29 Blumen

BeitragGeschrieben: Son Jul 04, 2004 10:10 am    Titel: Entstehung des Matriarchats Antworten mit Zitat

Noch ein Nachtrag:

Laut dem Artikel 'Nachhaltigkeit: Matriarchate als Alternative' von Dr. Heide Göttner-Abendroth muss es wohl doch irgendwann einen Beginn des Matriarchts gegeben haben:

Zitat:
Auf der ökonomischen Ebene sind Matriarchate meistens Ackerbaugesellschaften. Die Technologien des Ackerbaus reichen dabei von einfachem Gartenbau bis zu voll entwickeltem Ackerbau mit dem Pflug (Beginn mit der Jungsteinzeit, 10.000 vor u.Z.) und schließlich zu den komplizierten Bewässerungssystemen der frühesten Stadtkulturen weltweit.
Die Entstehung des Matriarchats ist direkt mit der Erfindung dieser neuen Technologien verbunden.


Heißt das jetzt, das es Matriarchate erst seit 10.000 Jahren gibt, seit Beginn der Ackerbaugesellschafte?
Auf jedenfall wird im Artikel nicht unterstellt, dass das Matriarchat schon immer da war, es musste erst entstehen.

Schöne Grüße
Cassandra
BenutzerInnen-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Hannelore
Wandlungsnatur


Anmeldungsdatum: 04.05.2002
Beiträge: 384
Wörter: 76,584
Wohnort: Kissimmee, Florida
112 Sterntaler
876 Blumen

BeitragGeschrieben: Son Jul 04, 2004 11:03 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Cassandra,

Zitat:
leider gehst du gar nicht auf meine Frage ein.


Also nochmal. Die Frage war doch:
Zitat:
"bisher hies es immer, das am Anfang das Matriarchat war.
Ist das überhaupt richtig?"


Oder war das nicht die Frage? Da im Matriarchats-Diskurs häufig angezweifelt wird, ob es überhaupt ein Matriarchat gab, nahm ich an, dass du das auch anzweifelst. Oder was heißt es, wenn du nach der Richtigkeit der These fragst?


Zitat:
Zitat:
- Indianische Clans die gleichen Symbole verwenden, wie die alten Stämme in Nordafrika und ums Mittelmeer


Und seit wann existieren die Symbole? Das ist die eigentlich interessante Frage.


Ich weiß nicht inwiefern das für dich von Interesse ist und auf was du abzielst, daher kann ich die Frage nicht beantworten.

Zitat:
Heißt das jetzt, das es Matriarchate erst seit 10.000 Jahren gibt, seit Beginn der Ackerbaugesellschafte?
Auf jedenfall wird im Artikel nicht unterstellt, dass das Matriarchat schon immer da war, es musste erst entstehen.


Hier wird auf das entwickelte Matriarchat Bezug genommen. In der Literatur von H. G-A kann nachgelesen werden, dass sie zwischen dem ursprünglichen und dem entwickelten Matriarchat unterscheidet. Letzteres kam mit der neolithischen Revolution, also der Sesshaftigkeit und dem dazugehörigen Ackerbau. Die Handwerks- und andere Künste, so wie das soziale Leben wurde vielfältiger und komplexer.
Die Grundstrukturen des Zusammenlebens prinzipiell haben sich dadurch nicht verändert, sondern wurden ausgebaut und weiter entwickelt. (Das steht auch, glaube ich, irgendwo unter matriarchat.net, aber ich weiß nicht mehr wo, bitte selber suchen.)

Vorausgegangen ist ein Leben von Sammlerinnen und Jägern, wobei seit jeher das Sammeln überwiegend von Frauen übernommen wurde und den Hauptnahrungsbedarf deckte. Das Fallenstellen, Jagen und Fischen wurde hauptsächlich, aber nicht nur, von Männern übernommen, spielte aber eine untergeordnete Rolle. Diese Konstellation kann auch bei heutigen steinzeitlich lebenden Gesellschaften beobachtet werden.

Zu dem Vergleich mit Tieren:
Bei unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen, sind die Männchen ebenfalls größer und muskulöser als die Weibchen. Das hat seinen Sinn, wenn du weiß, wie diese Primaten als Gruppe Wanderungen unternehmen, z.B. zu neuen Futterplätzen oder mit den Jahreszeiten zu den Wasserplätzen: Die Weibchen mit den Kindern und Babys am Körper gehen in der Mitte, rechts und links gehen Männchen und diejenigen Weibchen, die keine Jungen haben, vorne befindet sich eine männliche Vorhut, die das Terrain auskundschaftet und hinter der Gruppe geht eine männliche Nachhut, die darauf achtet, dass niemand zurückbleibt.

Männchen sind zum Schutz und zur Unterstützung des neuen Lebens von der Natur angelegt und ein wichtiger Teil der Gemeinschaft. Da macht es Sinn, dass sie größer sind und weiter gucken können. Oder Frauen, Kinder, Alte, Kranke über einen Fluss tragen, usw.

Übrigens: die frühen Menschen lebten in einer Überflussgesellschaft, Nahrung gab es klimabedingt reichlich. Sie mussten auch nicht vor menschlichen Angriffen Angst haben, die gab es nicht, sondern aufpassen, dass sich z.B. kein kleines Kind von der wandernden Gruppe entfernt, denn genau darauf lauern Raubtiere.

War das die Antwort auf deine Frage?
Gruß, Hannelore
_________________
Rette sich, wer kann! Blog von Hannelore Vonier
BenutzerInnen-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieser/s Benutzerin/s besuchen
Cassandra
Insider
Insider


Anmeldungsdatum: 19.01.2004
Beiträge: 13
Wörter: 5,810

27 Sterntaler
29 Blumen

BeitragGeschrieben: Die Jul 06, 2004 6:41 am    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Hannelore,

Zitat:
Also nochmal. Die Frage war doch:
Zitat:
"bisher hies es immer, das am Anfang das Matriarchat war.
Ist das überhaupt richtig?"


Oder war das nicht die Frage? Da im Matriarchats-Diskurs häufig angezweifelt wird, ob es überhaupt ein Matriarchat gab, nahm ich an, dass du das auch anzweifelst. Oder was heißt es, wenn du nach der Richtigkeit der These fragst?


Die eigentliche Frage war: Wann wurden die Menschen matristisch?

Zitat:
Und seit wann existieren die Symbole? Das ist die eigentlich interessante Frage.

Ich weiß nicht inwiefern das für dich von Interesse ist und auf was du abzielst, daher kann ich die Frage nicht beantworten.


Es muss irgend wann mal einen Beginn gegeben haben. Ist aber nicht weiter wichtig.

Zitat:
Zu dem Vergleich mit Tieren:
Bei unseren nächsten Verwandten, den Menschenaffen, sind die Männchen ebenfalls größer und muskulöser als die Weibchen. Das hat seinen Sinn, wenn du weiß, wie diese Primaten als Gruppe Wanderungen unternehmen, z.B. zu neuen Futterplätzen oder mit den Jahreszeiten zu den Wasserplätzen: Die Weibchen mit den Kindern und Babys am Körper gehen in der Mitte, rechts und links gehen Männchen und diejenigen Weibchen, die keine Jungen haben, vorne befindet sich eine männliche Vorhut, die das Terrain auskundschaftet und hinter der Gruppe geht eine männliche Nachhut, die darauf achtet, dass niemand zurückbleibt.

Wenn sich die Größendifferenz innerhalb einer Spezies verändert, dann hat das was mit den äußeren Umständen zu tun. Wenn mich nicht alles täuscht, dann hat sich bei den Menschenaffen da nicht viel geändert. Also es dreht sich für mich nicht um das allgemeine Größenverhältnis einer Spezies, sondern um die Veränderung im Größenverhältnis.
In den letzten hundert Jahren ist dies bei den heutigen Menschen auch zu beobachten gewesen.
· Die Menschen sind als solches größer geworden.
· Frauen haben sich der Männergröße wieder angepasst.
· Die Taille von Frauen ist im Verhältnis zur Körperstruktur breiter geworden.
Zurückzuführen ist dies auf bessere Ernährung und mehr Bewegung (Mädchen durften lange kein Sport machen).
Da Nomaden-Völker ständig in Bewegung sind (auch mit Kind, Frauen waren schon immer sehr erfinderisch , wenn es darum ging ihre Kinder auch über weite Strecken zu transportieren), sehe ich nur die Ernährung, an der es gehapert haben muss.

Zitat:
Übrigens: die frühen Menschen lebten in einer Überflussgesellschaft, Nahrung gab es klimabedingt reichlich. Sie mussten auch nicht vor menschlichen Angriffen Angst haben, die gab es nicht, sondern aufpassen, dass sich z.B. kein kleines Kind von der wandernden Gruppe entfernt, denn genau darauf lauern Raubtiere.


Im allgemeinen hat es bestimmt eine Überflussgesellschaft gegeben, und ich kann mir auch nicht vorstellen das die Population der Menschheit groß genug war, als das man sich bekriegt hätte. Da ist es wahrscheinlicher, das sie sich untereinander ausgetauscht und Handel getrieben haben.
Doch ich führte eine Katastrophe (vielleicht ein Meteorit?) an, die sich vor etwa 70.000 Jahren (Ich schrieb vorher fälschlicher Weise 75.000 Jahre) abgespielt haben soll.
http://www.3sat.de/3sat.php?http://www.3sat.de/nano/news/47594/

Das Überleben eines Clans war gefährdet, Kinder sind noch wichtiger geworden als sie es so oder so schon waren. Falls also nicht eine Seuche, die Menschen so dezimiert hat, muss die Umgebung genauso betroffen worden sein.

Zitat:
War das die Antwort auf deine Frage?


Zumindest bist du auf mich eingegangen, und dafür danke ich dir.

Gruß, Cassandra
BenutzerInnen-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Hannelore
Wandlungsnatur


Anmeldungsdatum: 04.05.2002
Beiträge: 384
Wörter: 76,584
Wohnort: Kissimmee, Florida
112 Sterntaler
876 Blumen

BeitragGeschrieben: Die Jul 06, 2004 3:22 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo Cassandra,

ich habe den 3sat Artikel gelesen und glaube zu ahnen, worauf du hinaus willst.

Es sind durch äußere Umstände sicher immer wieder Stämme umgekommen, und fast hätte es alle erwischt.

Die Sozialform, die entsteht, wenn keine extreme Notsituation durch Klimaveränderungen auftritt (also Mangel über viele Generationen) und auch keine anderen Einflüsse Druck ausüben, sprich: wenn nichts von außen auf Menschen einwirkt, dann bilden sich Stämme mit Tochterstämmen mit den matriarchalen Prinzipien.
Es ist die ursprüngliche, natürliche Lebensweise, auf die eine Gemeinschaft auch immer wieder zurückfällt, falls sie nicht durch Gewalt daran gehindert wird (Selbstheilungskräfte der Natur), weil sie den kosmischen Gesetzen entspricht und diese widerspiegelt. Diese universalen Gesetze tragen wir in unseren Zellen, weil wir ein Teil diese Planeten sind, alles ist "aus dem gleichen Stoff" gemacht.

Mal angenommen, ein paar schwangere Frauen fangen auf einer einsamen, fruchtbaren Insel ein neues Leben an, dann wird diese Gruppe über die Generationen matriarchale Strukturen aufzeigen, wie auch immer die in dieser Umgebung umgesetzt werden. (Solange die Gemeinschaft nicht gestört wird.)

Patriarchale Strukturen gibt es erst seit ca. 7000 Jahren, ausgelöst durch extreme Klimakatastrophen (Dürre, Wüstenbildung), die Jahrhunderte dauerten und verurachten, dass die matriarchale Lebensform verloren ging. Die älteren und alten Leute mit dem Wissen um Handwerks- oder Heilkünste, Kult, Sitten und Gebräuche usw. sind einfach weggestorben, bevor sie ihr Wissen an die Jüngeren weiter geben konnten. Es ging um das nackte Überleben, auf primitivster Ebene, von *sozialem* Zusammenleben kann da gar keine Rede sein.
Wenn sowas nicht passiert, ist die Lebensweise matriarchal, egal wann und wo sie beginnt.
_________________
Rette sich, wer kann! Blog von Hannelore Vonier
BenutzerInnen-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieser/s Benutzerin/s besuchen
Sophia
Just stumbled in
Just stumbled in


Anmeldungsdatum: 06.09.2004
Beiträge: 1
Wörter: 0

27 Sterntaler
19 Blumen

BeitragGeschrieben: Mon Sep 06, 2004 10:36 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Liebe Cassandra,
Matriarchat - Patriarchat ist kein Kopf-Wissen allein. Letzteres wird durch Bücher geprägt, gerade bei Menschen aus der Stadt, die Maximal Blumentopf-Erde in der Nähe bewahren.
Ver-fremd-et Nährstoff-Kügelchen der Fabrik.
Nähr-Stoff sind nicht die 4 Elemente des Lebens als Leitungs - Wasser,
Dunstglocken - Luft, Blumentopf -Erde und Zigaretten - Feuerzeug oder
Streichholz für Kerze.
Gefühl. Geh -fühlen. Du bewahrst in Dir Selbst ein Lebens-Flämmchen,
sonst wärest Du nicht da.
Dieses gilt es zu er-innern und zu nähren. Wir alle, die hier auf Erde sind, haben einen Grund dafür, bestensfalls oder evolutionär betrachtet mit
Sinnen von: Leb das Geh-schenk, für das Du geboren bist. Genügend
tun dies nicht. Echo folgt, wer `s tragen kann...
Die Mög-Licht-keit Erde wahr-zu-nehmen, über`s Geh-fühl, über Innerung,
in der Stille sich Selbst stillen.
Kein Kopf-Abklatsch, denn die Anthropologie liefert uns 14 (!) versteinerte
Skelettreste (Quarks & Co.) für 5 Mill. Jahre menschlicher Evolutions-geh-
schichte die Schichten. Ich war ob dieses Fernsehbeitrages Selbst erstaunt: 14 Reste und volle Bücher, Zeitschriften etc..
Einfach: Das Leben kommt aus den weiblichen Tieren. Mensch ein Wirbel-
tier. Ich lebe mit anderen Tieren.
Ich würde Dir Hiltrud Steinbarts Buch "Im Anfang war die Frau" empfehlen,
leider nicht mehr aufgelegt. Aber Bryan Sykes "Keine Zukunft für Adam",
Lübbe Vlg. erklärt Dir alles über größere Weibchen und kleinere Männchen, Pathenogenese and so on. Dieser Genetiker bestätigt u.a.
meine alte Intuition "Männer sind mutierte Frauen".
Geh-fühlen und Du findest Deine Rückbindung.
Herz-Lichts (Herz-Zeichen ist Umriss von Gebär-Mutter und Eierstöcke)
Sophia
BenutzerInnen-Profile anzeigen Private Nachricht senden
Christiane
Insider
Insider


Anmeldungsdatum: 22.01.2005
Beiträge: 22
Wörter: 4,790
Wohnort: Rödermark
27 Sterntaler
356 Blumen

BeitragGeschrieben: Sam Jan 22, 2005 2:37 pm    Titel: Antworten mit Zitat

Hallo,

ich möchte dieses Thema gerne noch einmal aktivieren, weil es entscheidende "evolutionärtheoretische" Aspekte nicht beachtet, die aber auch zur Lösung führen können.

Fakten: männliche Tiere sind größer, oft auch auffallender, "schöner" als weibliche Tiere.

Ursachen: Hormone, genetische Veranlagungen, erst im zweiten Schritt Ernährung (heißt: die genetische Veranlagung kann sich nur dann ausprägen, wenn genug Nahrung zur Verfügung steht, Beispiele: Endmaß, glänzendes Fell, Farbenpracht)

Warum (evolutionärtheoretisch betrachtet)?: In der sexuellen Vermehrung ist der weibliche Part für den Fortbestand der Art wichtiger. Ein Männchen kann eine ganze Herde, ein ganzes Rudel befruchten. Daher besteht unter den männlichen Tieren ein Konkurrenzkampf um die Gunst der Weibchen. In den meisten Tiergesellschaften werden diese Kämpfe unblutig ausgetragen, d. h. bereits die imposante Erscheinung kann einen "Kampf" vor den Tätlichkeiten entscheiden. Genetisch läuft also ein Automatismus ab, der über die Generationen hin zu besonders imposanten Männchen führt. Dieser wird außerdem noch dadurch unterstützt, dass auch die weiblichen Tiere eine "ästhetische" Auswahl treffen (ein ästhetischer Sinn, mit sogar artenübergreifenden identischen Bewertungen, ist sehr weit im Tierreich verbreitet).

Was lief beim Menschen anders? Warum sind heute die Frauen das schöne Geschlecht?
Auch das leider eine Folge des Patriarchats. Männer haben sich verbündet gegen die Frauen, die Konkurrenz um die Frauen ist einer Konkurrenz um Geld/Macht gewichen, die den Zugang zu Frauen gewährleisten. Frauen dagegen sind gezwungen, als Ware miteinander zu konkurrieren. Die Schönste landet im goldenen Käfig und ist vor allzu offensichtlichen Angriffen geschützt, die Hässlichste darf den Boden wischen und den offenen Spott einstecken...

Muss man sagen, dass es den männlichen Tieren so geht, wie den Frauen heute (dass es also vielleicht nur gerecht ist Wink )?
Wohl nicht. Das männliche Tier ist auch das spielende Tier, während weibliche Herden- und Rudeltiere ernster sind, mehr Verantwortung tragen. In Tiergesellschaften kommt es zu keinen "Ausgrenzungen"; zwar gibt es "Jungmännerherden", aber diese finden sich nur bei den aggressiveren Rassen, wo deren "Spiele" im Zusammenleben den empfindlichen Nachwuchs gefährden würden.

Die Männchen früher waren also größer, u. a. weil sie Frauen beeindrucken wollten. Heute werden die Frauen größer (Modellmaße) aus genau dem gleichen Grund, sexuelle Auslese. Wäre der Hormoncocktail ein anderer, wer weiß, dann wären die Frauen heute alle einen Kopf größer als die Männer - schmückt sich doch so mancher reiche Mann mit großen Frauen...

Fazit: Dass Männer einmal so sehr viel größer waren, belegt im Gegenteil, dass ein Matriarchat vorherrschte, in dem sie um die Gunst der Weibchen "buhlen" mussten. Der Tollste konnte die meisten Mädels rumkriegen, kleine, mickrige gingen leer aus...

(Für mich ist diese Situation übrigens auch der Grund für die Entstehung des Patriarchats: Draußen auf ihren Streifzügen, überlegen sich die Jungs, dass das doch doof ist, wenn nicht jeder von ihnen mal..., ja, und dann verbrüdern sie sich, die bösen Wink gegen die Frauen und übertragen die Gewalt, die sie beim Fleischfangen gelernt haben, flugs auf ihre Sippe.

Aus ist's mit den paradiesischen Zuständen - darum kann eigentlich auch nur eine vegetarische Gesellschaft langfristig matriarchal bleiben...)

PS: Die Ethologie steckt diesbezüglich noch in ganz kleinen Schuhen. Jahrzehntelang wurde das, was man sehen konnte, mit patriarchaler Brille von Männern interpretiert. Erst langsam, dank der Frauen, die studieren, kommt man der Wahrheit auf den Grund. Aber jede kleine neue Erkenntnis gleicht einem Beben Mr. Green

Darum denke ich ganz bestimmt, dass wir eines Tages zurück ins Matriarchat kommen werden, aber es sind ganz winzig kleine Schritte dahin... aber von ganz vielen Füßen in jedem Wissensgebiet...
BenutzerInnen-Profile anzeigen Private Nachricht senden Website dieser/s Benutzerin/s besuchen
Beiträge vom vorherigen Thema anzeigen:   
Dieses Forum ist gesperrt, Sie können keine Beiträge editieren, schreiben oder beantworten   Dieses Thema ist gesperrt, Sie können keine Beiträge editieren oder beantworten    Forum HUMANS Foren-Übersicht -> Patriarchat/Matriarchat - kein Gegensatz Alle Zeiten sind GMT
Seite 1 von 1

 
Gehe zu:  
Sie können keine Beiträge schreiben
Sie können nicht auf Beiträge antworten
Sie können nicht eigene Beiträge bearbeiten
Sie können nicht eigene Beiträge löschen
Sie können nicht an Umfragen teilnehmen





Powered by phpBB © 2001, 2005 phpBB Group
genusneutralisiert: Hannelore Vonier
Links:
Rette sich, wer kann! Blog von Hannelore Vonier
Website Hannelore Vonier
Matriarchat.Info - Info über heutige matriarchale Gesellschaften
13Feen.Net - über Altes Wissen, Spiritualität und Politik
Frauensprache - genusneutrale Sprache
Wie Mädchen gemacht werden